Claude de Bonnay
Abt der Zisterzienserabtei Sept-Fons 1602–1649
* um 1586 (err.)
† 6. Okt. 1649
Jean Claude de Bonnay war ein Sohn des François de Bonnay de Vomas (Vaumas), und der Marie de Damas d’Anlezy. Sein Vater war Kammerherr (gentilhomme ordinaire) König Heinrichs IV. und Kommandant eines Truppenkontingents („Cent hommes“).
Marie de Damas widmete sich mit großem Eifer dem Erhalt und dem Gedeihen von Sept-Fons, möglicherweise wegen der langjährigen Verbindungen ihrer eigenen Familie zur Abtei, der Anwesenheit von Dom Antoine de Bonnay (dem jüngeren Bruder ihres Mannes und einem der ersten Mönche der Gemeinschaft) oder weil sie ihrem jüngeren und für eine kirchliche Karriere vorgesehenen Sohn eine Pfründe sichern wollte. Ihr Ehemann, ein angesehener und der königlichen Sache ergebener Offizier, erwirkte mühelos die Aufsicht über die wirtschaftlichen Angelegenheiten der Abtei, um zu verhindern, dass sie – wie so viele französische Klöster dieser Zeit – in Kommende fiel, d. h. unter die Verwaltung eines weltlichen oder nicht im Kloster residierenden geistlichen Inhabers gestellt wurde. Unmittelbar nach dem Tod des Abtes Pierre Voisin 1602 sicherte Frau von Damas ihrem noch minderjährigen Sohn die Pfründe als regulärer Abt von Notre-Dame de Sept-Fons.
Claude de Bonnay studierte Theologie in Rom. 1606 legte er die Profess in die Hände des Abtes von Sant’Ambrogio di Milano als Präses der Kongregation des Heiligen Bernhard in Italien ab und erhielt die Benediktion. Er schickte seine Bestätigungsurkunde nach Rom und ließ die Abtei durch einen Vertreter (Prokurator) in Besitz nehmen.
Schon in den ersten Jahren seiner Amtszeit erwarb sich Claude de Bonnay, der seit dem 7. September 1607 ununterbrochen in der Abtei residierte, innerhalb des Ordens einen Ruf für seine Weisheit und seine strenge Einhaltung der Ordensregel. Die Abtei erweckte er zu neuem Leben und führte sie zu ihrem früheren Wohlstand zurück, u.a. indem er 1610 den dem Kloster verlorengegangenen Pachthof zurückerlangen konnte und auf dem klösterlichen Grundbesitz bei Bourbon-Lancy eine Weinpresse errichten ließ. Das Generalkapitel bestellte ihn 1618 zum Visitator (Vicarius) der Provinz Auvergne und übertrug ihm 1623 das Amt des Generalprokurators des Zisterzienserordens beim Parlement in Paris für ganz Frankreich[1]; damit zählte Bonnay zu den bedeutendsten Äbten seiner Zeit. Als Generalprokurator trat er die Nachfolge von Denis Largentier an, der dieses Amt bis 1621 innegehabt hatte.
Sein Wirken beschränkte sich jedoch nicht auf das Äußere; er verschönerte die Kirche und weihte dort einen Altar zu Ehren der 1622 heiliggesprochenen Teresa von Ávila. Am 4. August 1629 verlor er seine Mutter. Mit Zustimmung der Mönche ließ er ihr in ebenjener Kapelle der heiligen Teresa ein Grabmal (Epitaph) errichten. Er selbst starb zwanzig Jahre später, am 6. Oktober 1649, im Alter von dreiundsechzig Jahren, und wurde im Chor der Abteikirche, dem Hochaltar zugewandt, bestattet. Die Gallia christiana überliefert seine Grabinschrift. Sein Nachfolger wurde Pierre Bouchu.
gge, Juli 2026
- ↑ Canivez, Joseph-Marie (Hg.): Statuta Capitulorum Generalium Ordinis Cisterciensis ab anno 1116 ad annum 1786. Louvain. 7 (1939) 1546–1786, S. 341, 355. Bonnays erste Teilnahme am Generalkapitel ist für das Jahr 1609 belegt (Canivez S. 267).
Literatur:
F.B. (d.i. Benoît Sicard): Sept-Fons. Étude historique sur l'abbaye de N.-D. de Saint-Lieu Sept-Fons … Par un religieux de ce monastère. Frankreich, Imp. A. Ducroux, 1875, S. 52ff. · Bonney, Charles L.: The Bonney Family. Chicago, 1893, S. 149.Vorlage:Page.name: Bonnay, Claude de OCist († 1649) – Biographia Cisterciensis
