Gabet, Antoine

Biographia Cisterciensis – Dictionary of Cistercian Biography online

Antoine Gabet

Antoine Gabet

letzter Abt der alten Abtei Tamié 1789–1793 und des Hospizes von Mont-Cenis 1801–1813

* 26. Feb. 1750 Chambéry, Savoien
† 21. Nov. 1813 Turin, Italien

Antoine Gabet, Taufname Jean-Claude, war der Sohn des Jean-Baptiste Gabet, Notar und Aktuar am Senat von Chambéry, und seiner Frau Pietrina Cuenot. Er trat 1778 in die Abtei Tamié ein, nachdem er zehn Jahre lang Offizier in der Armee (Leibgarde) des Königs von Sardinien in Turin gewesen war. Im Kloster war er Sekretär der Äbte Joseph Rogès (reg. 1769–1783) und Bernard Desmaisons (reg. 1783–1789). Nach dem Tod des letzteren wurde er am 3. August 1789 selbst zum Abt gewählt. Wegen der Auflösung des Klosters im Zuge der französischen Revolution 1793 ging er mit seinem Konvent ins Exil, zunächst nach Turin, dann in die Abtei Grassano bei Asti und schließlich in das Kloster Notre-Dame-des-Monts in der Diözese Casale Monferrato.

1799 oder 1800 kehrte Gabet nach Savoyen zurück und übte in Saint-Jean-de-Maurienne sein Priesteramt halb im Verborgenen aus. 1801 gestattete ihm Napoleon, das Hospiz am Mont-Cenis, einer wichtigen Passstraße über die Alpen, zu führen, das er am 12. Oktober 1801 mit einigen ehemaligen Mitgliedern seines Konvents übernahm. Der päpstliche Legat Kardinal Caprara bestätigte die Gründung auf Gabets Wunsch mit Datum vom 11. Dezember 1801.

Im Hospiz Mont-Cenis, 1805 von Papst Pius VII. mit Erlaubnis Napoleons zur Abtei erhoben, lebten die Zisterzienser nach der Benediktsregel und kümmerten sich um die Betreuung und Beherbergung der Soldaten und Reisenden, darunter Napoleon und Papst Pius VII. Die von Napoleon bei seinem Aufenthalt in Mont-Cenis persönlich angebotene Bischofswürde und die Rückkehr der Religiosen nach Tamié lehnte Gabet ab. Der Kaiser ließ daraufhin auf Staatskosten die alten Gebäude renovieren und eine neue Kapelle erbauen, die 1808 geweiht wurde.

Gabet starb am 21. November 1813 in Turin an einer tödlichen Krankheit. Sein Leichnam wurde nach Suze überführt und dort beigesetzt. Die Mönche gingen später in die alte Benediktinerabtei Novalesa am Fuß des Mont-Cenis und schlossen sich 1821 der Benediktinerkongregation von Montecassino an.

gge


Literatur:

Burnier, Eugène: Histoire de l'Abbaye de Tamié en Savoie. Chambéry: A. Pouchet, 1865, S. 183– · Francoz, Louise: Le Mont-Cenis sous dom Gabet. Histoire de Dom Gabet, Abbé général du Mont-Cenis et du Mont-Genèvre, ancien garde du corps d'Amédée III roi de Sardaigne. Lyon, 1879 · Sorrel, Christian: „Gabet, Claude“, in: Dictionnaire du monde religieux dans la France contemporaine: Tome 8, La Savoie, Paris: Beauchesne, 1996, S. [207].

Zitierempfehlung: Gabet, Antoine, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 4.5.2016, URL: http://www.biocist.org/wiki/Gabet,_Antoine