Gutte, Celsa

Biographia Cisterciensis – Dictionary of Cistercian Biography online

Celsa Gutte

Celsa Gutte

Äbtissin des Zisterzienserinnenklosters St. Marienthal 1943–1982

* 20. Juni 1893 Seitendorf [Zatonie, Polen]
01. Nov. 1985 Kloster St. Marienthal

Mechthild Gutte wurde 1893 als Tochter des Kaufmanns Ernst Gutte und seiner Frau Katharina in Seitendorf geboren, einem der östlich der Neisse gelegenen Klosterdörfer. Sie war das neunte von zehn Kindern. Mit 19 Jahren trat sie gemeinsam mit acht weiteren Kandidatinnen in das Zisterzienserinnenkloster St. Marienthal ein und erhielt den Namen Celsa (Einkleidung 1. Sep. 1912). Mit 25 Jahren legte sie die Ewige Profess ab und wurde für vier Jahre zur Lehrerinnenausbildung nach Waldsassen geschickt.

Als Lehrerin in der Mädchen- Klosterschule erteilte sie neben den Schulfächern auch Handarbeits- und Geigenunterricht. Die Kreuzwegbilder in der Klosterkirche wurden ebenfalls von ihr gemalt. Nach dem Tod der Äbtissin Roberta Reime 1943 wurde sie zur Nachfolgerin gewählt und von Abt Idesbald Eicheler von Marienstatt benediziert. Sie trug damit in den letzten Jahren des Zweiten Weltkriegs und der Nachkriegszeit die Verantwortung für das Kloster, in dem ein Lazarett eingerichtet war. Am 7.Mai 1945 widersetzte sie sich dem Räumungsbefehl der SS und verhinderte damit die geplante Sprengung des Klosters. Noch am 8. Mai 1945 wurden Dächer und Fassaden zerstört.

Nach Kriegsende leitete Äbtissin Celsa die Wiederaufbauarbeiten. Es wurde 1955 das Ancilla-Heim zur Ausbildung von Mädchen nach Abschluss der 8. Klasse eingerichtet und eine Behinderten-Einrichtung (Pflegeheim St. Josef), die bis heute besteht, aber nach der Wende in ein ehemaliges Klostergut, den „Pater-Kolbe-Hof“ in Schlegel verlegt wurde.

1982, mit 89 Jahren, legte sie die Leitung des Klosters nieder. Sie starb am 1. November 1985 im Kloster St. Marienthal.

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Daten:

Vest.: 1. Sep. 1912; Prof.: sol. 5. Feb. 1918; Abbatissa: el. 12. April 1943, ben. 17. Juni 1943; Dev.: Fiat voluntas Tua – Dein Wille geschehe.

Literatur:

Schmacht, Josefine: Gedenken an Äbtissin Celsa Gutte, in: Ostritzer Stadtanzeiger Nr. 12, 20. Jahrgang, 17. Dezember 2010, S. 12f. · Dies.: Die Zisterzienserinnen-Abtei St. Marienthal von 1800–2010 im Spiegel ihrer Äbtissinnen. Eine Chronik der letzten 200 Jahre. 2. veränderte Auflage, Eigenverlag, 2010, S. 38–45.

Zitierempfehlung: Gutte, Celsa, in: Biographia Cisterciensis (Cistercian Biography), Version vom 23.5.2016, URL: http://www.zisterzienserlexikon.de/wiki/Gutte,_Celsa