Esteva, Maur

Biographia Cisterciensis – Dictionary of Cistercian Biography online

Maur Esteva Alsina OCist

Maur Esteva Alsina

Abt von Poblet 1970–1998; Generalabt OCist 1995–2010

* 10. Juli 1933 Gironella, Berguedà, Katalonien
† 14. Nov. 2014 Poblet

Maurus Esteva, Taufname Daniel, trat 1958 in das Zisterzienserkloster Poblet in Katalonien ein. Am 7. September desselben Jahres wurde er mit dem Ordensnamen »Maur« (Maurus) eingekleidet und legte am 8. September 1959 die zeitliche Profess für Poblet ab. Nach dem Studium der Theologie und Philosophie wurde er am 18. März 1967 zum Priester des Zisterzienserordens geweiht.

Schon drei Jahre darauf, am 17. November 1970, wurde er zum Abt von Poblet gewählt und am 13. November 1972 benediziert (resign. 20. April 1998). In seiner Amtszeit vollendete er die Restaurierungsarbeiten des Klosters Poblet, das 1991 von der UNESCO als Weltkulturerbe anerkannt wurde. Im Inneren stabilisierte er die klösterliche Gemeinschaft in den Jahren nach dem 2. Vatikanischen Konzil, reformierte die Liturgie und führte das Chorgebet auf Katalanisch ein[1]. Aus dieser Zeit stammt auch die Freundschaft mit dem katalanischen Präsidenten Josep Tarradellas (1899–1988), der dem Kloster sein persönliches Archiv vermachte.

1987 wurde Esteva zum Präses der spanischen Zisterzienserkongregation der Krone von Aragon gewählt, an deren Wiederherstellung er großen Anteil gehabt hatte. Am 4. September 1995 wurde er vom Generalkapitel zum Generalabt der Zisterzienser gewählt und zuletzt 2005 im Amt bestätigt. Beim Generalkapitel 2010 trat er aus Altersgründen nicht mehr zur Wahl an.

Wichtige Meilensteine seiner Amtszeit als Generalabt waren die 2001 erfolgte Einrichtung des Kurses für Monastische Formation (CFM) zur Ausbildung des Ordensnachwuchses und die 2000 erfolgte Zulassung von Äbtissinnen zum Generalkapitel samt Stimmrecht. Das Generalat der Zisterzienser in Rom, das er ebenfalls renovieren ließ, wurde während dieser Zeit zu einem Zentrum des Ordens, vor allem für die Studenten.

Maurus Esteva lebte nach seiner Emeritierung in seinem Professkloster Poblet, wo er am Nachmittag des 14. November 2014 nach langer Krankheit starb. Das Begräbnis fand am Montag, 17. November 2014, in Poblet statt.

Esteva veröffentlichte mehrere Schriften zur Geschichte und Spiritualität der benediktinischen Orden. Seine Interventionen (= Ansprachen und Wortmeldungen bei Generalkapiteln bzw. Synoden) als Generalabt erschienen 2012 in zwei Bänden.

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  1. Der von ihm 1985 bei dem Künstler Josep M. Subirach in Auftrag gegebene Ambo im Presbyterium der Abteikirche trägt die Inschrift: „Proclamem la Paraula de Déu en la nostra parla“ („Verkündet das Wort Gottes in unserer Sprache“).

Daten:

Vest.: 7. Sep. 1958; Prof.: 8. Sep. 1959; Sac.: 18. März 1967; Abbas: el. 17. Nov. 1970, ben. 13. Nov. 1972, res. 20. April 1998.

Werke:

Poblet, escuela de servicio: sermones capitulares' (1982) · El Directorio perpetuo litúrgico de Poblet (1694) del P. Francisco Dorda (1983) · Eugenia Pablo Esteban (Hg.): Intervenciones del Abad Maur Esteva en los Capitulos Generales y Sínodos de la Orden Cisterciense (1974-2010). Contribución a la Evolución del Fondo Documental Cisterciense en la Época actual (Scriptorium Populeti 20, Abadia de Poblet 2012). 663 Seiten, ISBN 978-84-937776-0-9.

Literatur:

In Memoriam: Generalabt Maurus Esteva Alsina OCist. Cistercienser Chronik 121:3 (2014), S. [327]–328 · Maurer, Pius: Generalabt Maurus Esteva Alsina O.Cist. (1933–2014). Analecta Cisterciensia 65 (2015) S. 433–451.

Normdaten:

GND: 1041656467 · BEACON-Findbuch

Zitierempfehlung: Esteva, Maur, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 27.2.2016, URL: http://www.zisterzienserlexikon.de/wiki/Esteva,_Maur