Broechoven, Ferdinandus

Ferdinandus Broechoven

Ferdinandus Broechoven OCSO

Abt der Zisterzienserabtei strengerer Observanz Westmalle 1896–1911

* 30. Jan. 1839 Berlaar
† 22. Juni 1921 Westmalle

Ferdinandus Broechoven, Taufname Augustinus, wurde am 30. Januar 1839 in Berlaar in Flandern geboren, verzog aber schon in jungen Jahren nach Herentals, wo er am bischöflichen Kolleg die Humaniora absolvierte. Am 18. Oktober 1858 als Novize in der reformierten Zisterzienserabtei Westmalle eingekleidet, legte er dort 1860 die Profess ab und wurde 1864 zum Priester geweiht. Er war dann Lehrer an der Abteischule, Gastmeister und Prior. Zu letzterem Amt wurde er am 20. Juni 1872 vom ersten Abt Martinus Dom ernannt. Als engster Vertrauter des Abtes war er an der Leitung der Abtei beteiligt und vor allem für die Errichtung der neuen Klostergebäude zuständig.

Am 12. August 1896 zum Abt gewählt, nachdem sein Vorgänger Benedictus Wuyts am 13. Juli 1896 verstorben war, führte er die strenge Linie seines Vorgängers fort, prägte sie aber mit einem freundlichen und familiären Geist. Mit Schreiben vom 4. November 1908 verlieh ihm die Römische Kurie das Privileg des violetten Pileolus, und mit königlichem Dekret vom 24. November 1910 wurde er zum Ritter des Kronenordens geschlagen. Beide Auszeichnungen würdigten seine Verdienste um das Tochterkloster Bamania (St. Joseph) im Kongo und die dazugehörige Kolonie, deren treibende Kraft und Oberhaupt er von 1896 bis 1909 war (Abt Jozef Peeters starb schon 1899).

1908 feierte er mit großem Aufwand, dass er das Ordensgewand fünfzig Jahre lang trug, und am 13. November 1909 sein goldenes Professjubiläum. Etwa zweihundert Menschen saßen an der Festtafel, an der ein Glückwunschtelegramm des Papstes, unterzeichnet von Kardinal Merry del Val, verlesen wurde. Nach der Jubiläumsfeier wurde mit Absolution und außerordentlichem Ablass im Zentrum des Hofes eine Statue, ein elegantes Denkmal mit Gedenkstein und einem umgebenden Teich, errichtet.

Auf dem Generalkapitel von 1910 bat Abt Ferdinandus um seine Entlassung, um sich ausschließlich dem Gebet und der Lektüre der Heiligen Schrift zu widmen. Doch die Kapitelväter lehnten seinen Wunsch ab. Im folgenden Jahr, am 12. September 1911, erhielt Dom Ferdinandus jedoch die ersehnte Entlassung. Er zog sich in ein Privatzimmer zurück, betete und las. Während des Ersten Weltkriegs ging er für vier Jahre ins Exil. Er starb am 22. Juni 1921 in seinem Kloster.

Zu seinem Nachfolger wurde sein langjähriger Vertrauter und Berater Herman Jozef Smets, der spätere Generalabt, gewählt.

gge, Jan. 2026


Daten:

Vest.: 18. Okt. 1858; Prof.: 1860; Sac.: 1864; Abbas: el. 12. Aug. 1896, res. 12. Sep. 1911.

Literatur:

Van Damme, Jan B.: Geschiedenis van de Trappistenabdij te Westmalle (1794–1956). Westmalle, 1977, S. 275–277.

Zitierempfehlung: Broechoven, Ferdinandus, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 28.01.2026, URL: http://www.zisterzienserlexikon.de/wiki/Broechoven,_Ferdinandus

Vorlage:Page.name: BROECHOVEN, Ferdinandus OCSO (1839–1921) – Biographia Cisterciensis