Botegal, Romano

Biographia Cisterciensis – Dictionary of Cistercian Biography online

Romano Botegal OCSO

Romano Botegal OCSO

Zisterzienser der Abtei Tre Fontane, Eremit im Libanon

* 28. Dez. 1921 San Donato de Lamon, Italien
† 19. Feb. 1978 Beirut, Libanon

Romano Botegal wurde am 28. Dezember 1921 in San Donato de Lamon in der italienischen Provinz Belluno geboren und wuchs in einfachen Verhältnissen auf. Sein Vater emigrierte nach Australien und nahm die beiden älteren Söhne mit sich. Romano trat im Alter von zwölf Jahren in das kleine Seminar in Feltre ein und legte mit siebzehn ein privates Keuschheitsgelübde ab. Danach besuchte er das Priesterseminar in Belluno, dessen Vizerektor damals Albino Luciani, der spätere Papst Johannes Paul I., war. Am 29. Juni 1946 wurde er zum Priester geweiht und trat am 15. August 1946 in die Zisterzienserabtei strengerer Observanz („Trappisten“) Tre Fontane in Rom ein. Im September 1951 legte er dort die feierliche Profess ab und übernahm in den folgenden Jahren verschiedene Aufgaben, u.a. Prior, Novizenmeister und Kantor. 1953 erwarb er an der Universität Gregoriana in Rom ein Lizentiat in Theologie.

Als der Abt von Latrun in Palästina 1961 Freiwillige für eine Gründung im maronitischen Ritus im Libanon suchte, meldete sich Botega, reiste dorthin und studierte orientalische Sprachen und orthodoxe Liturgie. Nachdem das Generalkapitel das libanesische Experiment 1963 beendet hatte, kehrte Botegal im Dezember 1963 nach Rom zurück und erhielt er von seinem Abt (Domenico Turco) die Erlaubnis, ein eremitisches Leben auf dem Klostergelände zu führen. Als 1964 Thomas Gondal Oberer von Tre Fontane wurde und die Erlaubnis widerrufen wollte, wandte sich Botega an den hl. Stuhl und erhielt (ad nutum) die Genehmigung für einen dauerhaften Aufenthalt als Eremit im Libanon.

Botegal reiste wieder in den Libanon, stellte sich unter die Aufsicht des melkitischen Bischofs von Baalbek und ließ sich in Jabbouleh nieder, einem Schrein auf bischöflichem Grundbesitz. Dort lebte er in großer Einfachheit, oft ohne die nötigsten Dinge zum Leben, wie Nahrungsmittel und Feuerholz, zu haben. Botegals entbehrungsreiches und einfaches, aber offenbar glückliches Leben als christlicher Eremit im muslimischen Umfeld beeindruckte alle Besucher, die zu ihm kamen. Er starb am 19. Februar 1978 im Ruf der Heiligkeit an den Folgen der Tuberkulose und der Auszehrung im General Hospital in Beirut.

Das Generalkapitel der Zisterzienser der strengeren Observanz leitete 1999 den Seligsprechungsprozess ein. Papst Franziskus erklärte Botegal am 9. Dezember 2013 zum Verehrungswürdigen Diener Gottes.

gge


Literatur:

Tescari, Maria Augusta: Padre Romano Bottegal: L'eremita missionario. Velar – elledici, 2011 · Zaffi, Maria Cecilia: L’eremita missionario: Romano Bottegal: dalla trappa di Roma alle pietre del Libano. San Paolo, 2004 · Deogratias, M.C.: Testimone nello spirito: padre Romano Bottegal. EMI, 1996 · Mastel, Bortolo: L'eremita del Libano: P.Romano Bottegal 1921–1978. Ed. Carroccio, 1987.

Zitierempfehlung: Botegal, Romano, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 28.8.2015, URL: http://www.zisterzienserlexikon.de/wiki/Botegal,_Romano