Brox, Guido

Guido Brox

Guido Brox OCSO

Titularprior des Klosters Lilbosch 1891–1911

* 31. Dez. 1865 Esch (Noord-Brabant)
† 26. Juli 1911 Echt

Guido Brox, Taufname Jan, wurde am 31. Dezember 1865 in Esch, Nordbrabant, in eine wohlhabende Familie hineingeboren. Seine höhere Schulbildung erhielt er am Kolleg der Franziskaner in Venray.

Am 27. April 1885 empfing er in der Zisterzienserabtei strengerer Observanz (sog. Trappisten) Achel das Novizengewand; am 28. April 1887 legte er die zeitlichen und am 8. Dezember 1888 die feierlichen Gelübde ab. Am 15. Juni 1889 wurde er von Bischof Godschalk von Den Bosch zum Priester geweiht und kurz darauf von Abt Bernardus Maria van de Seyp mit dem Amt des Novizenmeisters betraut. Am 15. November 1891, 26 Jahre alt, sandte ihn Dom Malachias Verstraaten, der Nachfolger von Dom Bernardus, zur Leitung der noch im Aufbau befindlichen Tochtergründung St. Josef nach Lilbosch-Echt. Am 17. November wurde er dort als Titularprior feierlich eingeführt.

Hier zeigte der neue Prior außerordentliche Aktivität und schaffte es durch beharrlichen Eifer, dieses Haus zu großer Blüte zu führen. Um einen stetigen Nachwuchs an Berufungen mit einer soliden Bildung zu sichern, gründete Dom Guido 1894 ein Knabenseminar, das sich 1906 zum St.-Bernardus-Kolleg (»Gymnasium Lilbosch“) entwickelte. Diese Schulgründung war eine direkte Folge der infolge der Vereinigung der drei Trappistenobservanzen des Zisterzienserordens auf dem Generalkapitel OCSO 1892 erarbeiteten neuen Statuten, die eine höhere Bildung der Mönche überhaupt erst forderten. Am 26. April 1894 nahm das Juvenat in Lilbosch mit einer kleinen Gruppe von neun Schülern seine Arbeit auf; zwölf Jahre später wurde ein eigenes Gebäude errichtet, das groß genug war, um 160 Schülern Platz zu bieten. Bereits im Herbst 1898 gingen die ersten beiden Studenten nach Rom, im darauffolgenden Jahr verdoppelte sich diese Zahl. Von da an bis zum Tod Dom Guidos studierten alljährlich vier Studenten aus Lilbosch an der Gregoriana. Fast alle von ihnen erwarben einen Doktorgrad in Philosophie, Theologie oder Kirchenrecht, einer von ihnen der spätere Schuldirektor und Abt Anselmus van Hoof.

Bevor Dom Guido die Einrichtung des Juvenats in Angriff nahm, holte er den Rat von Abt Malachias Verstraaten ein, der nach der Gründung auch Postulanten für die Achelse Kluis dorthin entsandte. Bereits 1897 hatte Dom Malachias zwei seiner Mönche zum Studium an eine Universität in Rom geschickt, jedoch war dieses erste Experiment nur mäßig erfolgreich gewesen. Erst ab 1905 stellten sich für die Abtei Achel Erfolge ein, doch Lilbosch hatte bereits eine Vorreiterrolle eingenommen. Dom Malachias spielte eine wesentliche Rolle bei der Entwicklung der Landwirtschaft in Lilbosch und wurde dabei stets tatkräftig von dem Cellerar Victor van der Eynden unterstützt; die treibende Kraft hinter der Finanzverwaltung war jedoch Dom Guido.

Rund 20 Jahre lang erfüllte Guido Brox seine Aufgabe mit unermüdlichem Eifer, bis er am 26. Juli 1911 um 21 Uhr, nach kurzer, aber schwerer Krankheit (Diphtherie) starb. Im folgenden Jahr wurde Lilbosch zur Abtei erhoben und der Cellerar Victor van den Eijnden zum Abt gewählt.

gge, Juli 2026


Daten:

Vest.: 27. April 1885; Prof.: 28. April 1887, 8. Dez. 1888; Sac.: 15. Juni 1889.

Literatur:

Giesberts, Augustinus: Gedenkbundel bij het 50 jarig bestaan van de klooster/abdij Lilbosch 1883 tot 1933. Feestdag OLV Visitatie 1933. Herausgegeben von RJM Rutten, Januar 2011 [1] · Sterbebild.

Zitierempfehlung: Brox, Guido, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 21.07.2026, URL: http://www.zisterzienserlexikon.de/wiki/Brox,_Guido

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