Ferrer, Ephrem

Biographia Cisterciensis – Dictionary of Cistercian Biography online

Ephrem Ferrer

Ephrem Ferrer

Zisterzienser der Abtei Aiguebelle

* 13. März 1814 Perpignan, Dép. Pyrénées-Orientales
† 16. Juli 1839 Aiguebelle, Dép. Drôme

Vincent Ferrer stammte aus einem reichen und sehr religiösen Elternhaus. Sein Vater Pierre Ferrer-Maurell war Notar in Perpignan, seine Mutter war Élisabeth Delcros Costa. Er erhielt eine sehr gute Ausbildung: bis September 1828 besuchte er das Jesuitenkolleg in Aix-[en-Provence] und begann im Januar 1829 ein Studium am Collège Royal in Toulouse, das er aber Ende 1831 nach einem heftigen politischen Disput mit einem seiner Professoren wieder verließ.

Im Oktober 1832 nahm er sein Jurastudium wieder auf und wurde nach dem Abschluss 1837 in seiner Geburtsstadt Perpignan als Anwalt zugelassen. Nach intensiven Gesprächen mit einem Priester fasste er den Entschluss, sich dem geistlichen Leben zuzuwenden, der durch den Tod der Mutter noch verstärkt wurde.

Anfang Februar 1838 trat er als Postulant in die Zisterzienserabtei strengerer Observanz Aiguebelle ein, die er auf der Rückreise von einem Aufenthalt in Paris besucht und kennengelernt hatte und wurde am 11. Februar 1838 als Frère Marie-Ephrem in das Noviziat aufgenommen. Der telegraphisch verständigte Vater reiste Anfang März nach Aiguebelle, durfte seinen Sohn sprechen und nahm ihn mit zurück nach Perpignan. Ferrer prüfte seine Berufung einige Wochen und kehrte am 19. April 1838 wieder in das Kloster zurück. Am 9. Mai 1839 legte er die Profess ab. An einer Lungenkrankheit erkrankt, starb er dort am 16. Juli 1839 im Ruf der Heiligkeit.

Seine Schwester Catherine (1815–1840) war als Sœur Marie-Ephrem Novizin im Frauenkloster N.-D. de Toute Consolation in Lyon-Vaise. Nach dem Tod seiner beiden Kinder vermachte der Vater († 11. Feb. 1850) sein Haus mit Grundstück in Espira-de-l'Agly testamentarisch seiner Schwägerin mit dem Wunsch, ein Zisterzienserinnenkloster darin einzurichten. Die Gründung wurde 1852 unter der Leitung seiner beiden Nichten Marie-Louise (Elisa Alday) als Priorin und Sr. M. Ephrem (Thérèse Alday) als Subpriorin vom Kloster Vaise (Lyon) aus vorgenommen (1921 nach Échourgnac verlegt).

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Literatur:

The Life of Father Maria Ephraim, Vincent Joseph Mathiew Ferrer, preceded by a historical notice of the strict observances of the Cistercians, commonly called Trappists; and followed by a notice of his sister Mary Ephraim, a religious of La Trappe. Philadelphia, H. & C. McGrath, 1856. · [Martrin-Donos, François-Régis]: Vie du père Marie Éphrem, (Vincent-Joseph-Mathieu Ferrer) : ou, Histoire d'un moine de nos jours, mort à la abbaye de la Trappe d'Aiguebelle, (Drôme). Avignon 1842, Clermont-Ferrand 1844. · Capeille, Jean: Dictionnaire de biographies rousillonnaises. Perpignan 1914.

Zitierempfehlung: Ferrer, Ephrem, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 12.2.2016, URL: http://www.zisterzienserlexikon.de/wiki/Ferrer,_Ephrem