Frosch, Joseph

Biographia Cisterciensis – Dictionary of Cistercian Biography online

Joseph Frosch

Joseph Frosch

45. Abt des Klosters Marienstatt 1784–1802

* 02. März 1733 Ebernhahn, Wirges
† 15. Jan. 1802 Marienstatt

Joseph Frosch, Taufname Christian, wurde am 2. März 1733 als Sohn von Peter und Katharina Frosch in Ebernhahn bei Wirges geboren. In die Zisterzienserabtei Marienstatt eingetreten, empfing er 1753 die Minores, wurde 1754 zum Subdiakon und 1755 zum Diakon geweiht. Die Priesterweihe empfing er am 4. Juni 1757, nachdem er zwei Tage zuvor für fünf Jahre für die Hilfsseelsorge approbiert worden war (1767 verlängert für sieben Jahre).

Am 19. Mai 1772 ist er als Cellerar in Dorchheim belegt, als der er noch am 8. Januar 1773 amtiert. Am 28. Februar 1773 wurde er zum Cellerar in Rhein-Metterich (Metternich) bestellt. In dieser Funktion scheint er bis zu seiner Abtwahl am 14. September 1784 geblieben zu sein.

Nach der Resignation seines Vorgängers Edmund Leser zum Prälaten gewählt, wurde er vom Abt des Mutterklosters Heisterbach sofort bestätigt. Die saynische Regierung protestierte vergeblich gegen die Wahl. Vom Ordensgeneral bestätigt, erhielt Abt Frosch am 21. November 1784 durch Weihbischof Karl Alois von Königsegg-Aulendorf in Köln die Benediktion. Assistenten waren die Äbte Andreas Kruchen von Heisterbach und Anselm Aldenhoven von Brauweiler (OSB).

Am 18. Oktober 1785 leitete Abt Frosch die Wahl der Koadjutorin für die Äbtissin der Reichsabtei Burtscheid, die schon sein Vorgänger als Konvisitator empfohlen hatte, die aber bisher am Widerstand der Äbtissin gescheitert war. Am 14. Mai 1788 erhielt er die Vollmacht, einen Altarstein für seine Pfarrkirche zu benedizieren.

In große Bedrängnis geriet die Abtei durch die Koalitionskriege. Als Limburg im November 1792 von französischen Truppen beschossen wurde, wichen Abt und Konvent auf den Klosterhof Arienheller aus und kehrten erst nach der Einquartierung eines kaiserliche Husarenregiments wieder nach Marienstatt zurück (27. Dez. 1792). Mehrfach wurden in den nächsten Jahren wechselnde Truppenteile in Marienstatt einquartiert und die Abtei als Militärlazarett genutzt (bis Jan. 1797). Auf dem „Kaiserlichen Friedhof“ wurden 636 Soldaten des kaiserlichen Heeres (vor allem Österreicher) beigesetzt. Im Oktober 1795 wurde die Abtei durch französische Soldaten geplündert und verwüstet und noch einmal am 4. Juni 1796. Mehrmals noch musste der Abt das Kloster verlassen.

Die Aufhebung der Abtei Marienstatt 1802 erlebte Abt Joseph nicht mehr. Er starb am 15. Januar 1802. Zwar wurde mit Dominikus Conrad eilig noch einmal ein Abt gewählt, jedoch konnte dieser nicht mehr benediziert werden.

gge, Nov. 2017


Daten:

Subdiac.: 21. Sep. 1754; Diac.: 20. Sep. 1755; Sac.: 4. Juni 1757; Abbas: el. 14. Sep. 1784, ben. 21. Nov. 1784.

Werke:

Annulus Josephi. Köln : Typ. univ., 1784.

Literatur:

Hillen, Christian: Das Erzbistum Köln 7: Die Zisterzienserabtei Marienstatt (Germania Sacra. Dritte Folge 14). Berlin/Boston: Walter de Gruyter, 2017, S. 407–409 · Wellstein, Gilbert: Die Cistercienserabtei Marienstatt im Westerwald. Limburg: Steffen, 1955, S. 321ff. · Ditscheid, Jörg: Die Wahl des Marienstatter Abtes Joseph Frosch im Jahr 1784, in: Cistercienser Chronik 108 (2001), S. S. 481–486.

Normdaten:

GND: 172930146 · BEACON-Findbuch · GSN: 078-01161-001

Zitierempfehlung: Frosch, Joseph, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 11.12.2017, URL: http://www.zisterzienserlexikon.de/wiki/Frosch,_Joseph