Cirey, Jean

Biographia Cisterciensis – Dictionary of Cistercian Biography online

Jean de Cirey

Jean de Cirey

Abt von Theuley, Balerne und Cîteaux 1476–1501

* 1434 Dijon
† 27. Dez. 1503 Cîteaux

Jean de Cirey wurde am 17. Juni 1470 in Paris zum Doktor der Theologie promoviert. Er war seit dem 2. Oktober 1468 Abt von Theuley in der Diözese Besançon. Diese gab er auf, um die Abtei Balerne in der Franche-Comté zu übernehmen, die Kardinal Rolin, Bischof von Autun, 1472 zu einer Kommende umgewandelt und gegen eine Rente von 700 Livres Anselme Bouton übergeben hatte.

1476 war er Mitglied einer vom Generalkapitel abgesandten Delegation, die bei Papst Sixtus IV.die Befreiung von diesem Unheil erreichen sollte. Da der Delegationsleiter, Abt Humbert de Losne von Cîteaux, am 24. März 1476 in Rom gestorben war, wurde Jean de Cirey Ende April zum Nachfolger und damit „Generalabt“ des Zisterzienserordens gewählt. Eine direkte Ernennung durch Past Sixtus hatte er abgelehnt. Sein Abbatiat scheint eher eine Zeit bedeutender Reformen und Veränderungen als der zeittypischen Dekadenz gewesen zu sein.

Er war häufiger Gesandter Karls VIII. und der burgundischen Stände. Auch Visitationsreisen unternahm er; u.a. visitierte er 1483 persönlich die Abtei Marienfeld im Münsterland (Abt Johannes Wineken). In Cîteaux ließ er im Jahr nach seiner Wahl das verwahrloste Archiv ordnen und in einem neunbändigen Cartulaire katalogisieren. Energisch arbeitete er an einer Reform des Ordens. 1486 gab er den Druck des Missale cisterciense in Straßburg in Auftrag, 1491 ließ er in Dijon das Liber privilegiorum Cistercii drucken.[1] Am 3. Februar 1494 promulgierte er ein Regelwerk in sechzehn Kapiteln (Articuli Parisienses).

Cotheret zählt ihn zu den bedeutendsten Äbten von Cîteaux, die Gallia Christiana legt ihm propter morum integritatem den Beinamen Bonus abbas zu. Er resignierte 1501 und starb am 27. Dezember 1503 in Cîteaux. Er wurde im Kapitelsaal begraben. Auf ihn folgte sein Neffe Jacques Theuley.

gge, Aug. 2011, rev. Jan. 2019

  1. Privilegiorum Ordinis Cisterciensis collectioni. impr. Divione, per Petrus Metlinger, 1491

literatur:

Dictionnaire des Auteurs Cisterciens / Sous la direction de Émile Brouette, Anselme Dimier (t.1) et Eugène Manning. Rochefort, 1975–1977 · Telesca, William J.: The problem of the commendatory monasteries and the order of Cîteaux during the abbacy of Jean de Cirey, 1475–1501, in: Cîteaux, Commentarii cistercienses 22 (1971), S. 154–177 · Bell, David N: The library of Cîteaux in the fifteenth century : primus inter pares or unus inter multos?, in: Cîteaux, Commentarii cistercienses 50 (1999), 1/2, S. 103–134 · King, Archdale A.: John IX of Cirey (1476–1501), in: Cîteaux and her elder daughters, London: Burns & Oates, 1954, S. 62–69.

Normdaten:

GND: 10094891X · BEACON-Findbuch

Zitierempfehlung: Cirey, Jean, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 13.2.2019, URL: http://www.zisterzienserlexikon.de/wiki/Cirey,_Jean