Burns, Flavian

Biographia Cisterciensis – Dictionary of Cistercian Biography online

Flavian Burns

Flavian Burns OCSO

Abt von Gethsemani 1968–1973 und Berryville 1990–1996

* 23. Dez. 1931 Jersey City, New Jersey, USA
† 12. Okt. 2005 Berryville, Virginia, USA

Flavian Burns, Taufname Thomas, war ein Sohn irischstämmiger Einwanderer. Unter dem Einfluss der Lektüre des Buches The Seven Storey Mountain von Thomas Merton trat er nach der High School, am 30. Januar 1951, in die Zisterzienserabtei strengerer Observanz Gethsemani in Kentucky ein, deren Noviziat damals mit etwa 100 Novizen überfüllt war. Sein ursprünglich ins Auge gefasstes Kloster Our Lady of the Valley in Rhode Island war am 21. März 1950 abgebrannt.

In Gethsemani studierte er unter dem Studienmagister (Master of Scholastics) Thomas Merton (Fr. Louis) und wurde 1959 in der Kathedrale von Louisville zum Priester geweiht. 1960 gehörte er zu den ersten Mönchen, die für ein weiterführendes Studium an der Gregoriana in Rom ausgewählt wurden. Nach einem Aufenthalt in der Mutterabtei Melleray studierte er in Rom zwei Jahre lang Kirchenrecht. Nach Gethsemani zurückgekehrt, übertrug ihm Abt James Fox sofort verantwortungsvolle Ämter: Studienmagister, Juniorenmagister und schließlich das des Priors.

Von 1966 bis 1968 – nachdem Merton den Weg für das eremitische Leben geebnet hatte – lebte Burns eineinhalb Jahre als Eremit auf dem Klostergelände. 1968 zum Abt gewählt, hatte er als solcher noch im selben Jahr (17. Dez.) die schwere Aufgabe, seinen Mentor Thomas Merton zu beerdigen.

Neben den durch das Zweite Vatikanische Konzil geforderten liturgischen und monastischen Veränderungen (Liturgie in der Landessprache, Zusammenlegung der Chor- und Laienkonvente), kam es während der Amtszeit des eher kontemplativ ausgerichteten Abtes Flavian, der weder Ring noch Brustkreuz trug, zu charakteristischen Veränderungen in der Abtei. Burns ließ den Laden an der Klosterpforte entfernen und das unter Abt James sehr groß gewordene Gästehaus verkleinern. Außerdem wurde der gemeinsame Schlafsaal der Mönche zugunsten von ruhigeren Einzelzellen aufgegeben. Anders als seine Vorgänger, wandte sich Dom Flavian von der zentralistischen Leitung der Abtei durch den Abt ab, gründete Kommissionen (eine Entwicklung, die schon unter Abt James begonnen hatte) und delegierte viele Entscheidungen an die Mönchsgemeinde. Getrieben von dem Wunsch, wieder als Eremit zu leben, trat er im Januar 1973 zurück und bezog wieder seine selbstgebaute Hütte[1].

Von 1980 bis 1984 leitete er nach Edward McCorkells Rücktritt als ernannter Superior die Holy Cross Abbey in Berryville und kehrte dann in seine Eremitage in Gethsemani zurück, wo er bis 1990 lebte, unterbrochen von 1986 bis 1988 als Superior der Assumption Abbey in Ava, Kalifornien. Von 1990 bis 1996 stand er wieder, diesmal als Abt, der Holy Cross Abbey in Berryville vor. Während seiner Amtszeit dort wurden große Anstrengungen unternommen, die in den vergangenen Jahren aufgelaufenen Schulden der Abtei zu tilgen. Die Bäckerei wurde in den 1990er Jahren vom Brotbacken auf die Produktion von Früchtekuchen umgestellt. Nach seinem Rücktritt war er Beichtvater bei den Zisterzienserinnen in Crozet, Virginia, wo er – soweit es ihm seine Pflichten erlaubten – ebenfalls ein zurückgezogenes Leben führte.

Er starb 2005 in Berryville, wohin er seine Stabilität übertragen hatte, und wurde auch dort beerdigt.

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  1. P. Chrysogonus Waddell lebte später in derselben Hütte.

Literatur:

Aprile, Dianne: The Abbey of Gethsemani : place of peace and paradox : 150 years in the life of America's oldest Trappist monastery. Louisville, Ky. : Trout Lily Press, 1998, S. 172ff.

Zitierempfehlung: Burns, Flavian, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 8.9.2015, URL: http://www.zisterzienserlexikon.de/wiki/Burns,_Flavian