Droste-Vischering, Gertrud Maria

Biographia Cisterciensis – Dictionary of Cistercian Biography online

Gertrud Maria von Droste-Vischering

Gertrud Maria von Droste-Vischering

Äbtissin des Klosters Rulle 1661–1683

* 1601/02
† 1685

Gertrud Maria von Droste-Vischering war eine Tochter des Joachim von Droste zu Vischering, Drost zu Loburg, und Konventualin des Zisterzienserinnenklosters Gravenhorst. Sie wurde am 21. Mai 1661 mit sieben von acht Stimmen zur Äbtissin von Rulle postuliert. Mit Vertrag vom 21. Juni 1661 stimmte sie den Resignationsbedingungen ihrer Vorgängerin Sophia von Schagen zu, die das Heft nicht völlig aus der Hand geben und ihrer Nachfolgerin zu ihren Lebzeiten nur das Recht einer Priorin zugestehen wollte. Dieser Regelung hatten auch der eben erst ins Amt gekommene Vaterabt Johann Stades von Marienfeld und der trotz seines Alters nach Rulle gereiste Generalvikar Johann Blanckenburg von Altenberg und alle Konventualinnen zugestimmt.

Schon einen Monat nach ihrem Amtsantritt kamen die Äbte Stades und Blanckenburg wieder zur Visitation nach Rulle und ordneten eine Reihe von Maßnahmen an. Unter anderem sollte in der Klosterkirche, die in den nächsten Jahren barockisiert wurde, ein erhöhter Nonnenchor eingebaut werden. Dorthin kam auch die alte Orgel und ein von Abt Stades gestifteter Altar. Die alte Innenaustattung der Kirche wurde bis auf den romanischen Taufstein entfernt und durch barocke Stücke erneuert (u.a. die Kanzel und die Kommunionbank 1663). Reste davon befinden sich heute im Diözesanmuseum Osnabrück. Auch außen wurde die Kirche verändert, indem der alte hölzerne Dachreiter durch einen neuen mit Haube ersetzt wurde.

Zur Unterbringung der in der klösterlichen Landwirtschaft beschäftigten Arbeiter (Bauleute) ließ Äbtissin von Droste ein neues Bauhaus errichten, das noch heute existiert. 1670 wurde auf Drängen des Visitators ein provisorisches Sprechzimmer eingerichtet. Der Visitator forderte auch die nach dem Konzil von Trient verschärften Klausurvorschriften ein. Er bemängelte den schlechten Zustand des Schwesternhauses und regte einen Neubau an, der aber aus Geldmangel erst unter Äbtissin Isabella von Hövell (reg. 1726–1763) realisiert werden konnte.

Gertrud Maria von Droste legte 1638 nach 22-jähriger Tätigkeit ihr Amt nieder. Sie starb zwei Jahre später und wurde im Kapitelsaal bestattet, wo sich ihr Grabstein noch heute befindet. Zu ihrer Nachfolgerin wurde Anna Magdalena von Clevorn gewählt, die ein neues Abtissinnenhaus errichten ließ.

gge, Juni 2018


Daten:

Abbatissa: el. 21. Mai 1661, res. 1683.

Literatur:

Lorenz-Flake, Wilma: Kloster Rulle und seine Äbtissinnen. Wallenhorst: Selbstverlag der Arbeitsgemeinschaft für die Geschichte der Gemeinde Wallenhorst, 1980, S. 85ff.

Zitierempfehlung: Droste-Vischering, Gertrud Maria, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 14.6.2018, URL: http://www.zisterzienserlexikon.de/wiki/Droste-Vischering,_Gertrud_Maria