Briffault, Claude

Biographia Cisterciensis – Dictionary of Cistercian Biography online

Claude Briffault

Claude Briffault

Abt des Zisterzienserklosters Morimond 1620–1662

† 1662/65

Claude Briffault stammte aus einer angesehenen Familie des Bassigny und war ein Neffe des Abtes Claude Masson (Sohn seiner Schwester). Er trat in die Abtei Morimond ein, wurde Professor der Theologie und 1614 Prior von Droiteval (bis 1621).

Seit dem 22. Januar 1619 Koadjutor seines Onkels (Bulle vom 5. Februar 1619), nahm er nach dessen Tod die Abtei am 14. Mai 1620 in Besitz und wurde am 19. Juni 1622 von Generalabt Nicolas Boucherat benediziert. König Ludwig XIII. ernannte ihn mit Schreiben aus dem Lager von Montauban vom 20. August 1621 zum königlichen Almosenier und Rat und verwendete ihn in der Folge in mehreren wichtigen Angelegenheiten[1].

Briffaults Regierung war lang, aber unruhig wegen der Schicksalsschläge, die Morimond fast ein halbes Jahrhundert lang heimsuchten. Besonders am Herzen lag ihm die Wiedergewinnung des Priorats Calatrava in Spanien. Um dem Jurisdiktionsstreit mit der spanischen Krone ein Ende zu machen, verzichtete er auf die Ernennung eines französischen Priors und schlug den Kastilier Chrysostomus Henriquez, nach dessen Tod 1632 den Theologieprofessor Angelus Manrique vor, der das Amt aber aus politischen Gründen nicht annahm.

Während des Dreißigjährigen Krieges geriet Morimond zwischen die Fronten der Kriegsparteien und wurde von den Truppen verschiedener Herren heimgesucht. 1636 wurde die Abtei von den Soldaten des lothringischen Feldherrn Clinchamp geplündert und verwüstet, mehrere Mönche kamen um. Bald danach folgten die Truppen des kaiserlichen Generals Gallas. Ein Großteil des Klosters und der umliegenden Wirtschaftsgebäude wurden niedergebrannt. Die Mönche retteten sich zunächst nach Langres, wo sie mehrere Jahre blieben, ein Teil auch in andere Klöster des Ordens. Auch Abt Briffault hielt sich in Langres auf, wie aus einem Brief an den Ordenshistoriker Gaspar Jongelincx vom 11. April 1639 hervorgeht. Erst 1642/43 kehrten die Mönche aus allen Winkeln Frankreichs zu den Ruinen ihres Klosters zurück, wurden aber noch einige Jahre mit Einquartierungen belastet. Erst nachdem der Friede wieder eingekehrt war, konnte man mit Unterstützung der Könige von Frankreich und Polen mit dem Wiederaufbau beginnen.

Briffault starb 1662[2] oder 1665[3] inmitten großer Schwierigkeiten („au milieu de beaucoup d’embarras“). Nach seinem Tod wurde die Abtei bis zur Wahl des Nachfolgers François de Machaut 1667 im Auftrag des Generalabts durch den Abt von Vaux-la-Douce (Dulcis Vallis) verwaltet.

gge, August 2017

  1. So Dubois, ohne sie näher zu nennen.
  2. nach Louis Meschet: Le véritable gouvernement de l'Ordre de Cisteaux, Paris 1678, S. 524.
  3. Gallia christiana unter Berufung auf Edmond Martène.

Daten:

Coadiutor: 22. Jan. 1619; Abbas: 14. Mai 1620, ben. 19. Juni 1622.

Literatur:

Du Tems, Hugues: Le clergé de France, Band 4. Paris: Brunet, 1775, S. 553 · Dubois, Louis: Histoire de l'abbaye de Morimond (diocèse de Langres): quatrième fille de Citeaux. Paris: Sagnier et Bray, 1851, S. 382–392 · Gallia Christiana, tomus quartus, Paris: Typographia Regia, 1728, Sp. 823.

Zitierempfehlung: Briffault, Claude, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 1.7.2018, URL: http://www.biocist.org/wiki/Briffault,_Claude