Berthet, Hortense: Unterschied zwischen den Versionen

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Nach ihrer Profess übernahm sie bald das Amt der Kantorin und die Leitung der damals noch in den Kinderschuhen steckenden Käserei, wo sie ein neues Verfahren zur Käseherstellung einführte. Wegen ihrer pädagogischen Fähigkeiten wurde ihr bald auch das Noviziat übertragen. Dass es bis dahin keine geordnete klosterübergreifende Ausbildung der Novizenmeister und Novizenmeisterinnen im Trappistenorden gab, empfand die tatkräftige Novizenmeisterin als Mangel und organisierte 1970 mit der Äbtissin von La Coudre, [[Delabarre, Véronique|Véronique Delabarre]], in Laval das erste einer Reihe von gemeinsamen Seminaren.
 
Nach ihrer Profess übernahm sie bald das Amt der Kantorin und die Leitung der damals noch in den Kinderschuhen steckenden Käserei, wo sie ein neues Verfahren zur Käseherstellung einführte. Wegen ihrer pädagogischen Fähigkeiten wurde ihr bald auch das Noviziat übertragen. Dass es bis dahin keine geordnete klosterübergreifende Ausbildung der Novizenmeister und Novizenmeisterinnen im Trappistenorden gab, empfand die tatkräftige Novizenmeisterin als Mangel und organisierte 1970 mit der Äbtissin von La Coudre, [[Delabarre, Véronique|Véronique Delabarre]], in Laval das erste einer Reihe von gemeinsamen Seminaren.
  
1973 kam es zu einem Wendepunkt in ihrem Leben. Nicht in allen Klöstern gelang die Umsetzung der konziliären Reformen in gleichem Maße. Die Schweizer Abtei La Fille Dieu wandte sich hilfesuchend an ihren Vaterabt Dom [[Louf, André|André Louf]], der umgehend reagierte. Sr. Hortense kam als Novizenmeisterin nach Fille-Dieu, wurde 1974 zur Superiorin und 1975 zur Äbtissin gewählt. Am 8. Dezember 1975 erhielt sie die Benediktion.
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1973 kam es zu einem Wendepunkt in ihrem Leben. Nicht in allen Klöstern gelang die Umsetzung der konziliären Reformen in gleichem Maße. Die Schweizer Abtei La Fille Dieu wandte sich hilfesuchend an ihren Vaterabt Dom [[Louf, André|André Louf]], der umgehend reagierte und Sr. Hortense als Novizenmeisterin nach Fille-Dieu vermittelte. 1974 zur Superiorin und 1975 zur Äbtissin gewählt, ging »Mère nucléaire« mit Courage und Fingerspitzengefühl ihre neue Aufgabe – Köpfe und Herzen für die neue Zeit zu öffnen. Sie stockte die Bibliothek mit Büchern aus allen Wissensgebieten auf und lud Referenten ein, um den Horizont der Gemeinschaft zu erweitern. Am Herzen lag ihr auch die Erarbeitung des Offiziums in französischer Sprache, unter Beibehaltung einiger lateinischer Gesänge aus dem zisterziensischen Erbe. Das sichtbarste Zeichen ihrer Amtszeit ist die in den 90er-Jahren in ihren ursprünglichen gotischen Proportionen wiederhergestellte Abteikirche. 1996 – genau 650 Jahre nach der ersten Weihe – wurde sie neu geweiht.
  
Ihr besonderes Verdienst ist die 1990 begonnene Wiederherstellung der gotischen Abteikirche in ihren ursprünglichen Proportionen. 1996 – genau 650 Jahre nach der ersten Weihe – wurde sie neu geweiht.
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Hortense Berthet starb 2004 im Krankenhaus von Riaz und wurde auf dem Klosterfriedhof beigesetzt.
 
 
»Mère nucléaire« starb 2004 im Krankenhaus von Riaz und wurde auf dem Klosterfriedhof beigesetzt.
 
  
 
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Version vom 25. Juni 2011, 13:20 Uhr

Hortense Berthet OCSO

Hortense Berthet OCSO

Zisterzienserin der strengeren Observanz (»Trappistin«); Äbtissin der Abtei Fille-Dieu in Romont 1975–1999

* 21. Aug. 1923 Villars-sur-Boège, Dép. Haute-Savoie, Frankreich
† 30. Sep. 2004 Riaz, Kt. Fribourg, Schweiz

Hortense Berthet wurde 1923 im französischen Département Haute-Savoie geboren, wo die Eltern einen Bauernhof betrieben. Ein Stipendium ermöglichte ihr ein Universitätsstudium, zunächst in Lyon, dann in Neuchâtel (Schweiz), wo sie 1954 in Physik promoviert wurde. Doch statt als Nuklearphysikerin das »unendlich Kleine« zu erforschen, wählte sie das »unendlich Große«[1], verließ ihr Labor und trat 1956 – beraten von dem späteren Kardinal Charles Journet – als Novizin in die Zisterzienserinnenabtei Chambarand in Frankreich ein. Dorthin war sie durch halb Europa mit ihrem Motorroller gefahren.

Nach ihrer Profess übernahm sie bald das Amt der Kantorin und die Leitung der damals noch in den Kinderschuhen steckenden Käserei, wo sie ein neues Verfahren zur Käseherstellung einführte. Wegen ihrer pädagogischen Fähigkeiten wurde ihr bald auch das Noviziat übertragen. Dass es bis dahin keine geordnete klosterübergreifende Ausbildung der Novizenmeister und Novizenmeisterinnen im Trappistenorden gab, empfand die tatkräftige Novizenmeisterin als Mangel und organisierte 1970 mit der Äbtissin von La Coudre, Véronique Delabarre, in Laval das erste einer Reihe von gemeinsamen Seminaren.

1973 kam es zu einem Wendepunkt in ihrem Leben. Nicht in allen Klöstern gelang die Umsetzung der konziliären Reformen in gleichem Maße. Die Schweizer Abtei La Fille Dieu wandte sich hilfesuchend an ihren Vaterabt Dom André Louf, der umgehend reagierte und Sr. Hortense als Novizenmeisterin nach Fille-Dieu vermittelte. 1974 zur Superiorin und 1975 zur Äbtissin gewählt, ging »Mère nucléaire« mit Courage und Fingerspitzengefühl ihre neue Aufgabe – Köpfe und Herzen für die neue Zeit zu öffnen. Sie stockte die Bibliothek mit Büchern aus allen Wissensgebieten auf und lud Referenten ein, um den Horizont der Gemeinschaft zu erweitern. Am Herzen lag ihr auch die Erarbeitung des Offiziums in französischer Sprache, unter Beibehaltung einiger lateinischer Gesänge aus dem zisterziensischen Erbe. Das sichtbarste Zeichen ihrer Amtszeit ist die in den 90er-Jahren in ihren ursprünglichen gotischen Proportionen wiederhergestellte Abteikirche. 1996 – genau 650 Jahre nach der ersten Weihe – wurde sie neu geweiht.

Hortense Berthet starb 2004 im Krankenhaus von Riaz und wurde auf dem Klosterfriedhof beigesetzt.

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  1. Sr. Marie-Samuel, Nachruf in Liens cisterciens

Genealogie:

V.: Léon Berthet; M.: Marie geb. Mouthon; G.: drei Brüder, eine Schwester.

Daten:

Prof.: 8. Dez. 1957 (Chambarand); Sup.: el. 8. Sep. 1974; Abbatissa: el. 14. Aug. 1975, ben. 8. Dez. 1975, res. 31. Mai 1999.

Quellen:

Sr. Marie-Samuel: Mère Hortense Berthet (1922–2004). In: Liens cisterciens, Nr. 13, 2007. · Ancienne Abesse de la Fille Dieu, Mère Hortense n’est plus. In: La Liberté, 7. Okt. 2004. · HS III/3, S. 695.

Zitierempfehlung: Berthet, Hortense, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 25.06.2011, URL: http://www.zisterzienserlexikon.de/wiki/Berthet,_Hortense

Vorlage:Page.name: BERTHET, Hortense OCSO (1923–2004) – Biographia Cisterciensis