Barnouin, Bernard

Biographia Cisterciensis – Dictionary of Cistercian Biography online

Bernard Barnouin

Marie-Bernard Barnouin

Wiederbegründer der Abteien Sénanque und Lérins, Begründer der Kongregation von der Unbefleckten Empfängnis (v. Sénanque)

* 18. Okt. 1815 L'Isle-sur-la-Sorgue, Provençe
08. Juni 1888

Marie-Bernard Barnouin, Taufname Léon, geboren 18. Oktober 1815 in L'Isle-sur-la-Sorgue in der Provence als Sohn eines Malers, besuchte das Collège seiner Heimatstadt und trat mit 13 Jahren in das Noviziat der Kapuziner in Saint-Jean-de-Garguier bei Aix-en-Provence ein (fr. Patrice), wurde aber nach zwei Jahren von seinem Vater wegen der Julirevolution 1830 nach L'Isle zurückgerufen (musste auf Drängen seines Vaters das Noviziat abbrechen). Er trat 1833 in das kleine Seminar von Sainte-Garde ein, wechselte 1838 an das Priesterseminar in Avignon und wurde zum Priester geweiht am 10. Juni 1843 in der Kathedrale von Avignon.

Er war dann Kaplan in der Landgemeinde Lapalud bei Saint-Paul-Trois-Châteaux, fühlte sich aber nicht zum Weltpriester berufen und erhielt schließlich nach mehreren Eingaben vom Bischof die Erlaubnis, sich in die Einsiedelei La Cavalerie bei Manosque zurückzuziehen. Dort lebte er mit einer Gruppe Gleichgesinnter von der Landwirtschaft, entdeckte die Benediktsregel und nahm den Namen Père Marie-Benoît an.

Da die Eigentümer von La Cavalerie nicht verkaufen wollten, erwarb Barnouin 1854 die in der Revolution 1791 aufgehobene alte Zisterzienserabtei Sénanque, von wo aus er weitere Klöster wiederbesiedelte oder neu gründete: 1858 Fontfroide, 1863 La Garde-Dieu (1865 aufgegeben), 1864 Hautecombe und Ségriès, 1869 Lérins, das 1872 zum Hauptkloster der Kongregation wurde; auch Frauenklöster kamen dazu: 1865 Salagon, 1866 Reillane.

Sein Noviziat als Zisterzienser absolvierte Père Marie-Bernard, wie er sich nun nannte, in der römischen Abtei Santa Croce in Gerusalemme. Seit dem 5. Oktober 1857 trug er den Habit der Zisterzienser und legte mit Dispens bereits am 28. Dezember 1857 seine Ordensprofess ab[1]. Bischof Dubreil von Vannes weihte Barnouin am 3. Mai 1869 in Sénanque zum Abt. 1873 verlegte Barnouin seinen Sitz nach Lérins.

1858 wurde der neu entstandene Klosterverband der Zisterzienserkongregation vom hl. Bernhard in Italien, und somit dem Zisterzienserorden, affiliiert und mit Datum 24. August 1867 als selbständige Kongregation errichtet. Papst Leo XIII. bestätigte die Kongregation und ihre Konstitutionen endgültig mit Datum vom 12. März 1892.

gge

  1. Eberl, Zisterzienser, 2002, S. 493.

Genealogie:

V.: François-Patrice Barnouin, Maler; M.: Marie Pelet.

Daten:

Sac.: 10. Juni 1843; Vest.: 5. Okt. 1857; Prof.: 28. Dez. 1857; Abbas: ben. 3. Mai 1869.

Literatur:

Redon, [François-Xavier]: Dom Marie Bernard ; Abbé De Lérins. Lérins: Eigenverlag, 1907. · Oury, Guy-Marie: Un Homme De Foi ; Dom Marie-Bernard Barnouin, restaurateur des abbayes de Senanque et de Lérins. Chambray : Éd. CLD, [1983]. · Gervais, Jean-Marie: « La congrégation cistercienne de l'Immaculée Conception. » in: Liens Cisterciens 7 (2004) S. 3–8 und 8 (2005) S. 3–7.

Zitierempfehlung: Barnouin, Bernard, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 3.1.2016, URL: http://www.zisterzienserlexikon.de/wiki/Barnouin,_Bernard