Cuelmann, Bernhard

Biographia Cisterciensis – Dictionary of Cistercian Biography online

Bernhard Cuelmann

Bernhard Cuelmann

39. Abt des Klosters Marienfeld 1681–1705

* 1642/43 Münster
† 14. Jan. 1705

Bernhard Cuelmann aus Münster trat 1663 im Alter von 20 Jahren in das Noviziat der Zisterzienserabtei Marienfeld ein, am selben Tag wie sein Nachfolger Johann Rulle. Er empfing am 17. März 1668 die Diakonats- und am 20. September 1668 die Priesterweihe. Am 17. November 1681 als Wunschkandidat seines Vorgängers Johann Stades zum Abt gewählt, wurde er im Mutterkloster Hardehausen von Weihbischof Niels Stensen, Bischof von Titiopolis, benediziert.

Abt Cuelmann war ein baufreudiger Abt, der alte Gebäude niederreißen und durch neue ersetzen ließ. Im westlichen Anschluss an die Kirche erbaute er die noch heute stehende barocke Abtei (Prälatur), desgleichen im inkorporierten Zisterzienserinnenkloster Rulle. In der Kirche ließ er die Orgel, die in schlechtem Zustand war, aufwendig restaurieren (1690/91). 1693 ließ er den Katharinenaltar, 1694 auch den Hochaltar kostbar bemalen. 1695 ließ er eine neue Glocke gießen, weil die alte einen Sprung bekommen hatte. Wegen seiner vielen Bautätigkeiten in Marienfeld hinterließ er seinem Nachfolger erhebliche Schulden.

Als Abt Cuelmann 1683 am Generalkapitel des Ordens in Paris teilnahm, wurde beschlossen, die dem Orden inkorporierten Frauenklöster zur strengen Klausur zu zwingen. Novizinnen sollten sich schon beim Eintritt dazu verpflichten. Das selbe Generalkapitel nahm auf Abt Bernhards Bitte hin den Fürstbischof von Münster in die Gebetsbruderschaft des Ordens auf. Das Generalkapitel 1687 ernannte Abt Cuelmann zum Vertreter des für Niederdeutschland und das Rheinland zuständigen Generalvikars Robert Bootz von Himmerod. Am 3. Oktober 1693 visitierten die Äbte Robert Bootz und Stehan Overgaer von Hardehausen das Kloster Marienfeld. 1689 wirkte Abt Cuelmann auf dessen Bitte hin als Mitkonsekrator bei der Weihe Friedrich Christians von Plettenberg zum Bischof von Münster (1688–1706) mit. Während seiner Amtszeit wurden 22 Brüder in das Kloster aufgenommen, von denen einer jedoch während des Noviziats wieder entlassen wurde.

Bernhard Cuelmann starb am 14. Januar 1705 und wurde im Kapitelhaus begraben.

gge, Mai 2018


Daten:

Sac.: 20. Sep. 1668; Abbas: el. 17. Nov. 1681.

Literatur:

Germania Sacra, Dritte Folge 2: Die Bistümer der Kirchenprovinz Köln. Das Bistum Münster 11. Die Zisterzienserabtei Marienfeld. Bearb. von Wilhelm Kohl. Berlin, New York, De Gruyter, 2010, S. 413f. · Leidinger, Paul: Die Zisterzienserabtei Marienfeld (1185–1803): Ihre Gründung, Entwicklung und geistig-religiöse Bedeutung, in: Westfälische Zeitschrift 148 (1998), S. 9–78 · Böhmer, Rudolf; Leidinger, Paul: Chroniken und Dokumente zur Geschichte der Zisterzienserabtei Marienfeld 1185–1803. Marienfeld: Selbstverlag der Pfarrgemeinde, 1998 · Werland, Walter: Marienfelder Chronik: Zur Geschichte der Zisterzienserabtei und der Gemeinde Marienfeld. Herausgegeben im Auftrag der Gemeinde Marienfeld, Marienfeld 1968, S. 224–228.

Zitierempfehlung: Cuelmann, Bernhard, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 13.6.2018, URL: http://www.zisterzienserlexikon.de/wiki/Cuelmann,_Bernhard