Martrin-Donos, François-Régis

François-Régis de Martrin-Donos OCSO

François-Régis de Martrin-Donos OCSO

Gründer und 1. Abt von Staoueli, Prokurator OCSO

* 13. Okt. 1801 Valence-d'Albigeois
† 13. Mai 1880 Monbeton

Léon Martrin-Donos besuchte das Große Seminar in Albi, empfing 1832 die Priesterweihe und war dann mehrere Jahre in der Seelsorge tätig. Am 21. Aug. 1841 in Aiguebelle aufgenommen, legte er im folgenden Jahr die Profess ab, wurde bald danach zum Novizenmeister ernannt und schon am 5. Aug. 1843 nach Algerien gesandt. Dort leitete er als Prior unter schwierigsten Bedingungen den Aufbau des Klosters Staouëli. Mehrere Mönche starben am Sumpffieber, Martrin-Donos selbst erkrankte so schwer, dass er an der Einweihung des Klosters durch den Erzbischof von Algier nicht teilnehmen konnte.

Nach einem Erholungsaufenthalt in der Abtei Melleray besserte sich sein Zustand. Am 28. Oktober 1846 zum Abt des nun selbständigen Klosters gewählt, erhielt er im Dezember in Algier die Benediktion. Die französische Regierung zeichnete ihn im August 1853 für seine Verdienste um die Kolonisierung des Landes Algerien (d.h. den Aufbau des landwirtschaftlichen Betriebs der Abtei) mit dem Kreuz der Ehrenlegion aus.

Da der Abt es bis dahin versäumt hatte, im Kloster den Bereich der Mönche von dem der Arbeiter und Soldaten baulich zu trennen, wie es die Klausurvorschriften vorschreiben, erhielt er 1854 nach einer Visitation vom Generalkapitel einen Verweis und wurde nach Aiguebelle zurückbeordert.

1855 versetzte das Generalkapitel – das wohl einsah, dass es mit seiner Abberufung zu weit gegangen war – Martrin-Donos als Prokurator der Kongregation von La Trappe (Réforme Nouvelle), nach 1858 dann aller Trappistenkongregationen, nach Rom. Damit verbunden war die Resignation vom Abtamt. 1879 legte Martrin-Donos schwer krank sein Amt nieder und begab sich auf Anordnung seiner Oberen zur Erholung auf das Schloss seiner Familie in Monbeton. Dort starb er im folgenden Jahr an den Folgen eines Schlaganfalls. Seine sterblichen Überreste wurden nach Staouëli gebracht und dort beigesetzt (2. Juni 1880).

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Daten:

Sac.: 22. Dez. 1832; Vest.: 29. Aug. 1841; Prof.: 30. Aug. 1842; Abbas: el. 28. Okt. 1846, ben. 18. Dez. 1846; Dev.: Fasciculus myrrhae dilectus meus mihi.

Werke:

Vie du père Marie Éphrem, Vincent-Joseph-Mathieu Ferrer, ou, Histoire d'un moine de nos jours, mort à la abbaye de la Trappe d'Aiguebelle. Avignon : Aubanel, 1842

Bibliographie:

Bersange, J.: Dom François Regis ; procureur general de la Trappe a Rome, fondateur et premier Abbe de notre Dame de Staouëli. Paris : Dumoulins, 1885 (ein hagiographisches Werk, das mehrere Neuauflagen erlebte) · Müller, Gregor: Die Gründung von Staouëli. In: CistC 8 (1896) [353]–360. · Die Trappisten in Algier und ihr Begründer, Abt Dom Franciskus Regis. In: StMBO 18.4 (1897), S. 716–721. · Delpal, Bernard: Le silence des moines : les trappistes au XIXe siècle : France, Algérie, Syrie. Paris : Beauchesne, 1998 (S. 94, FN 10)

Zitierempfehlung: Martrin-Donos, François-Régis, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 10.02.2011, URL: http://www.zisterzienserlexikon.de/wiki/Martrin-Donos,_Fran%C3%A7ois-R%C3%A9gis

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