Elsen, Christophorus

Biographia Cisterciensis – Dictionary of Cistercian Biography online

Christophorus Elsen OCSO

Christophorus Elsen OCSO

Abt von Mariawald 1947–1961

* 10. April 1890 Ehlenz-Ließem
† 12. Mai 1976 Mariawald

Christoph Elsen, geboren 1890 als dreizehntes Kind einer kinderreichen Familie in Ließem in der Eifel, bat schon als Vierzehnjähriger um Aufnahme in Mariawald, die ihm aber erst im darauffolgenden Jahr gewährt wurde. Nach dem Noviziat studierte er Theologie, wurde 1914 zum Priester geweiht und absolvierte noch ein dreijähriges Promotionsstudium an der Päpstl. Universität Gregoriana in Rom. In sein Kloster zurückgekehrt, war er dort Fremdenbeichtvater und Gehilfe des Novizenmeisters P. Karl Franken. Nach der Versetzung Frankens als Rektor zu den Trappistinnen von Maria-Altbronn im Elsass 1924 selbst Novizenmeister, blieb er bis zur Vertreibung der Mönche aus Mariawald durch die Nationalsozialisten 1941 im Amt. Als die Gestapo 1941 das Kloster auflöste und den Mönchskonvert zerstreute, blieb P. Christophorus zunächst noch einige Monate in Mariawald zurück, um die zur Bewirtschaftung des großen Landwirtschaftsbetriebs im Kloster verbliebenen Konversbrüder geistlich zu betreuen. Dann begab er sich in die Mutterabtei Ölenberg im Elsass.

1943 zum Superior von Mariawald bestimmt, nahm Elsen sofort Kontakt zu der versprengten Klostergemeinschaft auf. Nach einer Zeit als Seelsorger in einem Blindenheim in Bingen kehrte er nach dem Zusammenbruch des Dritten Reiches 1945 als erster der Mariawalder Mönche aus der Verbannung zurück[1] und nahm am 28. April 1945 das durch die Kriegseinwirkungen zerstörte Kloster wieder in Besitz. Auch der größte Teil der Mönche fand sich wieder ein, so dass schon am 20. August 1945, dem Hochfest des hl. Bernhard von Clairvaux, wieder das erste Hochamt gehalten werden konnte – wenn auch unter einfachen Bedingungen.

Im Dezember 1946 unter der Leitung von Abt Bonaventura Diamant[2] zum Abt gewählt, empfing Dom Christophorus im Februar 1947 im Aachener Dom – die Abteikirche war noch zerstört – von Bischof Joh. Joseph van der Velden unter Assistenz der Äbte von Marienstatt (Idesbald Eicheler) und Himmerod (Vitus Recke) die Benediktion.

Als Abt leitete Christophorus Elsen den Wiederaufbau von Mariawald und war auch an der Gründung des Frauenklosters Maria Frieden in Dahlem beteiligt, in das 1952 die ersten Schwestern einzogen. 1961 legte er wegen einer schweren Erkrankung sein Amt nieder und lebte als einfacher Mönch in Mariwald, wo er 1976 starb.

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  1. Von Bingen aus mit dem Fahrrad. Er hatte extra zu diesem Zweck das Fahrradfahren erlernt.
  2. Als Delegierter des Vaterabts Petrus Wacker von Ölenberg, der noch keine Einreisegenehmigung nach Deutschland erhalten konnte.

Daten:

Cand.: 2. Okt. 1905; Vest.: 26. Nov. 1905; Prof.: 8. Dez. 1907, 8. Dez. 1910; Sac.: 10. Aug. 1914; Abbas: el. 12. Dez. 1946, conf. 16. Jan. 1947(?), ben. 16. Feb. 1947 (Aachen, Bf. Joh. Joseph van der Velden), res. 28. Sep. 1961; Dev.: Primum regnum Dei – Zuerst das Reich Gottes.

Werke:

Stilles Heldentum eines jungen Trappisten: Der Diener Gottes P. Maria Joseph Cassant. Limburg : Steffen, 1940. · Trappistin Maria Gabriela. Freiburg/Schweiz : Kanisius, [1965].

Bibliographie:

Schellenberger, Bernardin: Abt Christophorus Elsen OCSO †. CistC 83 (1976) 142–144.

Normdaten:

GND: 105441937 · BEACON-Findbuch

Zitierempfehlung: Elsen, Christophorus, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 10.3.2016, URL: http://www.zisterzienserlexikon.de/wiki/Elsen,_Christophorus