Camp, Leopold

Biographia Cisterciensis – Dictionary of Cistercian Biography online

Leopold Camp

Leopold Camp

47. Abt des Klosters Himmerod 1731–1750

* 12. April 1699 Koblenz-Metternich
† 25. Aug. 1750 Himmerod

Leopold Camp wurde am 12. April 1699 auf dem Himmeroder Klosterhof Rohr bei Koblenz als ältester Sohn des Hofpächters (Kellners) Johann Camp und seiner Frau Katharina Heß geboren und am folgenden Tag in der Metternicher Pfarrkirche St. Johannes auf den Namen Johannes Petrus getauft. Er trat unter Abt Robert Bootz in die Zisterzienserabtei Himmerod ein und erhielt am Professtag (14. Nov. 1717) den Namen des Tagesheiligen Leopold. Am 25. Mai 1720 wurde er zum Subdiakon und am 20. September 1721 zum Diakon geweiht. Seine Primiz feierte er am 2. Januar 1723 im Zisterzienserinnenkloster Wallersheim bei Koblenz.

Die nächsten Jahre lehrte er in Himmerod Theologie und wurde 1726 Leiter der Hauslehranstalt. Am 6. November 1731 wurde er mit 27 von 29 Stimmen zum Abt gewählt. Den Wahlvorsitz hatte Abt Natalis Febvre von Villers-Bettnach bei Metz als Vetreter des Vaterabtes Robert Gassot von Clairvaux, kurfürstlich-erzbischöflicher Kommissar war der Trierer Weihbischof Lothar Friedrich von Nalbach. Der Wahl vorausgegangen waren Streitigkeiten zwischen den Ordensoberen und dem Bischof um den Wahlvorsitz in Himmerod, die auch noch beim Wahlakt zu spüren waren. Weihbischof Nalbach forderte bei der Schlüsselübergabe durch Abt Febvre, dass sich der Neugewählte bis zum Eintreffen der kurfürstlichen Bestätigung jeder Amtshandlung zu enthalten habe. Auch beim folgenden Festessen kam es zu Missstimmungen zwischen Konventualen, Abt und Bischof. Nach Eintreffen der erzbischöflichen Bestätigung am 13. November 1731 erhielt Abt Camp am 20. Januar des Folgejahres in der erzbischöflichen Hauskapelle in Trier durch Weihbischof Nalbach die Benediktion.[1] Anlässlich der Benediktion ließ der Konvent eine Gratulationsschrift Applausus gratulatorii… drucken.

Der als würdige Erscheinung (vir gravis) geschilderte Abt Leopold legte auch weiterhin Wert auf eine gründliche Ausbildung seiner Mönche und war auch sonst den Studien zugetan. 1741 stiftete er den Jahrespreis des Trierer Jesuitengymnasiums. Im März 1750 widmete ihm der Trierer Professor Johann Reuter SJ seine Theologiae moralis (Köln, 1750). Zur Hebung des Ordensgeistes führte Camp achttägige Konventexerzitien ein. 1738 begründete er die Herz-Jesu-Bruderschaft in St. Anna in Trier. Sein bedeutendstes Werk ist der 1739 begonnene Neubau der barocken Abteikirche, deren Weihe am 10. Oktober 1751 er aber nicht mehr erlebte.

Er starb am 25. August 1750 und wurde im Kapitelsaal begraben. Sein zeitgenössisches Ölportrait befindet sich in Himmerod. Zum Nachfolger wurde sein langjähriger Cellerar und Vertrauter Anselm Raskop gewählt,

gge, Okt. 2009, rev. Nov. 2017

  1. Assistenten waren die Trierer Benediktineräbte von St. Matthias und St. Martin.

Daten:

Prof.: 14. Nov. 1717; Primiz: 2. Jan. 1723; Abbas: el. 6. Nov. 1731, ben. 20. Jan. 1732; Dev.: De forti dulcedo.

Literatur:

Himmeroder Porträts. Abt Leopold Camp. (1731–1750), in: Unsere Liebe Frau von Himmerod. Jg. 34. (1964) S. 58–64 · Schneider, Ambrosius: Die Cistercienserabtei Himmerod von der Renaissance bis zur Auflösung 1511–1802. Köln : Wienand, 1976, S. 15–16, 33–34.

Normdaten:

GND: 1051177782 · BEACON-Findbuch

Zitierempfehlung: Camp, Leopold, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 24.5.2018, URL: http://www.biocist.org/wiki/Camp,_Leopold