Götz, Elias

Biographia Cisterciensis – Dictionary of Cistercian Biography online

Elias Götz

Elias Götz

Abt des Klosters Kaisheim 1681–1696

* 28. Okt. 1644 Schwanheim, Frankfurt
04. Juni 1696 Kaisheim

Elias Götz (Göz) aus Schwanheim bei Frankfurt trat 1661 in die Zisterzienserabtei Kaisheim ein. Er studierte in Ingolstadt, wo er am 13. August 1668 gemeinsam mit dem späteren Abt Balduin Helm vom Kloster Fürstenfeld vor Professor Beat Amrhyn SJ und in Gegenwart seines Abtes Benedikt Hein seine Thesen verteidigte. 1669 wurde er Priester, 1670 Sekretär des Abtes Benedikt Hein und schließlich Kellermeister, Prior und Spiritual im Zisterzienserinnenkloster Oberschönenfeld. Er war gelehrt, kunstsinnig, gewandt in Geschäften und von beeindruckender körperlicher Gestalt.

Schon 1674 erhielt er bei der Abtwahl gleich viele Stimmen wie der schließlich gewählte Hieronymus Winter, nach dessen Tod er am 26. Juni 1681 zum Nachfolger gewählt wurde. Benediziert und infuliert wurde er am 8. September 1681 durch Abt Martin Dallmayr von Fürstenfeld; Assistenten waren die Äbte Franziskus Kraft von Schöntal und Andreas Hausmann OSB von Heilig Kreuz in Donauwörth. Kaiser Leopold I. ernannte ihn noch im selben Jahr zum kaiserlichen Rat und Kaplan und übertrug am 6. August 1682 die Schutzpflicht über das Kloster auf den Kurfürsten von Bayern und den Bischof von Augsburg.

Abt Elias straffte die Verwaltung des Klosters, setzte neue Offizialen ein, konsolidierte die Finanzen und konnte so für insgesamt 100.000 Gulden neue Güter und Liegenschaften kaufen. Am 24. März 1686 errichtete er eine Metzgerzunft für die kaisheimischen Ortschaften. 1690 war er am 26. Januar in Augsburg bei der Krönung des römischen Königs Josef anwesend, wo er als älterer Kaplan bei Tisch den Segen sprach.[1] 1692 kaufte er vom Grafen Jakob von Hamilton für 80.000 Gulden die Hofmark Tapfheim und ließ das Präfektenhaus in Sulzdorf bauen. 1693 lieh er dem Kurfürsten Max Emanuel von Bayern 50.000 Gulden gegen Verpfändung der Einkünfte von Donauwörth (die aber wegen der hohen Verschuldung der Stadt kaum einzubringen waren) und kaufte das Gut Oberhof bei Esslingen. 1695 überließ ihm Kurfürst Max Emanuel auf seine Bitte hin die Pfarrei Utzenhofen, die zum Kloster Pielenhofen gehörte, das 1655 als Subpriorat der Abtei Kaisheim wiedererrichtetet worden war.

In den 1690er Jahren ließ er die Schlosskapelle St. Blasius und das Schlösschen Leitheim als sommerlichen Erholungssitz der Kaisheimer Äbte und Konventualen erbauen. Als er eines Tages von da nach Hause ritt, wurde er vom Pferd abgeworfen und brach sich den Fuß, infolgedessen er am 4. Juni 1696 starb. Sein Nachfolger wurde Judas Thaddäus Mayr.

gge, Okt. 2019

  1. Um ihm nicht den Vorrang einräumen zu müssen, hatte sich Abt Roman Daniel von St Ulrich krank gemeldet.

Daten:

Vest.: 1661; Sac.: 1669; Abbas: el. 26. Juni 1681, ben. 8. Sep. 1681.

Daten:

Disputatio Theologica De Simplicitate Dei. Ingolstadii: Hänlin, 1668 (Digitalisat).

Literatur:

Steichele, Anton: Geschichte des Klosters Kaisersheim, in: Das Bisthum Augsburg, historisch und statistisch beschrieben, Band 2, Augsburg 1864, S. 610–660 · Schaidler, Martin: Chronik des ehemaligen Reichsstiftes Kaisersheim (Kaisheim). Nördlingen, 1867, S. 204–209 · Lindner Pirmin: Monasticon episcopatus Augustani antiqui, Bregenz 1913.

Normdaten:

GND: 13163691X · BEACON-Findbuch

Zitierempfehlung: Götz, Elias, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 28.10.2019, URL: http://www.zisterzienserlexikon.de/wiki/G%C3%B6tz,_Elias