Dürler, Cäcilia Basilissa

Biographia Cisterciensis – Dictionary of Cistercian Biography online

Cäcilia Basilissa Dürler

Cäcilia Basilissa Dürler

33. Äbtissin des Klosters Rathausen 1702–1723

* 1648
† 2. April 1723 Rathausen

Maria Cäcilia Basilissa Dürler stammte aus dem Luzerner Patriziat. Ihr Vater war der Grossrat, später Kleinrat, Ludwig Dürler († 1662), ihre Mutter eine Tochter des Tuchhändlers und Junkers Jörg Balthasar (ihr Name ist nicht überliefert). Cäcilia Basilissas Bruder Johann Rudolf Dürler (1645–1712) war Schultheiß von Luzern und in erster Ehe mit Anna Maria Pfyffer von Wyer, einer Schwester der vorigen Äbtissin Cäcilia Pfyffer von Wyer verheiratet. Ein Bruder Johann Franz war Propst zu St. Leodegar in Luzern 1709–1725 und Johann Georg Chorherr in Beromünster.

Sie legte 1667 die Profess ab und war viele Jahre Schreiberin der Äbtissin und vor ihrer Wahl 18 Jahre lang Großkellerin und Küchenmeisterin. Am 24. August 1702 wurde sie im zweiten Wahlgang mit 45 von 50 Stimmen zur Domina (Äbtissin) gewählt, nachdem sie nach dem ersten Wahlgang, indem sie mit 26 Stimmen gewählt worden war, abgelehnt hatte. Die Wahl geleitet hatte Abt Josef Zurgilgen von St. Urban, den Ehrenvorsitz hatte Nuntius Giulio Piazza gehabt. Die Bestätigung durch den Generalabt erfolgte am 9. Oktober 1702, die Benediktion durch Nuntius Piazza am 5. November 1702.

Von 1702 bis 1712 hatte der o.g. Bruder Johann Rudolf Dürler das Amt des Kastenvogts der Abtei. 1703 ließ Äbtissin Basilissa die Reliquien des Katakombenheiligen Venantius neu fassen. Dazu bestellte sie aus dem Kloster Olsberg die damals für ihre Silber- und Goldstickereien berühmte Sr. Scholastika An der Allmend. 1705 wurde eine kleine silberne Monstranz zur Schonung der wertvollen großen angeschafft und 1707 die alte Kirche in Eberseck abgerissen und an ihrer Stelle eine Kapelle erbaut. Die Schwestern erhielten Unterricht im Zisterzienserchoral, einige lernten auch Oboe und Fagott spielen. Während Domina Basilissas Regierungszeit wurden in der Klosterkirche Rathausen mehrere Primizen gefeiert, am 5. Juli 1705 Abt Clément Morat von Hauterive benediziert. In diese Zeit fiel auch der Zweite Villmerger Krieg 1712, der viel Unruhe und Unsicherheit in das Kloster brachte.

Am 10. August 1717 feierte Äbtissin Basilissa ihre Jubelprofess. Zu diesem Anlass führte der Konvent das Theaterstück Irene auf. 1720 zählte der Konvent 47 Chorfrauen und acht Laienschwestern. Sie starb am 2. April 1723 im Alter von 75 Jahren. Mit ihrem Tod bricht die Rathauser Chronik ab. In Thyrnau wird heute noch ein aus Rathausen stammendes barockes Messgewand aufbewahrt, das ihr Wappen, einen Wassermann, zeigt. Auch der Schrank in der Sakristei und das Bild des hl. Venantius im Kreuzgang tragen ihr Wappen.

gge, Juli 2018


Daten:

Prof.: 1667; Domina: el. 24. Aug. 1702, ben. 5. Nov. 1702.

Literatur:

750 Jahre Zisterzienserinnenabtei Rathausen-Thyrnau 1245–1995, [Thyrnau]: Abtei Thyrnau, 1995 · Verzeichnis aller Schwestern der Zisterzienserinnenabtei Rathausen-Thyrnau 1245–1995. [Thyrnau]: Abtei Thyrnau, 1995 · Zisterzienserinnenkloster Rathausen, in: Helvetia Sacra III/3 · Haid, Kassian: Die Reihe der Äbtissinnen von Rathausen 1245–1945: zum Siebenjahrhundert-Jubiläum des Klosters Rathausen 1245–1945, in: Der Geschichtsfreund: Mitteilungen des Historischen Vereins Zentralschweiz, Bd. 99 (1946), S. 193–229.

Zitierempfehlung: Dürler, Cäcilia Basilissa, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 19.7.2018, URL: http://www.zisterzienserlexikon.de/wiki/D%C3%BCrler,_C%C3%A4cilia_Basilissa