Eichhorn, Peter

Biographia Cisterciensis – Dictionary of Cistercian Biography online

Abtscheibe mit dem Wappen von Peter Eichhorn, Glasmalerei aus der Werkstatt von Niklaus Bluntschli, 1554

Peter Eichhorn OSB

Benediktiner von St. Gallen; Abt im Zisterzienserkloster Wettingen 1550–1563

* um 1515 Wil
† 15. Juni 1563 Wettingen

Peter Eichhorn war ein Bruder des Einsiedler Fürstabts Joachim Eichhorn (1518–1569). Sein Vater war Heinrich Eichhorn von Anlikon, Bürger von Wil.[1]

Eichhorn war Benediktiner im Stift St. Gallen (Profess 1533). 1536 zum Priester geweiht, wurde er 1542 Statthalter und 1547 Stiftsdekan. Im Zuge der Rekatholisierung nach dem 2. Kappelerkrieg bestimmten ihn 1550 die acht katholischen Orte der Schweizer Eidgenossenschaft dem Zisterzienserkloster Wettingen zum Abt. Aber erst die Androhung der Einkerkerung im Schloss zu Baden oder der Verweisung aus dem Kloster durch den Landvogt Aegidius Tschudi bewegte die Wettinger Konventualen zur Anerkennung Eichhorns.[2] Auch der Abt von Cîteaux bestätigte ihn erst nach Intervention König Heinrichs II. von Frankreich (5. Sep. 1550), verfügte aber, dass Eichhorn den Zisterzienserhabit tragen und die Profess auf den Orden ablegen müsse – was Eichhorn jedoch nicht tat[3].

Trotz der geringen Zahl von geistlichen Mitarbeiten und langen Krankheiten[4] scheint Abt Eichhorn Wettingen gut regiert zu haben. Er setzte sich erfolgreich für die Reform des Klosters ein. 1557 wurde das Kloster Sion bei Klingnau inkorporiert.[5]

Peter Eichhorn starb am 15. Juni 1563 und wurde seinem Wunsch gemäß in Einsiedeln begraben. Ihm folgte als Abt Christoph I. Silberysen (1563—94).

Abt Eichhorn wandte seine Aufmerksamkeit nicht nur dem geistlichen Leben der Mönche, sondern auch der künstlerischen Ausgestaltung des Klosters Wettingen zu. Im Kreuzgang ließ er mehrere Glasscheiben anbringen, von denen fünf aus den Jahren 1550—58 erhalten sind. Zwei davon tragen das Monogramm N B, des berühmten Zürcher Glasmalers Nikolaus Bluntschli. Außerdem erwarb er Scheiben von den Klöstern Kreuzlingen, Muri, Gnadenthal, Hermetschwil, Dänikon, Magdenau und Rheinau.[6]

gge


  1. Professbuch Einsiedeln
  2. ADB Bd. 38 (1894), S. 728–744, sub verbo Tschudi, Aegidius
  3. HS III/3, S. 464–465
  4. Eugen Gruber: Geschichte des Klosters Magdenau, Ingenbohl, 1944 – S. 80
  5. Eichhorn, Peter In: e-HLS, 11/02/2005 (Bearbeiter: Anton Wohler)
  6. Die Pflege der Kunst im Kanton Aargau. Aarau : Sauerländer, 1903, S. 220

Zitierempfehlung: Eichhorn, Peter, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 24.3.2014, URL: http://www.zisterzienserlexikon.de/wiki/Eichhorn,_Peter