Borroni, Armanda

Biographia Cisterciensis – Dictionary of Cistercian Biography online

Armanda Borroni

Armanda Borroni OCSO

Äbtissin des Klosters Grottaferrata/Vitorchiano 1959–1964

* 17. Aug. 1893 Mailand
05. Sep. 1973 Vitorchiano

Armanda Borroni, Taufname Enrica, wurde 1893 in Mailand als Tochter von wohlhabenden Landbesitzern geboren. Ihre Eltern Giovanni Borroni und Teresa Cammasio lebten in einer Villa in Seveso in Brianza. Als Kind erkrankte sie an Kinderlähmung (Polio), was eine Gehbehinderung zur Folge hatte. Sie besuchte das Gymnasium und studierte Musik am Konservatorium.

Ihr wenige Jahre älterer Halbbruder Luigi Brivio, Sohn der ersten Ehe ihrer Mutter, war zunächst Mitglied des Hospitalordens der Barmherzigen Brüder vom hl. Johannes von Gott (Fatebenefratelli), trat aber 1927 in die Zisterzienserabtei strengerer Observanz Maguzzano in der Provinz Brescia ein, die 1905 nach der Schließung des Klosters Staouéli in Algerien gegründet worden war. Als diese 1935 aufgegeben wurde, kam er nach Acey in Frankreich, wo er 1969 starb. Über ihn kam Enrica Borroni in Magguzzano in Kontakt mit den Trappisten und bat im Juli 1934, nach dem Tod des Vaters, um Aufnahme in die Abtei Grottaferrata in Rom, deren Äbtissin damals M. Pia Gullini war.

Am 5. November 1934 trat sie im Alter von 41 Jahren in das Kloster ein, wurde am 12. Mai des folgenden Jahres als Sr. Armanda (zu Ehren des Reformators Armand-Jean de Rancé) eingekleidet und legte am 13. November 1936 die einfachen Gelübde ab. Die feierliche Profess folgte am 13. November 1939. Ein Jahr danach wurde sie zur Priorin, später auch zur Cellerarin (Ökonomin) bestellt. Als solche hatte sie wesentlichen Anteil an der Planung und dem Bau eines neuen Klosters in Vitorchiano bei Viterbo (80 Kilometer nördlich von Rom) und der Verlegung des Konvents dorthin, der 1957 unter der Leitung von Äbtissin Immacolata Tiraboschi erfolgte. Nach deren krankheitsbedingtem Rücktritt wurde sie am 22. Oktober 1958 zur kommissarischen Oberin und am 21. November des folgenden Jahres zur Äbtissin gewählt. Als solche nahm sie im selben Jahr 1959 an einem Treffen der Äbtissinnen in Cîteaux teil, das ihrer gesamten verbleibenden Amtszeit wichtige Impulse gab.

Die am 16. Mai 1960 von Abt Domenico Turco von Tre Fontane durchgeführte Visitation ergab einen Personalstand von 73 Personen, von denen 33 noch in Ausbildung waren. Sieben junge Professschwestern, später noch drei weitere, konnte sie zur weiteren Ausbildung und personellen Unterstützung in das Kloster Maubec in Frankreich schicken, was der damalige Generalabt und ehemalige Abt von Aiguebelle, Ignace Gillet, in einem Dankschreiben anlässlich ihrer Amtsniederlegung 1964 ausdrücklich würdigt. Sie habe damit zwei Klöster unterstützt und erhalten.

M. Armandas Gesundheit verschlechterte sich nach ihrem Rücktritt 1964 immer mehr. Ihre letzten Lebensjahre musste sie auf der Krankenstation verbringen, wo sie am 5. September 1973 starb.

gge, Mai 2018


Daten:

Vest.: 12. Mai 1935; Prof.: 13. Nov. 1936, 13. Nov. 1939; Abbatissa: el. 21. Nov. 1959, res. 26. Sep. 1964.

Q.:

Monastero Trappiste Vitorchiano.

Zitierempfehlung: Borroni, Armanda, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 3.5.2018, URL: http://www.zisterzienserlexikon.de/wiki/Borroni,_Armanda