Epalle, Placide

Biographia Cisterciensis – Dictionary of Cistercian Biography online

Placide Épalle

Placide Épalle OCSO

2. Abt des Klosters Reichenburg 1910–1940

* 21. Dez. 1876 Marlhes, Dép. Loire, Frankreich
† Mai 1940 Maubec, Drôme, Frankreich

Placide Epalle, geboren am 21. Dezember 1876 in dem Dorf Le Rosey bei Marlhes in Südfrankreich, war ein Großneffe des Maristenbischofs Jean-Baptiste Epalle (1808–1845) und ein Neffe des gleichnamigen Abtes der Zisterzienserabtei Reichenburg in der Untersteiermark. Auch er selbst wurde auf den Namen Jean-Baptiste (Marie Saturnin) getauft. Er trat in die Abtei seines Onkels ein und wurde am 23. November 1899 zum Priester geweiht.

Am 15. November 1910 wurde er zum Abt gewählt. Während seiner Regierung erlebte das Kloster seine personelle und materielle Blütezeit. 1910 zählte die Klostergemeinschaft 77 Mitglieder und wuchs bis zu seinem Silberjubiläum 1935 auf 100 Mitglieder an. In diesen 25 Jahren hatte Abt Placide 165 Postulanten aufgenommen, von denen 71 blieben. Auch die Produktion von Schokolade, Likör und Käse erreichte ihren Höhepunkt. Beim Vormarsch des Kommunismus in Jugoslawien gründete Abt Placide 1934 mit zwölf Mönchen Notre-Dame-de-l’Atlas bei Ben Chicao in Algerien (1938 nach Tibhirine verlegt und Aiguebelle unterstellt).

Abt Placide stand dem Kloster Reichenburg bis Februar 1940 vor. Nach Frankreich zurückgereist, starb er dort im Mai desselben Jahres im Kloster Maubec. Sein Nachfolger wurde der Prior Pius Novak.

gge, Feb. 2016


Daten:

Sac.: 23. Nov. 1899; Abbas: el. 15. Nov. 1910.

Literatur:

Goutagny, Etienne: Der Zisterzienserorden im ehemaligen Jugoslawien. CistC 103 (1986) 190ff. · Fürst, Irena: Trapisti v Rajhenburgu, in: Kronika: casopis za slovensko krajevno zgodovino, Bd. 61, Nr. 3, 2013, S. 553–574.

Zitierempfehlung: Epalle, Placide, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 12.7.2017, URL: http://www.zisterzienserlexikon.de/wiki/Epalle,_Placide