Brandt, Friedrich (Himmerod)

Biographia Cisterciensis – Dictionary of Cistercian Biography online

Friedrich Brandt

Friedrich Brandt

43. Abt des Klosters Himmerod 1647–1654

† 27. Juni 1654 Himmerod, Großlittgen

Friedrich Brandt aus Kyllburg legte am 23. Mai 1628 in der Zisterzienserabtei Himmerod die Profess ab und wurde dann 1640 Subprior und 1644 Prior. Am 19. September 1647 wurde er als Nachfolger des verstorbenen Matthias Glabus unter Vorsitz der Äbte Johannes Blanckenberg von Altenberg und Johannes Wittig von Marienstatt zum Abt gewählt; als erzbischöflicher Kommissar fungierte der Scholaster Johannes Milauer von St. Simeon in Trier. Nach der erzbischöflichen Bestätigung (12. Okt.) erteilte ihm Weihbischof Otto von Senheim unter Assistenz der Benediktineräbte von St. Marien-Trier und Mettlach die Benediktion. Von Vaterabt Claude Largentier von Clairvaux wurde er am 16. Januar 1648 bestätigt.

Bei Brandts Regierungsantritt war das Kloster mit über 2000 Gulden verschuldet. Abwechselnd saugten bald freundliche, bald feindliche Truppen das Trierer Land aus. 1649/50 wurde Himmerod so gründlich geplündert, dass den Mönchen weder Kleidung noch Nahrungsmittel blieben; von den in den umliegenden Wäldern versteckten Bauern mussten sie sich Brot erbetteln, damit sie nicht verhungerten. Der angerichtete Schaden betrug 8000 Reichstaler. Da auch die Höfe infolge fortwährender Beraubungen keine Erträge mehr liefern konnten, sah sich Abt Friedrich gezwungen, zehn Konventualen auf andere Klöster zu verteilen (drei nach St- Matthias in Trier, zwei nach St. Lambert bei Lüttich, andere nach Altenberg, Heisterbach und Freistroff); erst 1653 konnten sie zurückkehren. Die in Himmerod zurückgebliebenen Mönche wurden am 21. Dezember von den lothringischen Truppen nochmals völlig ausgeraubt; sie retteten mit knapper Not ihr Leben durch Flucht auf den Kirchenspeicher.

Abt Friedrich starb am 27. Juni 1654 und wurde im Kapitelsaal begraben.

gge, Mai 2018


Daten:

Prof.: 23. Mai 1628; Abbas: el. 19. Sep. 1647.

Literatur:

Schneider, Ambrosius: Die Cistercienserabtei Himmerod von der Renaissance bis zur Auflösung 1511–1802. Köln: Wienand, 1976, S. 12 · Ders.: Die Äbte der Cistercienserabtei Himmerod, in: Archiv für mittelrheinische Kirchengeschichte 12 (1960), S. 53–74, hier: S. 68–69.

Zitierempfehlung: Brandt, Friedrich (Himmerod), in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 26.5.2018, URL: http://www.zisterzienserlexikon.de/wiki/Brandt,_Friedrich_(Himmerod)