Fritsch, Amandus

Biographia Cisterciensis – Dictionary of Cistercian Biography online

Amandus Fritsch

Amandus Fritsch

Abt des Zisterzienserklosters Kamenz in Schlesien 1732–1742

* 15. Okt. 1680 Maifritzdorf [Mąkolno, Polen]
† 16. April 1742 Kamenz [Kamieniec Ząbkowicki]

Amandus Fritsch, Taufname Kaspar, wurde am 15. Oktober 1680 im Kamenzer Stiftsdorf Maifritzdorf im Kreis Frankenstein geboren. Er trat am 4. September 1700 in das Noviziat des Klosters Kamenz ein und legte am 7. September 1701 die Profess in die Hände des Abtes Augustin Neudeck ab. Seine humanistische Ausbildung hatte er in Glatz erhalten und dann in Breslau seine philosophischen Studien absolviert. Am 3. März 1708 empfing er die Priesterweihe und wurde bald mit dem Amt des Priors betraut, das er zehn Jahre lang inne hatte, bis er als Superior nach Wartha [Bardo] geschickt wurde. Aus der nach dem Tod des Abtes Gerard Woywoda am 15. Mai 1732 erfolgten Neuwahl ging er als erwählter Abt hervor.

Im ersten Jahr seiner Regierung erhielt Abt Amandus von Kaiser Karl VI. die Bestätigung aller Stiftsprivilegien (7. Dez. 1732) und erzielte 1734 einen Vergleich mit dem Fürstenhaus Auersperg um die Fischereirechte in der Neiße. In seine letzten zwei Regierungs- und Lebensjahre fiel der Erste Schlesische Krieg (1740–1742), der dem Kloster besonders durch die in seinem Verlauf zahlreich erhobenen Kriegssteuern großen Schaden zufügte.

Trotzdem es Amandus nicht am besten Willen gefehlt hatte, sein Kloster glücklich durch die Kriegswirren zu bringen, hinterließ er es doch bei seinem am 16. April 1742 erfolgten Tod[1] mit hohen Schulden, die man wegen der vielen außerordentlichen Kriegsumlagen und Unglücksfälle hatte machen müssen. Er wurde in der Abteikirche vor dem Eingang des Chorraums unter dem Glockenturm begraben. Ihm folgte der von König Friedrich II. protégierte Stiftspfarrer von Reichenau, Tobias Stusche.

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  1. Laut Toenniges, S. 16, soll er an den Folgen von Misshandlungen gestorben sein, die ihm eine betrunkene preußische Erkundungsstreife zugefügt haben soll.

Daten:

Vest.: 4. Sept. 1700; Prof.: 7. Sep. 1701; Sac.: 3. März 1708; Abbas: el. 15. Mai 1732.

Literatur:

Frömrich, Gregor: Kurze Geschichte der ehemaligen Cistercienser Abtey Kamenz in Schlesien, Glatz 1817, S. 149–153 · Knauer, Paul: Die Äbte des Zisterzienserklosters Kamenz im letzten Jahrhundert seines Bestehens, in: Schlesisches Pastoralblatt Nr. 3, 35. Jahrgang, März 1914, S. 40–42 · Grüger, Heinrich: Schlesisches Klosterbuch: Kamenz. Augustiner-Propstei, dann Zisterzienserstift, in: Jahrbuch der Schlesischen Friedrich-Wilhelms-Universität zu Breslau, Band 21, 1980, S. 84–109 · Toenniges, Franz: Ein schlesisches Kloster im Brennpunkt preußischer Geschichte. Kürten: Selbstverlag, 1981.

Zitierempfehlung: Fritsch, Amandus, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 2.1.2017, URL: http://www.zisterzienserlexikon.de/wiki/Fritsch,_Amandus