Ghebre Amlak, Felice

Biographia Cisterciensis – Dictionary of Cistercian Biography online

Felix Maria Ghebre Amlak OCist

Felice Ghebre Amlak OCist

Fisseha Gebreamlak

Zisterzienser der Abtei Casamari; Begründer des äthiopisch-katholischen Mönchtums

* 23. Juni 1895 Juffa, Eritrea
08. Juni 1934 Sora, Italien

Hailé Mariam Ghebre Amlak wurde 1895 in Äthiopien als Sohn äthiopisch-orthodoxer Eltern geboren, die am Sterbebett der Mutter zum Katholizismus konvertierten. Der Vater, der anlässlich seiner Taufe den Namen Ghebreamlak angenommen hatte, heiratete später noch einmal, eine katholische Frau. Im Januar 1907 gab er seinen Sohn in das von italienischen Missionaren geführte Knabenseminar von Keren. 1910 wurde Hailé Mariam sub conditione katholisch getauft. Am 22. September 1918 zum Priester geweiht, war Abba Hailé Mariam bis 1920 Seelsorger in Keren und den Dörfern der Cunamà in Barentu, danach Lehrer am Seminar, bis er im Oktober 1925 als Spiritual an das äthiopische Kolleg in Rom versetzt wurde.

Schon im Priesterseminar hatte sich Amlak entschlossen, Mönch zu werden. Mehrfach bat er nach seiner Ankunft in Rom die Kongregation für die orientalischen Kirchen um die Erlaubnis, sich in einem Kloster mit dem monastischen Leben vertraut machen zu dürfen. 1927 trat er in die Benediktinerabtei Sankt Paul vor den Mauern ein, deren Abt der später seliggesprochene Ildefons Schuster war. Da er in St. Paul und dem zugehörigen Kloster Farfa zwar freundliche Aufnahme, aber keine Unterstützung fand in seinem Bestreben, ein katholisches Kloster in Äthiopien zu gründen, verließ er die Abtei 1929 wieder und kehrte an das äthiopische Kolleg zurück. Erst mit der Unterstützung des ehemaligen Apostolischen Visitators in Abessinien und Eritrea und neu ernannten Präfekten der Ordenskongregation, Kardinal Lèpicier OSM, wurde die Zisterzienserabtei Casamari (Abt Angelo Savastano) vom hl. Stuhl mit dem Klosterprojekt beauftragt. Am 7. Dezember 1930 trat Amlak dort – mit dem Segen Pius XI. – in das Noviziat ein. In kurzen Abständen folgten ihm in den nächsten Monaten ca. 25 weitere äthiopische Aspiranten. Am 8. Dezember 1931, dem Tag der unbefleckten Empfängnis, legten Felice Maria Ghebre Amlak und Abba Kefleyesus (don Frumenzio) die zeitlichen Gelübde ab.

Die 1940 tatsächlich erfolgte Gründung eines Zisterzienserklosters in Beleza (1948 nach Asmara verlegt) erlebte Felix Maria Ghebre Amlak nicht mehr. Im Januar 1931 mit Lungentuberkulose diagnostiziert, starb er – nachdem er noch am 4. April 1934 in articulo mortis seine feierliche Mönchsprofess abgelegt hatte – am 8. Juni 1934 in Sora[1]. Noch Ende August 1933 hatten ihn seine Oberen, auf ein Wunder hoffend, nach Lourdes geschickt.

Die Verehrung für Ghebre Amlak setzte bald ein, besonders unter den äthiopischen Priestern, die in Italien studierten und an seinem Grab beteten. 1969 wurde das Seligsprechungsverfahren eingeleitet, 1992 der heroische Tugendgrad bestätigt. Am 10. Oktober 1964 wurden die Gebeine vom Klosterfriedhof in die Abteikirche übertragen. Heute gibt es in Felice Ghebre Amlaks Heimat sechs Zisterzienserklöster: vier in Äthiopien (Mendida, Addis Abbeba, Hosanna und Gondar) und zwei in Eritrea (Asmara und Keren), die alle zur Kongregation von Casamari gehören.

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  1. In sein Kloster hatte er wegen der Ansteckungsgefahr nicht mehr zurückkehren dürfen.

Daten:

Sac.: 22. Sep. 1918; Vest.: 7. Dez. 1930; Prof.: 8. Dez. 1931, 4. April 1934; Ven.: 21. Dez. 1992.

Literatur:

Savastano, Angelo: Il monachismo Cattolico in Etiopa. Educato e formato nell'abbazia di Casamari con elementi indigeni. Note storiche sul Cristianesimo in Abisssinia. Isola del Liri: Macioce e Pisani, 1942 · Columbano De Cristofaro: Il servo di Dio D. Felice Maria Ghebre Amlak (Abba Haylé Mariam). Istitutore e primo monaco del monachesimo cattolico etiopico. Casamari 1959 · Asghedom, Samuele: Il Servo di Dio Don Felice Ghebre-Amlak nel primo Centenario della Nascita. Casamari, 1995 (Rivista Cistercense, Sonderdruck)

Zitierempfehlung: Ghebre Amlak, Felice, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 4.2.2016, URL: http://www.zisterzienserlexikon.de/wiki/Ghebre_Amlak,_Felice