Échourgnac

Biographia Cisterciensis – Dictionary of Cistercian Biography online

Notre Dame de Bonne-Espérance

Abbatia Beatae Mariae de Bona Spe
Ort: Échourgnac, Dordogne, Frankreich
Observanz: OCSO
gegründet: 1852
Mutterabtei: Lyon-Vaise
Web: www.abbaye-echourgnac.org

Abtei der Zisterzienserinnen der strengeren Observanz („Trappistinnen“) in Échourgnac in der Dordogne, Frankreich; gegründet 1852 in Espira-de-l'Agly; seit 1923 in Échourgnac, 1927 Abtei.

Geschichte

Die Gründung des Klosters Notre Dame de Bonne-Espérance geht zurück auf die Stiftung eines reichen Privatmannes (Pierre Ferrer), der nach dem frühen Tod seiner Frau und seiner beiden Kinder (Vincent Ferrer und Catherine Ferrer) sein gesamtes Vermögen und sein Landgut Espira-de-l'Agly bei Rivesaltes zur Gründung eines Klosters vermacht hatte. Beauftragt mit der Durchführung hatte er seine Schwägerin Justine Alday Delcros, deren beide Töchter Elisa und Thérèse, auch die beiden ersten Oberinnen der Neugründung wurden.

Am 21. November 1852 kamen die ersten acht Schwestern aus dem Mutterkloster in Lyon-Vaise. Die Gründung blühte personell sehr rasch auf. 1859 bestand sie schon aus rd. 50 Mitgliedern (Chor- und Laienschwestern einschl. Novizinnen). Die Gebäude wurden unter der Leitung des Spirituals und späteren Abtes von La Trappe, Timothée Gruyer, erbaut. Am 13. November 1860 wurde das Kloster zum Priorat erhoben (Notre-Dame des Anges), am 29. November 1883 die Kirche geweiht. Ihren Lebensunterhalt bezogen die Schwestern v.a. aus den umliegenden Weinbergen.

1904 musste das Kloster dem Gesetz zur Trennung von Kirche und Staat (mit Auflösung der Ordensgemeinschaften) weichen und wurde zum 1. Oktober 1904 vom Staat aufgelöst. Die trotz öffentlichen Protestes gewaltsam vertriebenen Schwestern ließen sich in Spanien nieder, zunächst in Alella im Bistum Barcelona, 1905 dann im Kloster Herrera im Bistum Burgos, einer ehemaligen Zisterzienserabtei die im Zuge der Desamortización 1835 aufgelöst und teilweise zerstört worden war. Dort lebten die Schwestern mit Unterstützung des Erzbischofs von Burgos, der auch die Einkleidungen und Professfeiern vornahm.

Das Leben in Herrera war hart, die Schwestern lebten in großer Armut und unzureichenden hygienischen Verhältnissen. Der damals noch vorherrschende Bußgeist tat ein Übriges, so dass es innerhalb von 16 Jahren zu 41 Todesfällen kam. 1920 votierten daher 27 Schwestern für eine Rückkehr nach Frankreich und nahmen dort die Gebäude der 1910 aufgegebenen Männerabtei La Double in Échourgnac in Besitz. Am 20. Juli 1923 waren die 43 Schwestern, davon 16 Spanierinnen, vollzählig in Échourgnac versammelt. Pater Immediat wurde der Abt von Ste Marie du Désert. 1930 wechselte die Paternität nach Port-du-Salut, 1952 nach La Trappe. Am 19. Juli 1939 zerstörte ein Brand die Kirche, die wegen des Krieges nicht wieder aufgebaut werden konnte. Nach dem deutschen Sieg über Frankreich verlief die Demarkationslinie zwischen dem unbesetzten und dem besetzten Frankreich durch Échourgnac. Die Klostergebäude wurden von den Deutschen durchsucht, der Spiritual und später auch die Äbtissin verhaftet. Letztere kam durch die Fürsprache eines Mitglieds der Abtei Mariawald, der in der Nähe stationiert war und öfter zum Gebet ins Kloster kam, nach einigen Tagen wieder frei.

1941 und 1945 wurde der Konvent durch insgesamt 20 Zisterzienserinnen aus dem Kloster Igny bei Reims personell verstärkt. 1952 wurde die Hundertjahrfeier der Gründung begangen, 1957 die neue Käserei eingeweiht und 1960 die renovierte Abteikirche konsekriert. In den 80er Jahren wurde das Gästehaus erweitert und im September 2001 mit dem Bau eines neuen begonnen. Ihren Lebensunterhalt bestreiten die Schwestern mit der Herstellung von Käse und (seit 1983) Fruchtkuchen und Marmelade. Seit 1998 gibt es auch einen Klosterladen.

Die ehemaligen Klostergebäude in Espira-de-l'Agly beherbergen heute eine Schule, die den Namen Notre-Dame des Anges übernommen hat.

Oberinnen

Marie-Louise Alday-Delcros 1852–1868 Priorin
Clémence Laurence Colin 1868–1874 Priorin
Angélique Cathala 1874–1886 Priorin
Augustin Daisse 1886–1889 Priorin
Bernard Cazals 1889–1901 Priorin
Benoît Chossat 1901–1904 Priorin
Noël Adouy Vve Philibert 1911–1914 Priorin
Ephrem Fuma 1914–1920 Priorin
Camille Barrel 1920–1929 Priorin, seit 1927 Äbtissin
Ephrem Fuma 1929–1941 Äbtissin
Marie-Ange Jenvrin 1941–1946 Superiora ad nutum
Marie-Ange Jenvrin 1946–1958 Äbtissin

el. 31. Jan. 1946

Joseph Fuma 1958–1976 Äbtissin

el. 31. Jan. 1958, res. 1978; † 17. Nov. 1979

Alix Goulet 1976 Superiora ad nutum
Joseph Fuma 1976–1978 Superiora ad nutum
Benoît Boucher 1978–1995 Äbtissin

el. 2. Feb. 1978, † 22. Jan. 1995

Geneviève-Marie Fontaine seit 1995 Äbtissin

el. 18. Feb. 1995

gge


Literatur:

L’Abbaye d’Echourgnac, in: Les Amis des Monastères N° 133, Paris, Jan. 2003.

Zitierempfehlung: Échourgnac, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 26.2.2017, URL: http://www.zisterzienserlexikon.de/wiki/%C3%89chourgnac