Adler, Candida

Biographia Cisterciensis – Dictionary of Cistercian Biography online

Candida Adler

Candida Adler

letzte Äbtissin des Klosters Frauental in Böhmen 1766–1782

* 05. März 1726 Záboří, Proseč u Skutče
† 27. März 1796 Polička

Candida Adler, Taufname Franziska, wurde am 5. März 1726 in Záboří (Saborsch) als Tochter des Glashüttenmeisters Johann Georg Adler und seiner Frau Barbara geb. Wokal aus Polička geboren und in Neuschloss (Nové Hrady u Skutče) getauft. Sie trat in das Zisterzienserinnenstift Frauental (Pohled) ein, wo sie 1752 die feierliche Profess ablegte. Als Priorin wurde sie nach dem Tod ihrer Vorgängerin Candida Maresch 1766 zur Äbtissin gewählt.

Äbtissin Candida Adler wird als sehr gewissenhafte Vorsteherin beschieben, die – mithilfe des Propstes Candidus Schiffer und seiner Kapläne – im Kloster streng auf Ordnung und Disziplin achtete. Als ausgezeichnete Musikerin leitete sie selbst den Gesang und die Musik bei den Gottesdiensten. Während ihrer Regierungszeit erlebte das Kloster mehrere Unglücksfälle und schließlich die Aufhebung.

1772 forderte eine Pestepidemie 124 Todesopfer, für die ein neuer Friedhof bei St. Anna angelegt wurde. Am 3. August vernichtete ein Unwetter die gesamte Ernte auf dem Halm und im Oktober wurde Frauental von einer Viehseuche heimgesucht, der 81 Stück Vieh zum Opfer fielen. Am 14. November 1772 legte ein Brand den Meierhof mit allem Futter, Getreide und Geräten in Schutt und Asche. Dabei kamen auch zwei Dienstmädchen und ein alter Propsteidiener ums Leben.

Von diesen Rückschlägen scheint sch das Kloster bald erholt zu haben. Am 28. Oktober 1775 wurden unter der zeremoniellen Leitung des Saarer Abtes Otto Logk von Netky Reliquien des hl. Faustinus – von Papst Pius VI. geschenkt und von dem Franziskaner-Laienbruder Josef aus Rom gebracht – und am 27. August 1780 die des hl. Candidus durch den Welehrader Abt und böhmischen Generalvikar Philipp Zuri feierlich in die Abteikirche übertragen. Außerdem wurden der vielbesuchte Wallfahrtsort St. Anna verschönert und die Bilder des Kreuzwegs erneuert.

Am 20. März 1782 um elf Uhr vormittags wurde dem versammelten Konvent, der Äbtissin und dem Propst Edmund Turner das Aufhebungsdekret Kaiser Josefs II. verlesen und die Abtei in der Folge säkularisiert. Die Zisterzienserinnen mussten das Kloster verlassen und zerstreuten sich. Äbtissin Candida Adler ging mit drei Schwestern (Nepomucena Gritzner, Wallburga Nespešný und Fortunata Riller) nach Polička, den Herkunftsort ihrer Mutter, wo sie in der größten Zurückgezogenheit lebten. Dort starb sie am 27. März 1796 im Alter von 70 Jahren und wurde von dem dortigen Dechanten, bischöflichen Bezirksvikar und Ehrendomherrn der Kathedrale in Königgrätz, Karl Hron von Lichtenberg, beerdigt.

gge, Dez. 2017


Daten:

Prof.: 1752; Abbatissa: el. 24. Sep. 1766.

Literatur:

Feyfar, Mathias Maria: Das ehemalige Cistercienserinen-Stift Frauenthal: (bei Deutschbrod in Böhmen). Nikolsburg: Eigenverlag, 1876.

Zitierempfehlung: Adler, Candida, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 22.12.2017, URL: http://www.zisterzienserlexikon.de/wiki/Adler,_Candida