Benz, Bernard

Biographia Cisterciensis – Dictionary of Cistercian Biography online

Bernard Benz

Bernard Benz OCSO

7. Abt von Ölenberg 1951–1954

* 23. Sep. 1917 Basel
09. Juli 1996 Basel

Bernard Benz, Taufname Arnold, wurde am 23. September 1917 in Basel geboren (Bürgerort: Marbach SG). Nach der Schulzeit am Gymnasium in Basel und dem Jesuitenkolleg Stella Matutina in Feldkirch absolvierte er eine kaufmännische Ausbildung an der Handelsschule in Basel. Kurz vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs trat er in die Zisterzienserabtei strengerer Observanz Ölenberg ein (4. Juli 1939) und wurde am 6. August 1939 als fr. Bernardus eingekleidet. Seine Eltern starben während der Kriegsjahre.

Am Hochfest Mariä Himmelfahrt 1941 legte er die einfache und am selben Tag 1944 die feierliche Profess ab. Am 16. Juli 1947 weihte ihn Bischof Weber in Straßburg zum Priester. Abt Petrus Wacker übertrug ihm wegen seiner kaufmännischen Kenntnisse die Leitung der neuerworbenen Mühle. Aus dieser Position heraus wurde er nach dem plötzlichen Tod seines Vorgängers Robert Laverdure am 17. Juli 1951 zum jüngsten Abt Europas gewählt und am 1. August 1951, dem Tag der schweizerischen Bundesfeier, in der alten Jesuitenkirche in Ölenberg benediziert. Anlässlich der Pontifikalprimiz am Bernhardsfest 1951 (20. Aug.) verlieh ihm die Gemeinde Reiningen/Reiningue die Ehrenbürgerschaft.

Abt Bernards vordringlichste Aufgabe war neben der Fertigstellung der restlichen Gebäude die finanzielle Sanierung der hochverschuldeten und in ihrem Bestand gefährdeten Abtei, was ihm – u.a. mit Hilfe des Bistums Straßburg und der Ordensleitung, die eine Sammelaktion veranstalteten – durch geeignete Maßnahmen (Hebung der Einnahmen, Schaffung neuer Einnahmequellen, Einstellung geeigneten Personals) langsam auch gelang. Der ebenfalls drängende Personalmangel wurde durch den Zuzug von acht Chorreligiosen und zwei Konversbrüdern aus der niederländischen Abtei Zundert behoben. Dazu kamen die Verhandlungen um das nach dem Tod Abt Gregor Eisvogels verwaiste Tochterkloster Engelszell, dessen Übernahme durch den Exilabt Bonaventura Diamant mit seinem aus Mariastern in Bosnien vertriebenen Konvent er verhinderte (1951)[1], und Maria Veen, das auf Beschluss des Generalkapitels an die Mariannhiller Missionare übergeben wurde (1952).

Herausragende Ereignisse im Kloster waren die Achthundertjahrfeier des Ordensgründers Bernhard von Clairvaux, dessen Schädelreliquie Ölenberg am 26./27. September 1953 beherbergte, und die Neunhundertjahrfeier des Elsässer Papstes Leo IX. in Eigisheim und Ölenberg. Mit der Altar- und Orgelweihe durch Bischof Weber am Kirchweihfest (22. Okt. 1952) konnte der Wiederaufbau der Abteikirche abgeschlossen werden. Anlässlich der regulären Visitation durch Abt Robert Pierre von Acey, weihte dieser den Bernardusaltar, während Dom Bernard den Benediktusaltar konsekrierte. Am Neujahrstag 1952 starb Altabt Petrus Wacker und wurde am 4. Januar 1952 beerdigt.

Schon lange sehr krank[2] – schon an der Benediktionsfeier des Abtes Benno Stumpf in Engelszell am 16. Juli 1953 hatte Dom Bernardus nicht teilnehmen können – bat er am 12. September 1954 das Generalkapitel um seine Entpflichtung, die auch gewährt wurde. Nach seinem Rücktritt übernahm er bis 1960 wieder die Leitung der Mühle. Von 1960 bis 1980 war er Krankenhausseelsorger in der Clinique Ste. Barbe in Straßburg und von 1980 bis 1993 Spiritual des Zisterzienserinnenklosters Frauenthal in der Schweiz. Seine letzten Lebensjahre verbrachte er im Vinzentianum in Basel.

Er starb am 9. Juli 1996 und wurde am 15. Juli 1996 in Ölenberg beigesetzt

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  1. Engelszell wäre Ölenberg als Tochterkloster verloren gegangen, da Mariastern eine Tochter von Mariawald ist.
  2. Er hatte eine angeborene Stoffwechselstörung (Propst).

Daten:

Vest.: 6. Aug. 1939; Prof.: 15. Aug. 1941, 15. Aug 1944; Sac.: 16. Juli 1947; Abbas: el. 17. Juli 1951, ben. 1. Aug. 1951 (Bf. Weber), res. 12. Sep. 1954; Dev.: In caritate non ficta.

Literatur:

Dom M. Bernardus Benz (1951–1954), in: Stintzi, Paul: Oelenberg. 900 Jahre Geschichte der Abtei (1046–1954), (Alsatica Monastica 4), Westmalle 1962, S. 219–231 · Abschied von Freunden. Abt Marie-Bernard Benz OCSO, in Propst, Charles: Unterwegs als Neurochirurg. Stein am Rhein: Christiana, ³1998, S. 350–351 · Sterbebild.

Zitierempfehlung: Benz, Bernard, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 1.2.2015, URL: http://www.zisterzienserlexikon.de/wiki/Benz,_Bernard