Brasil, Malachy

Biographia Cisterciensis – Dictionary of Cistercian Biography online

Malachy Brasil OCSO

Malachy Brasil OCSO

Zisterzienser der strengeren Observanz; Abt von Mount Saint Bernard 1933–1959

* 02. Feb. 1883 Cullane, Ballylanders, Co. Limerick, Irland
† 28. Juli 1965 Edinburgh, Schottland

Thomas Brasil wurde 1883 in Cullane, Gemeinde Ballylanders, als Sohn wohlhabender Bauern geboren. Seine Eltern waren William Brasil und Mary Murphy. Die Familie hatte mehrere Kinder, von denen vier, zwei Jungen und zwei Mädchen, das Erwachsenenalter erreichten. Thomas besuchte ein Jahr lang das St. Patrick’s College in Thurles, wechselte dann aber nach Mount Melleray. Dort studierte er zwei Jahre Philosophie und bat dann in der Zisterzienserabtei strengerer Observanz in Roscrea (Mount St. Joseph) um Aufnahme. Im August 1905 in das Noviziat aufgenommen, wurde er am 15. Oktober d.J. eingekleidet und legte – noch als Novize – an Allerheiligen die zeitlichen Gelübde ab.

Vom Herbst 1910 an unterrichtete er Latein am Abteigymnasium, 1912 wurde er in der Kapelle des All Hallow’s College in Dublin zum Priester geweiht. 1915 zum Subprior ernannt, gab er die Unterrichtstätigkeit auf. 1916/17 wurde er zusätzlich Brüdermagister, 1920 auch noch Novizenmeister der Chornovizen und 1922 schließlich Prior. Das Amt des Novizenmeisters behielt er auch als Prior bei. Als 1933 der Abt von Mount St. Bernard, Dom Celsus O’Connell, auf den Abtstuhl von Mount Melleray wechselte, wurde Prior Malachy Brasil zu seinem Nachfolger in Mount St. Bernard postuliert. Dom Malachy nahm die überraschende Wahl an, verließ das irische Roscrea und ging nach Mount St. Bernard in Leicestershire, England. Dort erhielt er am Festtag Unserer Lieben Frau auf dem Berge Karmel (16. Juli 1933) aus der Hand des Bischofs John McNulty die Benediktion.

Abt Malachy lebte sich in Mount Saint Bernard gut ein; er nahm später sogar die britische Staatsbürgerschaft an. Er ließ die Abteikirche auf das Doppelte vergrößern (1935–1939) und einige weitere Anbauten, u.a. am Gästehaus, vornehmen. Auch personell erlebte die Abtei während seiner Regierung eine Blütezeit. Die zahlreichen Neueintritte nach dem Zweiten Weltkrieg führten zu einem seitdem nicht wieder erreichten Höchststand, der 1963/64 die Gründung eines Tochterklosters in Bamenda, Kamerun, ermöglichte (1976 Abtei).

Abt Malachy legte sein Amt 1959 nieder und ging nach Nunraw (Sancta Maria Abbey) in Schottland, wo er noch mehrere Jahre als Magister der Studenten wirkte. Er starb 1965 im St. Raphael's Hospital in Edinburgh und wurde auf dem (alten) Klosterfriedhof Nunraw beigesetzt. An seiner Beerdigung nahmen sowohl der Generalabt Ignace Gillet als auch dessen Stellvertreter Ambrose Southey teil.

gge


Daten:

Vest.: 15. Aug. 1905; Prof.: 1. Nov. 1905, 28. Dez. 1910; Sac.: 23. Juni 1911 (Bf. Patrick Morrisroe v. Achonry); Abbas: el. 24. Mai 1933, res. 1959.

Q.:

Nachruf in The Tablet v. 7. August 1965, S. 18 (John Morson OCR), Profil

Zitierempfehlung: Brasil, Malachy, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 14.3.2014, URL: http://www.zisterzienserlexikon.de/wiki/Brasil,_Malachy