Fritz, Alberik

Biographia Cisterciensis – Dictionary of Cistercian Biography online

Alberik Fritz

Alberik Fritz

Alberich Fritz, Albericus Fritz

57. Abt von Heiligenkreuz und 2. Abt von Szentgotthárd 1756–1787

* 01. Aug. 1704 Hollabrunn, NÖ
† 20. April 1787

Alberik Fritz wurde als Prior und Administrator von St. Gotthard [Szentgotthárd] (seit 1755) zum Abt beider Stifte gewählt.

1704 im niederösterreichischen Hollabrunn (damals noch Oberhollabrunn) geboren, hatte Fritz am 3. März 1726 die Profess abgelegt und am 15. Mai 1729 die Primiz gefeiert. Von November 1730 bis Januar 1731 war er in Heiligenkreuz in der Seelsorge tätig, danach von 1732 bis 1737 Kellermeister, 1734 bis 1735 Donatendirektor und 1736 bis 1737 Pfarrvikar in Gaaden. Von 1737 bis ca. 1742 war er Kastner in Niederleis, wo er zugleich mit dem Verwalter P. Leopold Nicolai 1742 von den Preußen gefangengenommen wurde (Erster Schlesischer Krieg). Nach seiner Freilassung 1742 bis 1743 Schaffner der hinteren Waldungen, war er dann bis 1745 Subprior im Stift und administrierte 1745 bis 1747 die Pfarre Winden. Danach war er von 1747 bis 1754 Kämmerer, 1754/55 Verwalter und Pfarrverweser von Mönchhof. 1755 wurde er Administrator der neuerworbenen Abtei St. Gotthard in Ungarn. In dieser Funktion nach dem Tode Robert Leebs zum Abt gewählt (13. Jan. 1756), erhielt Fritz drei Tage später die Bestätigung durch Kaiserin Maria Theresia.

Alberik Fritz war ein fähiger Ökonom. Binnen acht Jahren gelang es ihm durch Sparsamkeit und persönliches Eingreifen auf allen Stiftsgütern — einige gute Ernten halfen ihm wesentlich — beinahe die ganze, durch den Erwerb von St. Gotthard entstandene Schuld zu tilgen – nachdem man noch 1762 erwogen hatte, St. Gotthard wieder zu verkaufen (wozu die Kaiserin schon ihre Einwilligung gegeben hatte). Er vollendete den Bau der Abteikirche St. Gotthard, die er am 5. August 1764 — gerade 100 Jahre nach dem Sieg über die Türken bei Mogersdorf/St. Gotthard durch Raimondo Montecuccoli — feierlich einsegnete und die Bischof Johann Szily von Steinamanger [Szombathely] am 16. März 1779 weihte. 1775 wurde die Kirche in Mogersdorf [Nagyfalva] und 1779 die Kirche in Jennersdorf [Gyanafalva] neu erbaut.

In Wien ließ Fritz von 1769 bis 1771 den Heiligenkreuzerhof zu seiner heutigen Gestalt umbauen. Den Stiftsgarten in der Nähe des Praters, der unter Abt Robert als Erholungsort für die in Wien studierenden Stiftskleriker angekauft worden war, verkaufte er, ebenso das von Abt Robert angekaufte Gut Oberwaltersdorf. Infolge der unter Kaiser Josef II. durchgeführten neuen Pfarreinteilung war Abt Alberik gezwungen, in Sulz und Maria Raisenmarkt Kirche, Pfarrhof und Schulhaus, und in Sittendorf Pfarrhof und Schulhaus ganz neu erbauen zu lassen; Pfaffstätten erhielt seinen eigenen Pfarrer, in Heiligenkreuz wurde die Stiftskirche zugleich Pfarrkirche.

Durch sein umsichtiges Walten hatte sich Alberik Fritz bei Kaiser Josef so große Achtung erworben, dass dieser, der auch den angesehensten Klöstern nur Kommendataräbte aus fremden Ordenshäusern erlaubte, dem Stift Heiligenkreuz einen solchen aus den eigenen Reihen bewilligte. Nach Abt Alberiks Tod 1787 wurde der Stiftspriester P. Maximilian Mayla als Abbé commendataire eingesetzt, der mit P. Marian Reutter als Prior und P. Michael Zacke als Kanzleidirektor das Stift verwaltete, bis 1790 wieder ein Abt gewählt werden durfte.

gge


Daten:

Prof.: 3. März 1726; Primiz: 3. Jan. 1812; Abbas: el. 13. Jan. 1756, conf. 19. Jan. 1756 (Kaiserin Maria Theresia).

Literatur:

Watzl, Florian: Die Cistercienser von Heiligenkreuz, Graz 1898, S. 166–167. · Koll, Malachias: Das Stift Heiligenkreuz in Oesterreich. Wien 1834, S. 314. · Gsell, Benedikt: Die Abtei Heiligenkreuz in Nieder-Oesterreich, in: Brunner, Sebastian: Ein Cisterzienserbuch. Würzburg 1881, S. 52ff., bes. S. 102–103.

Zitierempfehlung: Fritz, Alberik, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 27.4.2016, URL: http://www.zisterzienserlexikon.de/wiki/Fritz,_Alberik