Augustinus Giesberts OCSO
3. Abt der Abtei Lilbosch bei Echt 1929–1934
* 25. März 1880 Maasniel
† 20. Mai 1958
Dr. Augustinus Giesberts, Taufname Conradus Maria Hubertus, Rufname Koen, geboren am 25. März 1880 in Maasniel-Leeuwen bei Roermond als Sohn von Severijn Giesberts und Maria Agatha Petronella Geraedts, wurde am 7. Mai 1896 als erster Novize unter Guido Brox in Lilbosch eingekleidet[1] und legte am 23. Mai 1898 die erste Profess ab. Die feierliche Profess folgte am 20. August 1903, die Priesterweihe am 15. August 1904.
Ihm wurde gestattet, in Rom zu studieren und Doktorate in Philosophie und Theologie zu erwerben. Kurz nach seiner Rückkehr aus Rom Anfang Juli 1906 wurde er zum Subprior des Klosters ernannt und war ein in den umliegenden Dörfern weithin respektierter und beliebter Seelsorger.
Als Dom Victor van den Eijnden 1912 zum Abt gewählt wurde, wurde Pater Augustinus dessen Prior (3. November 1912). Dieses Amt bekleidete er, zusammen mit dem des Bibliothekars, viele Jahre lang bis zu seiner Wahl zum Abt am 26. April 1929. Während seiner Zeit als Prior zeichnete er sich besonders im akademischen Bereich aus. Zunächst unterrichtete er die jungen Mönche in Philosophie und Philosophiegeschichte, vertiefte sich aber auch in ein gründliches Studium der Mariologie des hl. Bernhard von Clairvaux. Am 7. Mai 1929 installiert, erhielt er am 4. Juni 1929 von Bischof Laurentius Schrijnen von Roermond die feierliche Benediktion; Assistenten waren die Äbte Columbanus Tewes von der Mutterabtei Achel und Henricus Kuypers von Rochefort.
Sein Terminkalender füllte sich aufgrund zahlreicher Verwaltungsaufgaben und repräsentativer Verpflichtungen zunehmend. Im Mai 1930 zelebrierte Dom Augustinus in der Kirche seines Heimatdorfes Maasniel das Pontifikalamt zum Auftakt der Feierlichkeiten zum fünfzigsten Jahrestag der Verehrung Unserer Lieben Frau von der Immerwährenden Hilfe. Im November 1931 segnete er die neue Orgel in der Kirche von Pey. Er nahm auch regelmäßig an den Beerdigungen hoher Geistlicher, den Weihen von Äbten und Bischöfen und anderen kirchlichen Zeremonien teil. Der Höhepunkt seiner Amtszeit als Abt war die aufwendige Feier des 50-jährigen Bestehens der Abtei im Juli 1933, die bereits Anfang des Jahres in allen katholischen Zeitungen angekündigt worden war und mit großer öffentlicher Beteiligung und in Anwesenheit hoher kirchlicher und politischer Amts- und Würdenträger stattfand.
Anlass zur Sorge gab das Tochterkloster Ockenheim. 1931 beschloss das Generalkapitel seine Auflösung und gab der Gemeinschaft fünf Jahre Zeit, eine neue Bleibe zu finden. Dom Augustinus wurde angewiesen, das Kloster zu verkaufen. Doch dazu kam es nicht; im Gegenteil gelang es Augustinus, zwei Jahre später das Generalkapitel zu überzeugen, das Klostergelände in Ockenheim durch den Kauf von 41,5 Hektar Land zu erweitern.
interne Spannungen interne Klosterkrise, über deren genauen Verlauf bis heute Stillschweigen bewahrt wird.
Nach einer außerordentlichen Visitation der Abtei durch Abt Simon Dubuisson von Koningshoeven (Tilburg) und Petrus Wacker von Oelenberg resignierte er zum 2. Dezember 1934 und lebte dann zunächst in Achel, bis er 1952 nach Tegelen umzog, wo er gelegentlich den dortigen Abt Aloysius van de Laar bei Pontifikalhandlungen vertrat, u.a. bei der Beerdigung von Hieronymus Rongen, einem der bekanntesten Trappistenmönche von Uelingsheide, im Juli 1950. Im Mai 1953 weihte er zwei neue Altäre in der Tegelner Abteikirche. Drei Jahre später, nach Abt Aloysius’ Tod, unterstützte er gemeinsam mit Hieronymus Beiering den Abt von Westmalle, Robertus Eyckmans, bei der Wahl und Amtseinführung des neuen Abtes Amandus Prick.
Seine Beziehung zu Lilbosch und auch zu Pius Strijbosch beruhigte sich allmählich. Ende November 1954 stand er zusammen mit Abt Aloysius von Uelingsheide und dem Prior von Lilbosch, Hieronymus Beiering, am Sterbebett von Pius Strijbosch im Krankenhaus von Roermond. Wenige Tage später nahm er an der Beerdigung in Lilbosch teil. Auch bei der Benediktion von Hieronymus Beiering durch Bischof Lemmens im Januar 1955 in der Kirche von Lilbosch war er anwesend; zusammen mit dem Abt von Achel, Gabriël van de Moosdijk, assistierte er sogar bei der Zeremonie. Am 15. August 1956 – zwei Jahre verspätet – feierte er sein goldenes Priesterjubiläum in Lilbosch; sein richtiges Jubiläum hatte er bereits 1954 in Uelingsheide gefeiert. 1956 feierte er in Achel den sechzigsten Jahrestag seiner Einkleidung in Lilbosch.
Am 14. September 1957 war er – als einziger Trappistenabt – in der Pfarrkirche in Nieuwkuijk bei der Benediktion des Abtes Joannes van Engelen OCist zugegen.
1958 kehrte er nach Lilbosch zurück, um dort begraben zu werden. Vermutlich auf dem Weg zu oder von einem Besuch in Diepenveen hatte er bei Apeldoorn eine Hirnblutung erlitten; drei Tage nach seinem Tod am 20. Mai 1958 wurde er in Anwesenheit aller niederländischen und belgischen Zisterzienseräbte auf dem Klosterfriedhof Lilbosch begraben.
gge, Dez. 2015, rev. Nov. 2025
- ↑ Er war zusammen mit seinem drei Jahre jüngeren Bruder Jan eingetreten.
Daten:
Vest.: 7. Mai 1896; Prof.: 23. Mai 1898, 20. Aug. 1903; Sac.: 15. Aug. 1904; Abbas: el. 26. April 1929, ben. 4. Juni 1929, res. 2. Dez. 1934; Dev.: Plus amari quam timeri.Literatur:
Bosmans, Jac: Verwante paters en broeders. Een familiegeschiedenis in de trappistenabdij Lilbosch te Echt. Hilversum: Verloren, 2022, ISBN 9789087049867 · Bidprentje.Vorlage:Page.name:GIESBERTS, Augustinus OCSO (1880–1958) – Biographia Cisterciensis