Berthold von Urach

Biographia Cisterciensis – Dictionary of Cistercian Biography online

Berthold von Urach

Berthold von Urach

Berthold von Zähringen

Abt der Zisterzienserklöster Tennenbach, Lützel und Salem

† 8. August 1241 (1242?)

Berthold war der Sohn Graf Eginos IV. von Urach (1180–1230), Bruder des Grafen Egino V. (1230–1236/37) und des Zisterzienserabts, Kardinalbischofs und Kardinallegaten Konrad von Urach (†1227). Mittelalterliche Quellen berichten von einem Gelübde, das die Brüder Konrad und Berthold in Köln im Jahr 1198 beschworen hatten, um Mönche zu werden. Berthold wurde 1207 in der Nachfolge Konrads von Zeiningen (1184–1207) Abt des Zisterzienserklosters Tennenbach am Rand des Schwarzwalds.

Mit Berthold hatte damit ein Neffe des Zähringerherzogs Bertholds V. (1186–1218) die Klosterleitung inne, doch standen sich beide – der klösterlichen Überlieferung zufolge – feindlich gegenüber, so dass sich Tennenbach wiederholt der Übergriffe des Herzogs zu erwehren hatte. Das Bemühen Bertholds V. um Einflussnahme auf die Mönchsgemeinschaft war indes vergeblich. Als Klosterleiter erlangte Berthold von Urach hingegen von Papst Innozenz III. (1198–1216) zum 6. November 1209 eine Bestätigung der Rechte und Besitzungen der Zisterze; Diplome der staufischen Könige Philipp von Schwaben (1198–1208) und Friedrich II. (1198/1212–1250) für Tennenbach datieren auf die Jahre 1207, 1210, 1214, 1216, 1218 und 1219 und betreffen u.a. Besitzbestätigungen und den Königsschutz (1214). Nachfolger Bertholds in Tennenbach wurde Rudolf von Zähringen (1226–1256).

Ab 1221 oder 1223 ist Berthold als Abt des elsässischen Zisterzienserklosters Lützel bezeugt. Über sein Wirken dort ist wenig bekannt; Berthold war im Jahr 1224 Empfänger eines Privilegs Papst Honorius III. (1216–1227) und einer Urkunde König Heinrichs (VII., 1220–1235) für die Lützeler Mönchsgemeinschaft.

Nur kurz, in den Jahren 1240 und 1241, hatte Berthold von Urach die Leitung des bedeutenden Zisterzienserklosters Salem (Mutterkloster von Tennebach) inne. Berthold prägte daher in der Nachfolge Abt Eberhards von Rohrdorf (1191–1240) die dortige Mönchsgemeinschaft kaum. Einige Urkunden, überliefert im Codex Diplomaticus Salemitanus, können aber der Amtszeit Bertholds zugeordnet werden, u.a. die Überlassung von zwei Wiesen an Salem durch das Benediktinerkloster Reichenau (1240). Eine Urkunde vom Oktober 1241 nennt dann Bertholds Nachfolger Abt Eberhard II. (1241–1276).

Späterer Memorialüberlieferung zufolge ist Berthold am 8. August 1241 (1242?) verstorben.

Michael Buhlmann


Literatur:

Helvetia sacra. Abt. III: Die Orden mit der Benediktinerregel, Bd. 3: Die Zisterzienser und Zisterzienserinnen, die reformierten Bernhardinerinnen, die Trappisten und Trappistinnen und die Wilhelmiten in der Schweiz, hg. v. Cécile Sommer-Ramer u. Patrick Braun, Bern 1982, Tl. 1: S. 297, 353 · Mezler, Gallus: Series abbatum monasterii ad S. Georgium pro tempore Villingae in Hercynia Silva, in: Mayer, J.G. (Hg.): Monumenta historica-chronologica monastica collecta, Tl.3: Die Äbte der Klöster Thennenbach und St. Georgen, in: FDA 15 (1882), S.225-246, hier: S. 228f.

Normdaten:

GND: 136149405 · BEACON-Findbuch · CERL: cnp01150441

Zitierempfehlung: Berthold von Urach, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 20.11.2014, URL: http://www.zisterzienserlexikon.de/wiki/Berthold_von_Urach