Grill, Georg

Biographia Cisterciensis – Dictionary of Cistercian Biography online

Georg Grill

Georg Grill

Abt des Zisterzienserstiftes Wilhering 1614–1638

* 1579/80
† 12. Okt. 1638

Über die Herkunft des Abtes Georg II. Grill ist nichts bekannt. Nach den Annalen soll er mit mehreren anderen Deutschen am Collegium Germanicum in Rom studiert haben. Auf der Rückreise sei die Gruppe in die Zisterzienserabtei Cîteaux eingetreten[1] und nach dem Noviziat auf verschiedene deutsch-österreichische Klöster verteilt worden. Georg Grill kam nach Baumgartenberg in Oberösterreich. Nach Pritz war er beim Tod es Abtes Gregor Piermann am 1. Februar 1607 27 Jahre alt und einer der fünf Professen im Stift.

Nachdem das Stift vom Kaiser 1608 wieder die Erlaubnis zu einer Abtwahl erhalten hatte, wurde er am 15. Mai 1608 in Gegenwart der Hofkommission und des Generalvikars Paulus Schönebner von Heiligenkreuz zum Abt gewählt. Da Schönebner aber seinen eigenen Prior Maximilian Tieffer als Kandidaten durchsetzen wollte, erklärte er die Wahl für ungültig und erhielt vom Hof in Wien am 27. Februar 1609 den Auftrag, einen fähigen Administrator einzusetzen, zu dem er seinen Prior Maximilian († 1611) bestimmte.

Georg Grill kam wahrscheinlich 1612 mit seinem ehemaligen Kommilitonen Anton Wolfradt nach Wilhering, wurde dort 1613 Küchenmeister und am 2. März 1614 anstelle des zum Abt von Kremsmünster ernannten Wolfradt als Abt postuliert. Vaterabt Hieronymus Hölein von Ebrach, dessen Stelle Abt Georg Stephanides von Baumgartenberg vertreten hatte, bestätigte den Wahlakt am 5. Mai 1614 und Abt Matthias Gülger von Rein als Generalvikar infulierte ihn am 3. August 1614.

Kaum im Amt, wurde Grill nach dem Tod des Abtes Stephanides 1615 vom Generalkommissar des Ordens, Abt Johann Seyfried von Zwettl, und dem Landeshauptmann die geistliche und weltliche Verwaltung der verwaisten Abtei Baumgartenberg übertragen, die er bis zur Wahl des Abtes Kaspar Kirchleutner mehrere Monate verwaltete. Seine eigene Postulation zum Abt von Baumgartenberg hatte er ausgeschlagen und war in Wilhering geblieben, obwohl dieses Kloster in noch schlechterem Zustand war.


Er starb am 12. Oktober 1638 und wurde in der Kirche (inter choros) begraben

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  1. Dort soll Grill auch 1604 ein Manuskript des Generalabtes abgeschrieben und mit nach Baumgartenberg gebracht haben, das aber verloren ist.

Daten:

Abbas: el. 2. März 1614, ben. 3. Aug. 1614.

Literatur:

Pritz, Franz Xaver: Geschichte des aufgelassenen Cistercienser-Klosters Baumgartenberg im Lande ob der Enns. Aus Urkunden und anderen Quellen (Archiv für österreichische Geschichte 12), Wien 1854 · Stülz, Jodocus: Geschichte des Cistercienser-Klosters Wilhering: ein Beitrag zur Landes- und Kirchengeschichte Oberösterreichs. Linz: Haslinger, 1840.

Zitierempfehlung: Grill, Georg, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 12.11.2017, URL: http://www.zisterzienserlexikon.de/wiki/Grill,_Georg