Genzger, Paulus

Biographia Cisterciensis – Dictionary of Cistercian Biography online

Paulus Genzger

Paulus Genzger

Abt des Klosters Aldersbach 1734–1745

† 20. Feb. 1746 Sammarei, Ortenburg

Paulus Genzger aus Frontenhausen hatte im Kloster Aldersbach verschiedene Ämter versehen. Er war Professor, Pfarrer, Prior und zuletzt Beichtvater in der Zisterzienserinnenabtei Seligenthal in Landshut. Als solcher wurde er am 29. März 1734 zum Abt gewählt.

Zur Förderung der Studien schickte er zwei Konventualen (die aber früh starben) zum Studium nach Prag und vermehrte die Bibliothek mit neuen Büchern. Für die Sakristei ließ er Ornate anschaffen und in der Kirche die Reliquien der Katakombenheiligen Felizianus und Clara fassen und ausstellen. Die Gebeine der letzteren hatte er selber nach Aldersbach bringen lassen. Als Bauherr ließ er das Brauhaus, die Kastnerei, die Mühle und den Bauhof errichten und legte den Grundstein zu der schon von seinem Vorgänger Theobald Grad projektierten und von einem österreichischen Edelmann bezahlten Loretokapelle, in der er das Gnadenbild der hl. Maria aufstellen ließ. 1738 reiste er zum Generalkapitel nach Cîteaux. Das Kloster unterhielt ein Hausorchester und Abt Paul komponierte und musizierte auch selbst.

Der Österreichische Erbfolgekrieg forderte dem Kloster 1741 erhebliche Lasten ab. Auf seinem Zug gegen Österreich übernachtete Kaiser Karl mit zahlreichem Gefolge im Kloster. Lange hatte es mehrere tausend Mann zu verpflegen, Winterquartiere zu tragen, Kontributionen zu leisten und unsägliches Elend zu ertragen. Die Schäden setzten der Gesundheit des Abtes so zu, dass er am 15. Oktober 1745 in die Hände des Vaterabtes und Generalvikars Hieronymus Held von Ebrach resignierte und sich nach Sammarei zurückzog, wo er am 20. Februar 1746 starb. Zu seinem Nachfolger wurde Theobald Reitwinkler gewählt.

gge, März 2019


Daten:

Abbas: el. 29. März 1734, res. 15. Okt. 1745.

Literatur:

Epitome Chronicorum Alderspacensium Oder Kurtzer Auszug Aus denen Geschichts-Büchern Des … Closters Alderspach. Zusammengetragen Durch R. P. Michaelem de Mannstorff. Hof: Gastl, 1746, S. 35–36 · Lindner, Pirmin: Monasticon metropolis Salzburgensis antiquae, 1908.

Zitierempfehlung: Genzger, Paulus, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 1.4.2019, URL: http://www.zisterzienserlexikon.de/wiki/Genzger,_Paulus