Dupic, Augustin

Biographia Cisterciensis – Dictionary of Cistercian Biography online

Augustin Dupic

Augustin Dupic OCSO

Abt des Klosters Grâce-Dieu/Tamié 1896–1921

* 23. Jan. 1862/63 Bellevue-d’Ischamp, Puy-de-Dôme
01. Aug. 1922 Besse-en-Chandesse [Besse-et-Saint-Anastaise], Puy-de-Dôme

Augustin Dupic, Taufname Antoine, geboren am 23. Januar 1862 (Registre GD2) oder 1863 (Martin) als Sohn von Jacques Dupic und Claudine Coupat, stammte aus der Auvergne in Zentralfrankreich. Er trat zunächst in das Priesterseminar in Clermont ein, dann am 12. September 1882, als Seminarist, in das Kloster La Trappe de Chambarand (Isère). Am 14. September 1884 legte er die erste Profess ab. Nach der Priesterweihe wurde er Subprior. Vom Unionskapitel 1892 wurde er zum Definitor des Ordens gewählt und im selben Jahr Hausgeistlicher der Zisterzienserinnen (Trappistinnen) von Notre-Dame-des-Anges in Espira-de-l'Agly (Roussillon, 1904 nach Spanien vertrieben, 1923 nach Échourgnac zurückgekehrt). Von dort am 9. Dezember 1896 zum Abt von Grâce-Dieu in der Franche-Comté gewählt, wurde Dupic am 21. Dezember 1896 in Espira benediziert und am 17. Januar 1897 in Grâce-Dieu feierlich installiert.

Dom Dupic, nach Einschätzung seines Priors Bernard Krier eine Zierde von einem Abt („un abbé décoratif“, Martin S. 130) gelang es mit seiner Ausstrahlung, das Noviziat der Abtei zu füllen. Er ließ auch die Klosterkirche renovieren, konnte aber der wegen der unrentablen Landwirtschaft desolaten finanziellen Situation der Abtei nicht abhelfen. Um die Zwangsversteigerung abzuwenden, wurde das Kloster am 8. April 1909 mit Zustimmung des Generalkapitels verkauft. Die etwa 40 Mönche verließen Grâce-Dieu am 12. Oktober 1909 und zogen sich auf das Priorat Tamié in Savoyen zurück.

Der Aufenthalt in Tamié sollte nur vorübergehend sein, denn der Erzbischof von Chambéry, François-Virgile Dubillard, ehemaliger Generalvikar von Besançon und ein Freund des Abtes, hatte den Trappisten die Übernahme des damals noch von der Kongregation von Sénanque bewohnten Klosters Hautecombe am Lac du Bourget in Aussicht gestellt. Nachdem sich dieser Plan aber zerschlagen hatte, wurden am 7. Februar 1911 die Kapitelrechte der Abtei Grâce-Dieu vom hl. Stuhl nach Tamié übertragen. Abt Dupic musste sich der neuen, von ihm nicht gewünschten Situation fügen und trug fortan den Titel eines Abtes von Tamié. Das Kloster Tamié, das noch 1904 auf Beschluss des Generalkapitels wegen Personalmangels[1] aufgelöst werden sollte, war damit als Abtei wiederhergestellt.

Da auch in Tamié die wirtschaftlichen Ressourcen nicht zur Versorgung des auf 45 Mitglieder angewachsenen Konvents ausreichten, musste 1913 die wertvolle, geschnitzte Einrichtung des Refektoriums verkauft werden. 1914 veranstaltete der mit Abt Dupic befreundete Arzt Charles Bonnet in Paris einen Benefizverkauf zugunsten der Abtei. Einer geplanten Tochtergründung in China machte der Erste Weltkrieg ein Ende. Zwölf Mönche wurden zu den Waffen gerufen, von denen zwei nicht zurückkehrten. Dagegen kamen von 1915 bis 1920 15 von den Türken aus Latrun in Palästina vertriebene Trappisten in Tamié unter. Einen unerwarteten Aufschub erlebte die Käserei, da alle konkurrierenden Betriebe wegen der Einberufung ihrer Mitarbeiter stillagen. 1919 war die Abtei schuldenfrei und konnte sogar Reserven bilden.

Nach 25 Jahren im Amt bat Abt Dupic, krank und erschöpft, im September 1921 auf dem Generalkapitel um Entpflichtung, die auch gewährt wurde. Nach einer Reise ins heilige Land besuchte er seine einzige noch lebende Schwester und machte Station bei einem Freund und Studienkollegen in Besse-de-Chandesse, wo er am 1. August 1922 an einem Herzinfarkt starb. Sein Leichnam wurde nach Tamié überführt.

gge, Januar 2015

  1. Ende der 1880er Jahre hatte Abt Laurent Lainé von Grâce-Dieu zwölf Mönche zur Verstärkung seines eigenen Klosters von Tamié abgezogen. Danach lebte nur noch eine Handvoll Trappisten dort.

Daten:

Vest.: 12. Sep. 1882; Prof.: simpl. 14. Sep. 1884; Abbas:: el. 9. Dez. 1896, ben. 21. Dez. 1896, inst. 17. Jan. 1897, res. 1921; Dev.: Tuus sum ego (Psalm 118).

Literatur:

Garin, Joseph: En Savoie: Histoire de l'Abbaye de Tamié. Chambéry: J. Gabalda, M. Dardel, 1927 · Martin, Bruno-Jean: Histoire des moines de Tamié et de quelques autres. Saint-Etienne: Action Graphique, 1982, ²1987, S. 130–142 · Abbaye Notre-Dame de La Grâce-Dieu: L'Abbaye cistercienne Notre-Dame de La Grâce-Dieu 1139–1989. Besançon: Université de Franche-Comté ; Paris : diff. les Belles Lettres, 1989 · Registre Grâce Dieu 2 (Choristes).

Zitierempfehlung: Dupic, Augustin, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 16.9.2017, URL: http://www.zisterzienserlexikon.de/wiki/Dupic,_Augustin