Pleitner, Johannes: Unterschied zwischen den Versionen

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Johann VII. Pleitner aus Ochsenfurt, einer der letzten drei katholisch gebliebenen Konventualen der Zisterzienserabtei [[Bronnbach]] und Pfarrer in Königshofen, wurde, da eine ordnungsgemäße Wahl nicht möglich war, am 20. August 1558 vom Würzburger Bischof Friedrich von Wirsberg zum Abt ernannt und am 25. Januar 1559 mit bewaffneter Hand installiert, nachdem Pleitners protestantisch gewordener Vorgänger [[Leusser, Clemens|Clemens Leusser]] im Oktober 1558 ein zweitesmal geheiratet und damit das Angebot des Bischofs, wieder in sein Amt zurückzukehren, ausgeschlagen hatte. Die Benediktion durch Bischof Friedrich erfolgte wohl am 15. August 1559.
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Johann VII. Pleitner aus Ochsenfurt, einer der letzten drei katholisch gebliebenen Konventualen der Zisterzienserabtei [[Bronnbach]] und Pfarrer in Königshofen, wurde, da eine ordnungsgemäße Wahl nicht möglich war, am 20. August 1558 vom Würzburger Bischof Friedrich von Wirsberg zum Abt ernannt und am 25. Januar 1559, gegen den Protest des Grafen Ludwig von Wertheim-Löwenstein-Stolberg als Erben der Wertheimer Grafen, mit bewaffneter Hand installiert, nachdem Pleitners protestantisch gewordener Vorgänger [[Leusser, Clemens|Clemens Leusser]] im Oktober 1558 ein zweitesmal geheiratet und damit das Angebot des Bischofs, wieder in sein Amt zurückzukehren, ausgeschlagen hatte. Die Benediktion durch Bischof Friedrich erfolgte wohl am 15. August 1559.
  
 
Als Abt war Johann Pleitner ohne Konvent, denn die beiden anderen Konventualen befanden sich auswärts auf ihren Stellen. Der eine, P. [[Knoll, Johannes|Johann Knoll]], war Pfarrer in Rosenberg, der andere, P. Martin Schäfer, starb bald darauf, am 22. August 1560. Eine große Wirksamkeit konnte der Abt unter diesen Umständen nicht entfalten, er scheint aber auch das Zeug dazu nicht gehabt zu haben. Unter ihm fand 1560 die Ablösung des gewesenen Abtes Clemens Leusser von seinen Ansprüchen auf das Kloster statt und es wurde im selben Jahr ein Gütertausch von den Grafen von Stolberg und von Kastel gegen Bronnbachische Güter vorgenommen. Lange scheint sich Abt Pleitner nicht in Bronnbach hat halten können, denn es wird von einer abermaligen Rücknahme des Klosters durch den Würzburger Fürstbischof 1562 berichtet.
 
Als Abt war Johann Pleitner ohne Konvent, denn die beiden anderen Konventualen befanden sich auswärts auf ihren Stellen. Der eine, P. [[Knoll, Johannes|Johann Knoll]], war Pfarrer in Rosenberg, der andere, P. Martin Schäfer, starb bald darauf, am 22. August 1560. Eine große Wirksamkeit konnte der Abt unter diesen Umständen nicht entfalten, er scheint aber auch das Zeug dazu nicht gehabt zu haben. Unter ihm fand 1560 die Ablösung des gewesenen Abtes Clemens Leusser von seinen Ansprüchen auf das Kloster statt und es wurde im selben Jahr ein Gütertausch von den Grafen von Stolberg und von Kastel gegen Bronnbachische Güter vorgenommen. Lange scheint sich Abt Pleitner nicht in Bronnbach hat halten können, denn es wird von einer abermaligen Rücknahme des Klosters durch den Würzburger Fürstbischof 1562 berichtet.

Version vom 15. Januar 2020, 18:29 Uhr

Johann Pleitner

Johann Pleitner

Abt des Zisterzienserklosters Bronnbach 1558–1563

† 23. März 1563

Johann VII. Pleitner aus Ochsenfurt, einer der letzten drei katholisch gebliebenen Konventualen der Zisterzienserabtei Bronnbach und Pfarrer in Königshofen, wurde, da eine ordnungsgemäße Wahl nicht möglich war, am 20. August 1558 vom Würzburger Bischof Friedrich von Wirsberg zum Abt ernannt und am 25. Januar 1559, gegen den Protest des Grafen Ludwig von Wertheim-Löwenstein-Stolberg als Erben der Wertheimer Grafen, mit bewaffneter Hand installiert, nachdem Pleitners protestantisch gewordener Vorgänger Clemens Leusser im Oktober 1558 ein zweitesmal geheiratet und damit das Angebot des Bischofs, wieder in sein Amt zurückzukehren, ausgeschlagen hatte. Die Benediktion durch Bischof Friedrich erfolgte wohl am 15. August 1559.

Als Abt war Johann Pleitner ohne Konvent, denn die beiden anderen Konventualen befanden sich auswärts auf ihren Stellen. Der eine, P. Johann Knoll, war Pfarrer in Rosenberg, der andere, P. Martin Schäfer, starb bald darauf, am 22. August 1560. Eine große Wirksamkeit konnte der Abt unter diesen Umständen nicht entfalten, er scheint aber auch das Zeug dazu nicht gehabt zu haben. Unter ihm fand 1560 die Ablösung des gewesenen Abtes Clemens Leusser von seinen Ansprüchen auf das Kloster statt und es wurde im selben Jahr ein Gütertausch von den Grafen von Stolberg und von Kastel gegen Bronnbachische Güter vorgenommen. Lange scheint sich Abt Pleitner nicht in Bronnbach hat halten können, denn es wird von einer abermaligen Rücknahme des Klosters durch den Würzburger Fürstbischof 1562 berichtet.

Am 23. März 1563 starb Abt Pleitner und wurde neben Abt Markus Hauck († 26. Nov. 1548) im nördlichen Seitenschiff der Kirche beigesetzt. Die Grabplatte enthält die Inschrift: H. Anno dni 1563 die 23 Martii obiit Venerads Dns Johann Pleittner Coenobii Brvnbach Abbas cuis aia in pace quiescit. Sein Nachfolger wurde der letzte noch lebende Konventuale Johann Knoll.

gge, Jan. 2020


Daten:

Abbas: nom. 20. Aug. 1558, ben. 15. Aug. 1559.

Literatur:

Müller, Gregor: Chronik des Klosters Bronnbach, in: Cistercienser Chronik 7 (1895), S. 1–9, 33–44, 65–77, 97–108, 129–141, 161–169, 193–203, 232–243, 266–279, 297–307, 334–343, 360–365, bes. S. 169.

Zitierempfehlung: Pleitner, Johannes, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 15.01.2020, URL: http://www.biocist.org/wiki/Pleitner,_Johannes

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