Chevalier, Bernard

Biographia Cisterciensis – Dictionary of Cistercian Biography online

Bernard Chevalier OCSO

Bernard Chevalier OCSO

Abt von Timadeuc 1888–1912 und La Trappe 1912–1924

* 07. Aug. 1850 Cesson, Côtes-du-Nord
05. Feb. 1925 Soligny-La-Trappe, Orne

Bernard Chevalier, Taufname François-Louis, geboren 1850 in Cesson in der Diözese Saint-Brieuc, besuchte das Collège Saint-Charles in Saint-Brieuc. Er wurde Mitglied der Congrégation de Notre-Dame d'Espérance und am 17. Dezember 1875 zum Priester geweiht. Danach war er in verschiedenen Familien als Hauslehrer (Präzeptor) tätig.

Am 31. Juli 1877 bat er in der Zisterzienserabtei strengerer Observanz Timadeuc um Aufnahme und wurde am 6. August 1877 als Novize eingekleidet. Nach zweijährigem Noviziat legte er am 15. August 1879 die einfachen Gelübde ab. Am 21. Januar 1888 wurde er zum Abt von Timadeuc gewählt, die Wahl jedoch anulliert, da er noch nicht die feierliche Profess hatte. Diese wurde am 21. März nachgeholt und Chevalier am selben Tag ein zweites Mal gewählt. Die feierliche Benediktion folgte am 17. Juni 1888.

Während seiner Amtszeit als Abt von Timadeuc wurde 1895 die alte Abteikirche abgebrochen und eine neue errichtet, die am 13. April 1898 eingesegnet und am 5. Juli 1899 geweiht wurde. Angesichts der drohenden Klosteraufhebungen der französischen Dritten Republik 1901 ließ er für seinen Konvent ein Exil in Kanada errichten und 1903 mit zwölf Religiosen (sechs Chormönche und sechs Konversbrüder) besiedeln (Petit-Clairvaux in Nova Scotia), das 1905 kanonisch errichtet und mit einem eigenen Noviziat versehen wurde. Es hatte bis 1919 Bestand.

Am 4. Juni 1912 wurde er zum Abt des Mutterklosters La Trappe in der Normandie gewählt, dessen Abt Étienne Salasc im Vorjahr zurückgetreten war. Dort übernahm er eine schwere Bürde, denn sein Vorgänger hatte die Abtei in desolaten wirtschaftlichen Verhältnissen hinterlassen, die sich in den folgenden Kriegsjahren nur langsam besserten. 26 Mitglieder der Klostergemeinde wurden zum Kriegsdienst einberufen, im Kloster ein Lazarett eingerichtet. Die Schokoladenfabrik wurde zum kriegswichtigen Betrieb erklärt und (ebenso wie das Kloster) elektrifiziert. Im April 1918 kamen 15 Mönche aus der im Kampfgebiet liegenden zerbombten Abtei Mont-des-Cats mit ihrem Prior und suchten Zuflucht in La Trappe.

Der infolge seiner schweren Diabetes fast erblindete Abt Bernard Chevalier legte sein Amt am 9. November 1924 nieder, nachdem er noch für die Wahl seines Nachfolgers Jean-Marie Clerc gesorgt hatte. Er starb am 5. Februar 1925.

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Daten:

Vest.: 6. Aug. 1877; Prof.: 15. Aug. 1879, 12. März 1888; Sac.: 17. Dez. 1875; Abbas: el. 21. März 1888 (Timadeuc), ben. 17. Juni 1888, el. 4. Juni 1912 (La Trappe), res. 9. Nov. 1924; Dev.: Cruce et aratro.

Literatur:

Dubois, Marie-Gérard et. al: L'abbaye Notre-Dame de la Trappe. Amis du Perche, 2001, S. 1220–125 · Grandais, Serge: Abbaye de Bellefontaine 1000 ans d'histoire. Bégrolles-en-Mauge: Abbaye Bellefontaine/ARCCIS, 2004, S. 380, FN 8.

Zitierempfehlung: Chevalier, Bernard, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 15.4.2016, URL: http://www.zisterzienserlexikon.de/wiki/Chevalier,_Bernard