Girmont, Bernard

Biographia Cisterciensis – Dictionary of Cistercian Biography online

Bernard de Girmont
Originalgemälde in Port-du-Salut, Entrammes

Bernard Le Bègue de Girmont

Begründer und erster Abt der Abtei Port-du-Salut 1816–1830

* 26. Juni 1758 Mirecourt, Lothringen
† 22. Juni 1834 Port-du-Salut, Entrammes

Dom Bernard (Jean-François) de Girmont stammte aus altem Lothringer Adel. 1778 trat er in die Abtei Morimond ein, wurde 1783 zum Priester geweiht und war dann Novizenmeister. Nach der Aufhebung Morimonds infolge der Französischen Revolution (13. Feb. 1790) ging er zunächst zurück zu seiner Familie, dann zur Vermeidung der Deportation ins Ausland. Am 25. Oktober 1798 trat er in das Trappistenkloster in Darfeld ein (Profess 1. Okt. 1799) und war dort Donatenmeister.

Als der Darfelder Prior Eugène de Laprade 1799 eine Filiale in Driburg im Fürstbistum Paderborn errichtete, übertrug er Girmont die Leitung. In Driburg lebten im Jahr 1802 ca. 60 Religiosen, die auch materiell versorgt werden mussten. Prior Girmont begab sich deshalb auf eine Almosenreise, die ihn über Sachsen, die Lausitz, Schlesien und Böhmen bis nach Warschau führte, wo er vom Adel mit Wohltaten überhäuft wurde. Ein Brief an seine Schwester in Nancy, in dem er über diese Reisen berichtet, ist erhalten. 1803 wurde das Haus in Driburg wieder aufgegeben. Girmont ging dann nach Valsainte. 1809 kehrte er nach Darfeld zurück. Dort war im selben Jahr das Kloster Klein-Burlo, in dem die männlichen Ordensmitglieder gewohnt hatten, größtenteils abgebrannt und Girmont ging wieder auf Sammelreise (Würzburg, Mainz), um die Mittel für den Wiederaufbau zusammenzubringen, zu dem es aber wegen der Aufhebung der Trappistenklöster durch Napoleon 1811 nicht mehr kommen sollte.

Nach der Aufhebung musste Girmont Darfeld verlassen und tauchte unter. Er erscheint erst wieder am 20. August 1814 in einer Audienz bei König Ludwig XVIII., in der er und Abt Laprade die Erlaubnis zur Rückkehr der Trappisten nach Frankreich erwirkten. 1815 gründete im Auftrag Laprades eine Gruppe Darfelder Mönche mit Port-du-Salut in Entrammes das erste Trappistenkloster nach der französischen Revolution, zu dessen Titularprior Abt Laprade Bernard de Girmont mit Datum vom 10. Februar 1815 ernannte. Am 21. Februar 1815 zogen die Mönche feierlich in die von dem ehemaligen Darfelder Donaten Jean-Baptiste Le Clerc de La Roussière († 1823) gestifteten Gebäude ein. Einer der ersten Novizen in Entrammes war der österreichische General Ferdinand von Geramb, der am 15. Januar 1816 – in voller Montur – eingekleidet wurde.

Das mit fünf Chormönchen und zehn Konversen gegründete Kloster Port-du-Salut blühte rasch auf. Am 1. August 1816 wurde Girmont einstimmig zum Abt gewählt und das Kloster mit päpstlichem Breve vom 10. Dezember 1816 zur Abtei erhoben. Um es vor jeglichen Ansprüchen vonseiten des Valsainter Abtes Augustin de Lestrange, zu dessen Klosterverband Darfeld gehört hatte, zu bewahren, unterstellte Papst Pius' XII. Port-du-Salut direkt dem als Generaloberer des Zisterzienserordens geltenden Raimondo Giovannini. Ein weiteres päpstliches Reskript vom 10. Oktober 1818 verordnete dem Konvent die milderen Konstitutionen des Abtes Rancé (bis dahin hatten die verschärften Konstitutionen des Abtes Lestrange gegolten). 1822 wurde mit dem Bau der neuen, durch eine landesweite Sammelaktion finanzierten Abteikirche gegonnen, die am 3. Juli 1824 geweiht wurde.

Abt Bernard de Girmont spielte eine wichtige Rolle bei der Errichtung des Frauenklosters Sainte-Catherine in Laval, dessen Äbtissin Elisabeth Piette er am 24. August 1827 benedizierte. Außerdem übernahm er die Paternität über die von Augustin Onfroy gegründete Abtei Bricquebec in der Normandie. 1830 legte er sein Amt nieder. Er starb am 22. Juni 1834. Sein Grab befindet sich auf dem Klosterfriedhof.

Zu Girmonts Nachfolger wurde François d'Assise Couturier gewählt.

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Daten:

Prof.: 8. Sep. 1779 (Morimond), 1. Okt. 1799 (Darfeld); Sac.: 31. Dez. 1783; Abbas: el. 2. Aug. 1816, res. 6. Mai 1830.

Lit.::

Charton, Charles: Le Bègue de Girmont Dom Bernard, trappiste, in: Annuaire administratif et statistique des Vosges 1837. · L'Ami de la religion: journal ecclésiastique, politique et littéraire 25. Paris 1834, S. 375–376. · Feller, François Xavier de: Biographie universelle, ou Dictionnaire des hommes qui se sont fait un nom. Nouv. éd. Lyon: Pelagaud, 1851. · Knoll, Wilhelm: 30 Jahre Trappistenniederlassung in Darfeld, Aachen 2012.

Zitierempfehlung: Girmont, Bernard, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 26.4.2016, URL: http://www.zisterzienserlexikon.de/wiki/Girmont,_Bernard