Aleydis von Schaerbeek

Biographia Cisterciensis – Dictionary of Cistercian Biography online

Aleydis von Schaerbeek

Aleydis von Schaerbeek

Adelheid, Alice de La Cambre

Zisterzienserin der Abtei La Cambre / Ter Kameren; Selige

* um 1215
† 11. Juni 1250 Ter Kameren

Aleydis kam schon als Siebenjährige zur Erziehung ins Kloster Ter Kameren bei Brüssel. Später wurde sie Novizin, legte die Profess ab und wurde, noch sehr jung, Magistra (Priorin).

Mit 22 Jahren entdeckte man, dass sie an Lepra erkrankt war und schloss sie wegen der Ansteckungsgefahr aus der Gemeinschaft aus. Vier Jahre lebte sie als Klausnerin in einer Hütte im Wald, dann in einer Hütte an der Apsis der neu errichteten Klosterkirche, wo sie – versorgt von ihrer leiblichen Schwester Ida – den Rest ihres Lebens verbrachte. Dort starb sie am 11. Juni 1250.

Während ihrer Krankheit hatte Aleydis mehrere mystische Eingebungen, oder, wie es in der Vita heißt: Veritatis lumine corde sic fulgente – Das Licht der Wahrheit erleuchtete ihr Herz.

Aleydis' Lebensbeschreibung »in geschliffenem, manchmal geradezu poetischem Latein« (Mikkers 248) wurde, vermutlich um 1260, von unbekannter Hand verfasst. Die vielen Bezüge auf die Werke Bernhards von Clairvaux und anderer Zisterzienserväter lassen darauf schließen, dass der Autor ein Zisterziensermönch war, wahrscheinlich ihr Beichtvater[1]. Sie zeigt »die charakteristischen Züge der zisterziensischen Theologie und Geistigkeit, die von den Vätern des 12. Jhs. gelehrt und gelebt wurde, in einer sehr liebenswürdigen weiblichen Gestalt verwirklicht« (Mikkers 247).

Aleydis' Festtag ist der 11. Juni, im Zisterzienserorden der 12. Juni, in der Diözese Mechelen der 15. Juni. Ihre Verehrung gestattete Papst Klemens XI. für die italienische Feuillantenkongregation, von dort fand sie 1870 Eingang in das Zisterzienserbrevier. Papst Pius X. erlaubte 1907 den Kult in allen belgischen Diözesen (Waddell 83).

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  1. Martinus Cawley hält Abt Arnulf II. von Villers für den Autor.

Ausgaben:

 
  • Vita Aleydis de Scarenbeke. In: Acta Sanctorum 11. Junii, 471 ff.
  • Königl. Bibliothek Brüssel, Ms 9363, fol. 248–252.
  • Vita B. Aleydis de Scharenbecha Sanctimonialis in Camera S. Mariae. In: Chrysostomus Henriquez: Quinque prudentes virgines, Antwerpen 1630, S. 168–198, jedoch ohne Prolog, mit anderer Kapiteleinteilung und Abweichungen im Text.
  • St Alice the Leper. Latin text of the Vita. Herausgegeben, übersetzt und kommentiert von Martinus Cawley OCSO, Guadalupe Abbey (Lafayette, OR): Guadalupe Translations, 1987.
 

Literatur:

 
  • Cawley, Martinus: The Life of Alice and the Silver Age at Villers. CSQ 31.1 (1996) 51–74.
  • Campion, Eleanor: Bernard and Alice the Leper: An Odor of Life for Some. CSQ 39.2 (2004), S. 127–139.
  • Waddell, Chrysogonus: Alice de la Cambre: regards sur sa vie. CCist 66 (2004) 83–96.
  • Mikkers, Edmund: Aleydis von Schaerbeek: Ikone einer Zisterzienserin, Anmerkungen zu ausgewählten Abschnitten ihrer Vita. CistC 113 (2006), S. 247–262.
  • Müller, Gregor: Die sechs Aleydis des Menologium Cisterciense. CistC 30 (Juli 1918) 129–132. (bes. 129f.).
  • Scholl, Edith: „The Golden Cross: Aleydis of Schaerbeek.“ in Nichols, John A.; Shanks, Lillian Thomas (ed.): Hidden Springs: Cistercian Monastic Women. Bd. I, S. 377–393.
  • Sorentino, Anna Maria: Aleide di Scaerbeck, monaca cistercense del sec XIII. Revista cistercense 13 (1996) 3–20.
 

Zitierempfehlung: Aleydis von Schaerbeek, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 25.7.2011, URL: http://www.biocist.org/wiki/Aleydis_von_Schaerbeek