Cornuty, Jean-François

Biographia Cisterciensis – Dictionary of Cistercian Biography online

Jean-François Cornuty

Jean-François Cornuty

Abt und Reformator der Zisterzienserabtei Tamié 1702–1707

* 1641 Chevron
† 4. Aug. 1707

Jean-François Cornuty erhielt seine Gymnasialbildung bei den Jesuiten in Chambéry. 1660 trat er in die Zisterzienserabtei Tamié ein, wo sein älterer Bruder Pierre Cornuty Prokurator war. 1661 begleitete er seinen vier Jahre jüngeren Abt Jean-Antoine de la Forest-Somont zum Studium am Zisterzienserkolleg Saint-Bernard in Paris. 1664 verließ er Paris und trat in das Noviziat der strengeren Observanz im Kloster Perseigne ein. Der dortige Prior, der Ire Alain Morony, war wohl in Paris einer seiner Lehrer gewesen. Nach Ablauf seines Noviziatsjahres folgte er Marony nach La Trappe, dessen Abt Rancé ihn in die Abtei Foucarmont sandte, um dort als Novizenmeister die Reform zu unterstützen. 1672 empfing er in Rouen die Priesterweihe.

Im November 1677 kehrte Cornuty gemeinsam mit drei weiteren Mönchen aus La Trappe nach Tamié zurück, um dort im Auftrag seines Abtes Somont die strenge Reform Rancés einzuführen. Er wurde dort Novizenmeister. Als Somont den Entschluss fasste, anstelle der alten, maroden Gebäude ein neues Kloster erbauen zu lassen (Grundsteinlegung 1679), fertigte Cornuty selbst die Pläne und als das Generalkapitel den Abt 1683 als Prokurator des Ordens nach Rom sandte, übernahm Cornuty als Prior die Leitung des Konvents und – gemeinsam mit seinem in geschäftlichen Angelegenheiten erfahrenen Bruder Pierre – der Bauarbeiten.

Nach Abt Somonts Tod im Dezember 1701 wurde er zu dessen Nachfolger gewählt, lehnte aber ab. Nachdem die Wahl erneut auf ihn gefallen war, erhielt er am 12. März 1702 die Bestätigung des Abtes von Cîteaux, Nicolas Larcher, und wurde am 4. April feierlich eingesetzt. Zusätzlich zum Generalvikar der Provinz Savoyen ernannt, unternahm er noch einige Visitationsreisen, musste diese Tätigkeit aber krankheitsbedingt bald aufgeben. Am 4. August 1707 starb er.

Bei Cornutys Tod umfasste der Konvent zwölf Chormönche, fünf Konversen und drei Oblaten. Das Noviziat war seit 1703 leer. Die mühevoll eingeführte Reform von Tamié stand kurz vor dem Aus.

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Werke:

Mémoire sur le triste ètat des abbayes d’Aulps, Hautecombe et Chézery au temporel comme au spirituel (im Archiv des Senats von Savoyen in Chambéry).

Literatur:

Martin, Bruno-Jean: Histoire des moines de Tamié et de quelques autres, Saint-Étienne, 1982. · Dictionnaire des Auteurs Cisterciens. Rochefort 1975–1977.

Zitierempfehlung: Cornuty, Jean-François, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 24.1.2013, URL: http://www.zisterzienserlexikon.de/wiki/Cornuty,_Jean-Fran%C3%A7ois