Czapski, Valentin Alexander

Biographia Cisterciensis – Dictionary of Cistercian Biography online

Valentin Alexander Czapski

Valentin Alexander Czapski

Walentyn Aleksander Czapski

Abt des Klosters Pelplin 1730–1736; Bischof von Przemyśl 1737–1741/43 und Włocławek 1741/43–1751

~ 22. Feb. 1682 Smętówko
04. März 1751 Danzig

Valentin Alexander Czapski, vom Wappen Leliwa, getauft am 22. Februar 1682 in Smętówko, war ein Sohn des Kammerherrn Alexander Czapski und seiner Frau Anna Białachowska. Anders als seine Brüder, die in die Armee oder den Staatsdienst traten, war er schon früh für die kirchliche Laufbahn bestimmt.

Ab 1708 war er Laienpriester, wurde am 29. Juni 1711 Kanoniker in Posen und am 1. Juli 1712 Scholaster an der Kathedrale in Posen. Nach Frydrychowicz von 1708 bis 1730 auch Pfarrer von Schwetz [Świecie], ließ sich dort aber von einem Kommendarius vertreten, da er als Domherr zur Residenz in Posen verpflichtet war. Solecki gibt an, er sei von 1726 bis 1734 Pfarrer von Zbąszyń (deutsch Bentschen) und Dubiecko gewesen. Mehrmals war er als Vertreter des Posener Domkapitels beim Krongerichtshof (Krontribunal) tätig. Im November 1728 wurde er in Rom promoviert.

Am 28. April 1729 wurde er unter dem Vorsitz des Ordenskommissars und Abtes von Bledzew (Blesen), Alexander Benedikt Gurowski († 20. Feb. 1742), zum Koadjutor des Pelpliner Abtes Thomas Czapski, seines Verwandten, mit dem Recht der Nachfolge gewählt. Als Bischof Christoph Szembek gegen die Wahl Einspruch erhob, weil er sich in seinen Rechten verletzt sah, appellierte der Konvent an den Papst und erhielt ein Urteil zu seinen Gunsten. Mit Datum 23. Mai 1729 bestätigte Generalabt Andoche Pernot von Cîteaux die Wahl, jedoch mit dem Vorbehalt, dass der Gewählte nach bestandener Probezeit die Ordensgelübde ablegen würde. Die Bestätigung durch Papst Benedikt XII. erfolgte am 19. Dezember 1729 mit derselben Klausel.

Noch vor der Wahl hatte der Konvent dem Koadjutor mehrere Artikel vorgelegt, die dieser beachten sollte. Unter anderem sollte er die Provision seines Vorgängers bestätigen, den Klosterarzt und den Organisten aus eigenen Mitteln besolden und zwei Studenten auf seine Kosten unterhalten, während der Konvent die Unterhaltskosten für den dritten bestritt. Wichtige Angelegenheiten sollte er nicht entscheiden, ohne vorher den Rat der Senioren des Konvents eingeholt zu haben.

Schon 1730, mit der Beförderung seines Vorgängers auf den Bischofsstuhl von Kulm, gelangte Czapski zur abteilichen Würde, die er bis 1736 ausübte. Gleich im ersten Jahr bestätigte er die von seinem Vorgänger dem Konvent bewilligte Provision in vollem Umfang und ließ sie 1731 vom Ordenskommissar und Abt von Ląd, Nikolaus Łukomski, approbieren. Er erhöhte die Einnahmen aus den Klostergütern, ließ neue Getreidespeicher und Wirtschaftsgebäude bauen und im Klostergarten Teiche für die Fischzucht graben. Er lockerte die Regeln des Klosterlebens. Zu dieser Zeit gab es in Pelplin auch eine Schule für adelige Söhne, eine Art Ritterakademie, die von jungen Männern aus Pommern und Großpolen besucht wurde.

Seine Unterstützung für Kurfürst Friedrich August II. von Sachsen, der am 17. Januar 1734 als August III. zum König von Polen gekrönt wurde, brachte ihm bei der preußischen Generalversammlung in Graudenz [Grudziądz] am 26. September 1735 die Nominierung zum Bischof von Przemyśl ein. Jedoch konnte er die Diözese erst nach der päpstlichen Bestätigung 1737 übernehmen. Die Bischofsweihe erhielt er am 16. Juni 1737 von Bischof Johann Alexander Lipski von Krakau.

Nachdem er Pelplin verlassen hatte, war er 1738 bei der Versammlung des polnischen Parlaments (Sejm) anwesend. 1739 bis 1740 war er Präsident des Finanzhofs in Radom. Beim Sejm 1740 unterstützte er die Reorganisation der Armee und nahm die Verhandlungen mit den Nachbarländern wieder auf. Im selben Jahr wurde er Ritter des Weißen Adlerordens. Erfolglos bewarb er sich um das Bistum Ermland, erhielt stattdessen jedoch 1741 das Bistum Leslau/Kujawien (Włocławek/Kujawy), das er 1743 in Besitz nahm. Beim Seym 1748 war er als Deputierter mit der Prüfung der Rechnungen der Schatzkammer befasst. Er spielte auch eine große Rolle bei der Umsetzung der Politik des polnischen Hofes gegenüber Danzig und Preußen.

Bischof Czapski residierte dauerhaft in Danzig und regierte die Diözese Włocławek von da aus. Er trug maßgeblich zur Wiederbelebung der katholischen Pfarrschule in Danzig bei, kümmerte sich um die wirtschaftlichen Belange der Diözese und unterstützte karitative Werke.

Er starb am 4. März 1751, im 69. Lebensjahr, in Danzig und wurde in der Kathedrale von Włocławek beigesetzt, wo sich sein Bild und sein Epithaph befinden. Sein Herz befand sich in der Kirche in Lalkowy/Lelkau; es wurde wahrscheinlich beim Kirchenbrand im Mai 1862 zerstört.

gge, Okt. 2019


Daten:

Abbas: el. 28. April 1729, conf. 23. Mai 1729.

Literatur:

Frydrychowicz, Romuald: Geschichte der Cistercienserabtei Pelplin und ihre Bau- und Kunstdenkmäler, Düsseldorf 1905, S. 112–114 · Solecki, Bogdan: opat Walenty aleksander czapski (1730–1736). Informaror Pelplinski 15 · Mańkowski, A.: Czapski Walenty Aleksander herby Leliwa († 1751), biskup przemyski, potem włocławski, in: Polski Słownik Biograficzny, bd. 4, Kraków 1938, S. 195–196 · Dygdała, J.: Czapski Walenty Aleksander herbu Leliwa (1682–1751), biskup kujawski, in: Słownik biograficzny Pomorza Nadwiślańskiego, Bd. 1, red. S. Gierszewski, Gdańsk 1992, S. 260–261.

Zitierempfehlung: Czapski, Valentin Alexander, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 21.10.2019, URL: http://www.zisterzienserlexikon.de/wiki/Czapski,_Valentin_Alexander