Burghoff, Hilger

Biographia Cisterciensis – Dictionary of Cistercian Biography online

Hilger Burghoff

Hilger Burghoff

Abt des Klosters Sedlec 1654–1666; Generalvikar für Böhmen, Mähren und die Lausitz 1655–1666

* 1623 Aachen
† 6. Sep. 1666 Saar, Mähren [Ždʹár nad Sázavou]

Hilger Burghoff, geboren 1623 in Aachen, war ein jüngerer Bruder des Abtes Alberich Burghoff von Neuzelle. Im Zuge der Katholischen Reform (Gegenreformation) kam er, wie auch sein Bruder, zusammen mit einigen weiteren jungen deutschen Katholiken in das nach geistlichem Nachwuchs Ausschau haltende Stift Lilienfeld in Niederösterreich. Dort legte er am 21. November 1640 unter Abt Cornelius Strauch, seinem Landsmann, die Profess ab. Am 22. November 1642 schrieb er sich an der Universität Wien ein, wo er am 27. August 1649 zusammen mit seinem Bruder Alberich, dem späteren Abt Matthäus Kolweiß und drei weiteren Lilienfelder Konventualen[1] zum Doktor der Theologie promoviert wurde.

Bald nach der Priesterweihe wurde er Professor am 1638 gegründeten Zisterzienserkolleg Bernardinum in Prag und 1653 dessen erster Rektor. Im folgenden Jahr wurde er zum Abt der vereinigten Stifte Sedletz bei Kuttenberg [Sedlec u Kutné Hory] und Skalitz [Skalice] in Böhmen und Saar in Mähren postuliert und im November 1655 Generalvikar in Böhmen, Mähren und der Lausitz. Mit Unterstützung der Abtei Lilienfeld konnte er die im Dreißigjährigen Krieg zerstörte Abtei Sedletz beinahe ganz neu aufbauen und auch die beiden kleineren Häuser, die durch die Hussitenkriege ausgelöscht worden waren, zu neuer Blüte bringen. Mit seiner Unterstützung erhielt das Zisterzienserkolleg in Prag 1662 ein Konvikt für Studenten des Ordens.

Er starb am 6. September 1666 im Alter von 43 Jahren.

gge, Juni 2018

  1. Wilhelm Klöcker, Edmund Priem und Malachias Rosenthal

Daten:

Prof.: 21. Nov. 1640; Subdiac.: 27. Dez. 1645; Abbas: el. 1654.

Werke:

Compendium tripartitae philosophiae rationalis, naturalis et divinae · Elucidatio Exemptionis Et Iurisdictionis Sacri Ordinis Cisterciensis. Prag 1654 (Neuauflage Waldsassen: Witz, 1729).

Literatur:

Müller, Eugen: Profeßbuch des Zisterzienserstiftes Lilienfeld, St. Ottilien. EOS, 1996, S. 207 · Tobner, Paul: Lilienfeld, in: Beiträge zur Geschichte der Cistercienser-Stifte. (=Xenia Bernardina III). Wien : A. Hölder, 1891, S. 251ff.

Normdaten:

GND: 132144352 · BEACON-Findbuch · CERL: cnp00854615

Zitierempfehlung: Burghoff, Hilger, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 19.6.2018, URL: http://www.zisterzienserlexikon.de/wiki/Burghoff,_Hilger