Wabrzig, Abraham: Unterschied zwischen den Versionen

 
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Abraham Wabrzig trat in die Zisterzienserabtei [[Heinrichau]] ein, wo er den größten Teil seines klösterlichen Lebens verbrachte. Er war Pfarrer in Schönwalde und fungierte als Prior, bevor er nach Ungarn geschickt wurde.
 
Abraham Wabrzig trat in die Zisterzienserabtei [[Heinrichau]] ein, wo er den größten Teil seines klösterlichen Lebens verbrachte. Er war Pfarrer in Schönwalde und fungierte als Prior, bevor er nach Ungarn geschickt wurde.
  
Der [[Lilienfeld]]er Abt [[Braun, Sigismund|Sigismund Braun]] bemühte sich hauptsächlich um die Renovierung seines eigenen Klosters, die Neuorganisation des Klosters in Zirc versprach viel Ärger, sodass er sich entschied, es zu verkaufen. Pater Abraham verhandelte mehrmals mit Abt Sigismund in Wien über den Erwerb der Zircer Güter. Im Oktober 1699 besuchte er auch die Güter der Abtei, darunter Zirc, damals unbewohnt und in Trümmern liegend, „inmitten von weiten Eichenwäldern in einer menschenleeren Einöde“ (schriftl. Bericht an Abt Kahlert aus Wien, 17. Okt. 1699). Am 15. Dezember 1699 verkaufte Lilienfeld schließlich das Kloster Zirc mit elf dazugehörenden Stiftsdörfern für 31.000 Gulden an die Abtei Heinrichau. Am 17. Dezember 1700 genehmigte Kaiser Leopold I. den Verkauf und ernannte den Heinrichauer Abt [[Kahlert, Heinrich|Heinrich Kahlert]] zum Abt von Zirc.
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Der [[Lilienfeld]]er Abt [[Braun, Sigismund|Sigismund Braun]] bemühte sich hauptsächlich um die Renovierung seines eigenen Klosters, die Neuorganisation des von seinem Vorgänger [[Kolweiß, Matthäus|Matthäus Kolweiß]] erworbenen Klosters [[Zirc]] in Ungarn versprach viel Aufwand und Kosten, sodass er sich entschied, es zu verkaufen. Pater Abraham verhandelte mehrmals mit Abt Sigismund in Wien über den Erwerb der Zircer Güter. Im Oktober 1699 besuchte er auch die Güter der Abtei, darunter Zirc, damals unbewohnt und in Trümmern liegend, „inmitten von weiten Eichenwäldern in einer menschenleeren Einöde“ (schriftl. Bericht an Abt Kahlert aus Wien, 17. Okt. 1699). Am 15. Dezember 1699 verkaufte Lilienfeld schließlich das Kloster Zirc mit elf dazugehörenden Stiftsdörfern für 31.000 Gulden an die Abtei Heinrichau. Am 17. Dezember 1700 genehmigte Kaiser Leopold I. den Verkauf und ernannte den Heinrichauer Abt [[Kahlert, Heinrich|Heinrich Kahlert]] zum Abt von Zirc.
  
Am 26. Februar 1701 ernannte Abt Kahlert den P. Abraham Wabrzig zum ersten schlesischen Administrator von Zirc und verabschiedete ihn am 1. März mit seinem Mitbuder [[Sebastian, Wilhelm|Wilhelm Sebastian]] feierlich (in Pontifikalkleidung) und in Anwesenheit des gesamten Konvents nach Zirc. Am 20. März zahlte Wabrzig die Kaufsumme, am 22. März erhielt er von Lilienfeld das Zircer Archiv, und am 25. März traf er mit P. Wilhelm Sebastian in Ungarn ein und ließ sich im Zircer Haus in Pápa nieder.<ref>In der Zeit von 1701 bis 1726 lebten meist zwei bis drei Mönche in der Rezidenz in Pápa.</ref> Am 14. April 1701 übernahm er in Pápa den Besitz des Klosters Zirc, d.h. einige Weinberge auf dem Badacsony und einzelne Äcker in Nagytevel (Deutschtewel), die übrigen Güter befanden sich in der Hand adeliger Pfandherren und konnten erst im Laufe der Zeit zurückgewonnen werden.
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Am 26. Februar 1701 ernannte Abt Kahlert seinen Prior Abraham Wabrzig zum (ersten schlesischen) Administrator von Zirc und verabschiedete ihn am 1. März mit seinem Mitbuder [[Sebastian, Wilhelm|Wilhelm Sebastian]] feierlich (in Pontifikalkleidung) und in Anwesenheit des gesamten Konvents nach Zirc. Am 20. März zahlte Wabrzig die Kaufsumme, am 22. März erhielt er von Lilienfeld das Zircer Archiv, und am 25. März traf er mit P. Wilhelm Sebastian in Ungarn ein und ließ sich im Zircer Haus in Pápa nieder.<ref>In der Zeit von 1701 bis 1726 lebten meist zwei bis drei Mönche in der Rezidenz in Pápa.</ref> Am 14. April 1701 übernahm er in Pápa den Besitz des Klosters Zirc, d.h. einige Weinberge auf dem Badacsony und einzelne Äcker in Nagytevel (Deutschtewel), die übrigen Güter befanden sich in der Hand adeliger Pfandherren und konnten erst im Laufe der Zeit zurückgewonnen werden.
  
Wabrzig begann sofort mit dem Bau eines neues Gutshofes in Tevel, siedelte schlesische Siedler an, die er mitgebracht hatte, um die entvölkerten Klostergüter zu bevölkern, und errichtete in Zirc und Berénd neue Mühlen. Jedoch er starb einige Monate später, am 28. Juli, am „ungarischen Fieber“ und wurde einen Tag später in der Krypta der Paulinerkirche in Pápa feierlich beigesetzt. Sein Nachfolger wurde [[Hoffmann, Petrus|Petrus Hoffmann]].  
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Wabrzig begann sofort mit dem Bau eines neues Gutshofes in Tevel, siedelte schlesische Siedler an, die er mitgebracht hatte, um die entvölkerten Klostergüter zu bevölkern, und errichtete in Zirc und Berénd neue Mühlen. Jedoch starb er einige Monate später, am 28. Juli 1701, am „ungarischen Fieber“ und wurde einen Tag später in der Krypta der Paulinerkirche in Pápa feierlich beigesetzt. Sein Nachfolger wurde [[Hoffmann, Petrus|Petrus Hoffmann]].  
  
 
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Aktuelle Version vom 13. Juli 2022, 15:01 Uhr

Abraham Wabrzig

Abraham Wabrzig

Prior in Heinrichau; Administrator in Zirc 1699–1701

* 1645/46 Kasimir (Oberglogau)
† 28. Juli 1701 Pápa, Ungarn

Abraham Wabrzig trat in die Zisterzienserabtei Heinrichau ein, wo er den größten Teil seines klösterlichen Lebens verbrachte. Er war Pfarrer in Schönwalde und fungierte als Prior, bevor er nach Ungarn geschickt wurde.

Der Lilienfelder Abt Sigismund Braun bemühte sich hauptsächlich um die Renovierung seines eigenen Klosters, die Neuorganisation des von seinem Vorgänger Matthäus Kolweiß erworbenen Klosters Zirc in Ungarn versprach viel Aufwand und Kosten, sodass er sich entschied, es zu verkaufen. Pater Abraham verhandelte mehrmals mit Abt Sigismund in Wien über den Erwerb der Zircer Güter. Im Oktober 1699 besuchte er auch die Güter der Abtei, darunter Zirc, damals unbewohnt und in Trümmern liegend, „inmitten von weiten Eichenwäldern in einer menschenleeren Einöde“ (schriftl. Bericht an Abt Kahlert aus Wien, 17. Okt. 1699). Am 15. Dezember 1699 verkaufte Lilienfeld schließlich das Kloster Zirc mit elf dazugehörenden Stiftsdörfern für 31.000 Gulden an die Abtei Heinrichau. Am 17. Dezember 1700 genehmigte Kaiser Leopold I. den Verkauf und ernannte den Heinrichauer Abt Heinrich Kahlert zum Abt von Zirc.

Am 26. Februar 1701 ernannte Abt Kahlert seinen Prior Abraham Wabrzig zum (ersten schlesischen) Administrator von Zirc und verabschiedete ihn am 1. März mit seinem Mitbuder Wilhelm Sebastian feierlich (in Pontifikalkleidung) und in Anwesenheit des gesamten Konvents nach Zirc. Am 20. März zahlte Wabrzig die Kaufsumme, am 22. März erhielt er von Lilienfeld das Zircer Archiv, und am 25. März traf er mit P. Wilhelm Sebastian in Ungarn ein und ließ sich im Zircer Haus in Pápa nieder.[1] Am 14. April 1701 übernahm er in Pápa den Besitz des Klosters Zirc, d.h. einige Weinberge auf dem Badacsony und einzelne Äcker in Nagytevel (Deutschtewel), die übrigen Güter befanden sich in der Hand adeliger Pfandherren und konnten erst im Laufe der Zeit zurückgewonnen werden.

Wabrzig begann sofort mit dem Bau eines neues Gutshofes in Tevel, siedelte schlesische Siedler an, die er mitgebracht hatte, um die entvölkerten Klostergüter zu bevölkern, und errichtete in Zirc und Berénd neue Mühlen. Jedoch starb er einige Monate später, am 28. Juli 1701, am „ungarischen Fieber“ und wurde einen Tag später in der Krypta der Paulinerkirche in Pápa feierlich beigesetzt. Sein Nachfolger wurde Petrus Hoffmann.

Nivárd Halász, Juli 2022

  1. In der Zeit von 1701 bis 1726 lebten meist zwei bis drei Mönche in der Rezidenz in Pápa.

Literatur:

Horváth, Konstantin: Zirc története. Veszprém, 1930 · Grüger, Heinrich: Der Beginn der Union von Heinrichau und Zirc (1701–1752), in: Analecta Cisterciensia 38 (1982), S. 43–75 · Ders.: Heinrichau: Geschichte eines schlesischen Zisterzienserklosters. Böhlau 1978, S. 201ff.

Zitierempfehlung: Wabrzig, Abraham, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 13.07.2022, URL: http://www.zisterzienserlexikon.de/wiki/Wabrzig,_Abraham

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