Farget, Viktoria

Biographia Cisterciensis – Dictionary of Cistercian Biography online

Viktoria Farget

Viktoria Farget

Äbtissin des Klosters Oberschönenfeld 1722–1742

* 10. März 1676 Augsburg
† 25. Jan. 1742

Maria Viktoria Farget aus Augsburg legte 1692 in der Zisterzienserinnenabtei Oberschönenfeld die Profess ab. Nach dem Tod der Äbtissin Hildegard Meixner wurde sie am 27. März 1722 beinahe einstimmig zur Nachfolgerin gewählt. Der Konvent zählte damals 26 Frauen und 10 Schwestern. Die Bestätigung durch Abt Edmond Perrot von Cîteaux erfolgte am 7. April 1722.

Äbtissin Viktoria führte den 1721 von Franz Beer II. von Bleichten aus Konstanz begonnenen Neubau der Kirche fort, der 1722 bis zum Rohbau gediehen war und am 25. Juli 1729 von Weihbischof Johann Jakob v. Mayr geweiht werden konnte. 1739 ließ sie von dem Orgelbaumeister Johann Georg Hörterich eine neue Orgel aufstellen.

Auch in den zur Abtei gehörenden Gemeinden wurden Kirchen- und Pfarrhausneubauten errichtet: in Dietkirch ließ sie, ebenfalls von Franz Beer, die Pfarrkirche St. Johannes Baptist (mit Ausnahme des Turmes) neu erbauen. Den historisch bedeutenden Pfarrhof ließ sie von den Gebrüdern Dossenberger aufbauen. Dazu kommen die Pfarrkirche in Gessertshausen, 1728 das Haus Weiherhof (heute Gasthaus), 1738 die zugehörige Kapelle und 1741 die im Dreißigjährigen Krieg zerstörte Scheppacher Kapelle in der Nähe des Klosters.

Zur Hebung des kontemplativen Lebens schloss sie am 29. Mai 1724 eine Gebetskonföderation mit dem Benediktinerinnenkloster Holzen, dem damals Maria Benedikta Freiin von Remchingen als Äbtissin und Maria Aurelia Imhof als Priorin vorstanden.

Sie starb nach einer ruhigen Regierung von 22 Jahren am 25. Januar 1742. Ihre Nachfolgerin wurde Cäcilia Wachter.

gge, Okt. 2019


Daten:

Prof.: 1692; Abbatissa: el. 27. März 1722.

Literatur:

Abtei Oberschönenfeld 1211–1961. Oberschönenfeld, 1961 · Wiedemann, Theodor: Urkundliche Geschichte des Frauenklosters Oberschönenfeld, in: Anton Steichele (Hrsg.): Beiträge zur Geschichte des Bisthums Augsburg, Band 2, Augsburg 1852.

Zitierempfehlung: Farget, Viktoria, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 29.10.2019, URL: http://www.zisterzienserlexikon.de/wiki/Farget,_Viktoria