Göppel, Laurenz

Biographia Cisterciensis – Dictionary of Cistercian Biography online

Laurenz Göppel
Foto: Abtei Mehrerau

Laurenz Göppel OCist

Prior und Abtvikar der Abtei Mehrerau

* 18. Feb. 1876 Altbierlingen [heute zu Ehingen], Württemberg
† 15. Juni 1951 Birnau

Laurenz Göppel, Taufname Karl, wurde 1876 als Sohn eines Lehrers in Altbierlingen in Württemberg geboren. Er besuchte die Gymnasien in Ehingen und Mehrerau und trat am 8. September 1893 in den Zisterzienserorden ein. Am 21. August 1898 in der Klosterkirche Mehrerau zum Priester geweiht, zog er mit der Gründungskolonie in das wiederbegründete Kloster Sittich im Kronland Krain (Slowenien). Dort übernahm er das Amt des Gastmeisters und 1900 die Klosterpfarrei. Im Juni 1912 kehrte er nach Mehrerau zurück und war bis zum ersten Weltkrieg, den er als Feldkurat in verschiedenen Lazaretten mitmachte, in der Schule tätig.

Nach Kriegsende wanderte er im September 1919 zunächst als Religionslehrer, seit Oktober 1920 dann Administrator und Spiritual, in das Zisterzienserinnenpriorat Waldsassen in der Oberpfalz und leitete dort 1923/24 den Bau der Klosterkirche Maria Himmelfahrt. Nach Mehrerau zurückgekehrt, war er wieder Gastmeister, dann ein Jahr Novizenmeister im Stift Stams in Tirol. 1925 ernannte ihn Abt Kassian Haid zum Regens des Collegium Bernardi und zum Präses der Marianischen Studentenkongregation. Außerdem unterrichtete er an der Handelsschule Religion.

Im Sommer 1928 übernahm Göppel das Amt des Priors und vertrat den nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich im Schweizer Exil gebliebenen Abt Kassian. Nach der Auflösung der Abtei Mehrerau durch die Nationalsozialisten am 21. Juli 1941 ging er in das Priorat Birnau am Bodensee, das am 31. Juli 1941 ebenfalls geschlossen wurde. Die restlichen Kriegsjahre verbrachte Göppel im Zisterzienserinnenkloster Lichtenthal in Baden-Baden.

Im Juli 1946 zum Prior der Birnau ernannt, erlebte er dort 1950 die Feiern zum 200-jährigen Jubiläum der barocken Wallfahrtskirche, für die eine neue Orgel in die Kirche eingebaut wurde. Laurenz Göppel starb am 15. Juni 1951 nach langer Krankheit und wurde auf dem Klosterfriedhof Birnau beigesetzt.

gge


Literatur:

Nachruf in Mehrerauer Grüße, Neue Folge 6, Januar 1957, S. 10–11 (Leodegar Walter)

Zitierempfehlung: Göppel, Laurenz, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 9.12.2015, URL: http://www.zisterzienserlexikon.de/wiki/G%C3%B6ppel,_Laurenz