Bauch, Ludwig

Biographia Cisterciensis – Dictionary of Cistercian Biography online

Ludwig Bauch

Ludwig Bauch

Abt des Zisterzienserklosters Leubus in Schlesien 1696–1729

* 1653 Oberhannsdorf [Jaszkowa Górna, Polen]
† 17. Sep. 1729 Leubus, Niederschlesien [Lubiąż, Polen]

Ludovicus Bauch wurde 1653 in Oberhannsdorf bei Neurode in der Grafschaft Glatz geboren. Er trat am 3. Juli 1676 in die Zisterzienserabtei Leubus ein, legte am 15. August 1677 die Profess ab und wurde an Pfingsten 1681 Priester. Danach war er Theologieprofessor im Kloster. Am 1. August 1696 wurde er in Anwesenheit der Äbte Bernhard Rosa von Grüssau (Generalvikar), Augustin Neudeck von Kamenz und Heinrich Kahlert von Heinrichau zum Abt gewählt und 1699 von Generalabt Nicolas Larcher in Cîteaux, wohin er zum Generalkapitel gereist war, infuliert. Von 1702 bis 1728 war er auch Generalvikar der schlesischen Ordensprovinz.

Während seiner Regierungszeit erlebte die Abtei Leubus ihre barocke Hochblüte. Das von seinem Vorgänger Balthasar Nitsche begonnene monumentale neue Konventgebäude („schlesischer Escorial“) wurde fertiggestellt, dazu Beamtenhäuser, Ställe, das Brauhaus, Scheunen und das Krankenhaus gebaut, außerdem die St. Jacobs-Begräbniskirche auf dem Klosterplatz. In Heidersdorf, Neuhof, Elendt und Schlauphof wurden die schlossartigen Residenzen fast ganz neu erbaut und ein Haus in Liegnitz (Propstei zu St. Johann) angekauft. Für 134.000 Taler kaufte er ehemalige Leubuser Besitzteile zurück, bes. Pombsen und Seitendorf, und erstritt das Präsentations- und Patronatsrecht in Röchlitz [Rokitnica] bei Liegnitz zurück.[1] Die Kirchtürme in Leubus und die Kirchen in Loschwitz, Schmorgau, Wilken, Tiemendorf und Heidersdorf sind ebenso das Werk dieses baufreudigen Abtes.

Prälat Ludwig starb im 76. Lebensjahr, am 17. September 1729, nachdem er auf das Generalvikariat schon 1728 verzichtet hatte. Sein Nachfolger wurde Dominikus Süßmuth, auch er Theologieprofessor, dem er eine beträchtliche Summe Bargeld hinterließ.

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  1. Jedoch musste der dorthin abgeordnete P. Gabriel infolge der Altranstädter Konvention vom 1. September 1707 wieder einem protestantischen Geistlichen weichen.

Daten:

Vest.: 3. Juli 1676; Prof.: 15. Aug. 1677; Sac.: Pfingsten 1681; Abbas: el. 1. Aug. 1696, ben. 1699.

Literatur:

Wintera, Laurentius: Leubus in Schlesien, in: Studien und Mitteilungen zur Geschichte des Benediktiner-Ordens und seiner Zweige 25 (1904) S. 502–514, 676–697, hier: 691 · Grüger, Heinrich: Schlesisches Klosterbuch: Leubus, in: Jahrbuch der Schlesischen Friedrich-Wilhelms-Universität zu Breslau, Band 22, 1981, S. 1–32.

Zitierempfehlung: Bauch, Ludwig, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 17.12.2016, URL: http://www.zisterzienserlexikon.de/wiki/Bauch,_Ludwig