Czapski, Thomas

Biographia Cisterciensis – Dictionary of Cistercian Biography online

Thomas Franz Czapski

Thomas Franz Czapski

Tomasz Franciszek Czapski

Abt des Klosters Pelplin 1702–1730; Bischof von Kulm 1731–1733

* 07. März 1688[1] Marienburg
† 23. April 1733 Pelplin

Thomas Franz Czapski, vom Wappen Leliwa, stammte aus einem in Pommerellen reich begüterten Adelsgeschlecht (Linie Bankau). Sein Vater war der Marienburger Unterkämmerer Franz Mirosław Czapski, der mit Auszeichnung gegen die Schweden gekämpft hatte, seine Mutter Sophia eine geborene v. Holt. Nach der Priesterweihe durch den Kulmer Weihbischof Tomasz Bogoria Skotnicki war er Pfarrer von Milenz [Miłoradz] und Münsterberg [Kościelnica] im Kreis Marienburg gewesen und wurde dann Domherr in Kulm.

Am 30. Juli 1701 ernannte ihn sein Vorgänger Georg Skoroszewski zum Koadjutor mit dem Recht der Nachfolge und am 7. August d.J. wurde er von König August II. als solcher bestätigt, nachdem er am 13. Juli 1702 auf sein Kanonikat verzichtet hatte. Seine Wahl zum Abt fand am 9. Dezember 1702 unter dem Vorsitz des Ordenskommissars und Abtes von Paradies Bernhard Sapieha statt. Zu den Wahlzeugen gehörte der Abt von Oliva, Michael Anton Hacki. Czapski erhielt 37 von 39 Stimmen.

Der neue Abt, obwohl ursprünglich kein Zisterzienser, entfaltet fast 29 Jahre lang eine segensreiche Tätigkeit. 1723 ließ er die massive Kirche in Pogutken erbauen und in Pelplin das Abteigebäude neu aufführen. Auf eigene Kosten ließ er in der Klosterkirche einen kleinen Marienaltar aufstellen und die Kanzel und den Bernhardsaltar vergolden. Dazu schaffte er noch weiteres Kirchensilber und Paramente an. Neun Jahre lang verwaltete er mit großer Umsicht das Amt des Generalkommissars der Ordensprovinz Polen und Litauen. Nicht zu Unrecht wird er daher in dem Visitationsbericht des Erzdiakons Johann Jugowski „vir multum zelosus pro Gloria dei“ genannt.

Am 1. Juli 1726 wurde er von Papst Benedikt XIII. zum Bischof von Diana i.p.i. und Koadjutor des Kulmer Bischofs Felix Kretkowski mit dem Recht der Nachfolge ernannt, verwaltete aber mit päpstlicher Erlaubnis die Abtei Pelplin noch weiter. Seit 1729 stand ihm dabei aber sein Verwandter Valentin Alexander Czapski als Koadjutor zu Seite. Erst nach dem Tod des Bischofs trat er am 5. Januar 1731 sein Bischofsamt an, das er jedoch nur kurze Zeit verwaltete.

Als Bischof ebenso tätig wie als Abt, legte er Wert auf die pastorale Tätigkeit. Besonderes Augenmerk widmete er der Diözese Pomesanien, in der er alle Pfarreien visitierte und reformatorische Verordnungen zum Gottesdienst und zum Schutz des kirchlichen Eigentums erließ. Zweimal führte er die feierliche Fronleichnamsprozession in Thorn [Toruń] an. 1732 kündigte er in einem Hirtenbrief an den Klerus weitere Reformen an, starb aber schon am 23. April 1733, im 55. Lebensjahr, und wurde in der Kathedralkirche von Kulm beigesetzt.

Auf politischem Gebiet war er 1728 und 1730 beim Regionalrat in Graudenz [Grudziądz] anwesend, 1731 beim Senatsrat und 1732 beim Parlament (Sejm) und im Senatsrat. Während des Interregnums nach dem Tod König Augusts II. war er bei der Generalversammlung in Marienburg [Malbork] anwesend.

gge, Okt. 2019

  1. unsichere Angabe nach catholic-hierarchy.org.

Daten:

Abbas: el. 9. Dez. 1702, res. 1730; Ep.: nom. 1. Juli 1726.

Literatur:

Frydrychowicz, Romuald: Geschichte der Cistercienserabtei Pelplin und ihre Bau- und Kunstdenkmäler, Düsseldorf 1905, S. 111–112 · Willi, Dominikus: Päpste, Kardinäle und Bischöfe aus dem Cistercienser-Orden. Bregenz: Teutsch, 1912, S. 46 · Wielka encyklopedya powszechna ilustrowana. Warszawa : Sikorski [et al.], 1890–1908 · Encyklopedyja powszechna. Warszawa: Orgelbrand, 1859–1868.

Zitierempfehlung: Czapski, Thomas, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 20.10.2019, URL: http://www.zisterzienserlexikon.de/wiki/Czapski,_Thomas