Dallmayr, Martin

Biographia Cisterciensis – Dictionary of Cistercian Biography online

Martin Dallmayr

Martin Dallmayr

Abt des Klosters Fürstenfeld 1640–1690

* 9. Okt. od. Dez. 1612 Bernried
† 22. April 1690 Fürstenfeld

Martin Dallmayr wurde am 9. Oktober oder 9. Dezember 1612 als Sohn von Zacharias und Maria Dallmayr in Bernried am Starnberger See geboren. Er besuchte 1628/29 das Wilhelmsgymnasium in München und trat 1629 in die Zisterzienserabtei Fürstenfeld ein (Profess 1631). Ab 1630 war er an der Universität Ingolstadt eingeschrieben, wo er zum Doktor der Theologie promoviert wurde. Fünf Jahre später studierte er an den Universität Graz und erwarb dort das Bakkalaureat der Philosophie. Seine Primiz feierte er am 1. Januar 1637.

In seinen ersten Klosterjahren erlebte Dallmayr den Dreißigjährigen Krieg hautnah und mit aller Härte mit. Am 17. Mai 1632 plünderten die Schweden das Kloster und den Markt Bruck. Am 9. Dezember 1633 wurde Dallmayr mit sechs Fürstenfelder Religiosen von den Schweden als Geisel genommen und nach Augsburg verschleppt. Erst Ende Juni 1634 konnten die Geiseln nach langwierigen Verhandlungen freigekauft werden und nach Fürstenfeld zurückkehren.

1640 zum Abt des völlig verschuldeten und ruinierten Klosters gewählt, konnte er es bis zu seinem Tod nicht nur entschulden, sondern auch noch eine ansehnliche Barschaft anhäufen. Er ließ die maroden Gebäude sanieren und die Klosterkirche umgestalten, die zunächst auf ihren ungefähren Grundriss aus dem 13. Jahrhundert zurückgebaut wurde. Dazu wurden unter anderem der Umgangschor und die südlichen Kapellen niedergelegt. Das alte Hochgrab der Stifterfamilie wurde umgestaltet, das Chorgestühl an die Ostwand verlegt. Den Abschluss der Arbeiten bildete die Kirchweihe am zweiten Sonntag nach Ostern 1664. Jedoch hatte der barocke Umbau der Klosterkirche nicht allzu lange Bestand: Unter Dallmayrs Nachfolger Balduin Helm wurde die Klosteranlage komplett neu errichtet.

Dallmayr erneuerte jedoch nicht nur das Kloster Fürstenfeld. Auch die Leonhardskirche in Bruck erhielt unter seiner Ägide einen Freskenzyklus mit Darstellungen des Erlösungswerkes Jesu Christi. Ebenso geht der Wiederaufbau des 1661 von Fürstenfeld aus wiederbesiedelten Klosters Waldsassen in der Oberpfalz auf Dallmayr zurück, als dessen Administrator Dallmayr 1669 installiert wurde.

1685 bis 1689 war Dallmayr Generalvikar des Ordens für Bayern. Er starb am 22. April 1690.

gge, Feb. 2019


Daten:

Prof.: 1631; Sac.: 1. Jan. 1637; Abbas: el. 5. Feb. 1640 .

Werke:

Inchenhofener Mirakelbuch, 1669.

Literatur:

Klemenz, Birgitta: Das Zisterzienserkloster Fürstenfeld zur Zeit von Abt Martin Dallmayr. Weißenhorn: Konrad, 1997 · Hoppe, Bernhard M.: Abt Martin Dallmayr und seine Zeit, in: Aufsätze. München, 1988. – (In Tal und Einsamkeit : 725 Jahre Kloster Fürstenfeld ; Die Zisterzienser im alten Bayern ; Ausstellung/Veranst.: Stadt Fürstenfeldbruck und Haus der Bayerischen Geschichte / Hrsg.: Ehrmann, Angelika ; Bd. 2). S. 109–124.

Normdaten:

GND: 11949356X · BEACON-Findbuch

Zitierempfehlung: Dallmayr, Martin, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 20.2.2019, URL: http://www.zisterzienserlexikon.de/wiki/Dallmayr,_Martin